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Problem mit Regenwasser

Bad Bramstedt Problem mit Regenwasser

Die Ost-Stadt südlich der Bimöhler Straße wird im kommenden Jahr um einen weiteren Abschnitt wachsen. Doch die Erschließung in dem Gebiet stößt auf ein bisher nicht geklärtes Problem: Wohin mit dem Regenwasser? Es einfach in die Osterau einzuleiten, ist nicht mehr erlaubt.

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Die Osterau hat zurzeit nach den Regenfällen der letzten Tage einen hohen Wasserstand. Mehr Wasser kann sie kaum aufnehmen.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Die Ableitung des Wassers in die Osterau verbieten der Gewässerschutz und auch die Rücksicht auf Orte am weiteren Verlauf der Auen, die regelmäßig mit Überschwemmungen zu kämpfen haben.

 Die Bilder von Weihnachten 2014 sind noch präsent. Bad Bramstedt meldete nach tagelangen Regenfällen „Land unter“. In Föhrden-Barl, Wrist und Kellinghusen sah es noch schlimmer aus. Ein Grund für die steigenden Wasserpegel sind immer mehr bebaute Flächen, von denen das Regenwasser in die Auen geleitet wird.

 Für den nun geplanten dritten Erschließungsabschnitt der Ost-Stadt wird die Stadt vom Kreis Segeberg keine Genehmigung bekommen, mehr Wasser als bisher in die Osterau einzuleiten. Das ergibt sich allein schon aus dem europäischen Naturschutz, unter dem die Osterau steht, und einem sogenannten Verschlechterungsgebot nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

 „Wir müssen bei Starkregen das Wasser im Wohngebiet sammeln“, erklärte Bauamtsleiter Udo Reinbacher am Montagabend vor dem Planungs- und Umweltausschuss. Ein bisher nicht erprobtes Verfahren soll angewendet werden: Wie auch bei den bisher bebauten Teilen der Ost-Stadt soll die Regenwasserkanalisation des dritten Abschnittes an ein großes, bereits vorhandenes Regenrückhaltebecken angeschlossen werden, wo Sedimente sich ablagern können und gegebenenfalls auch Öl zurückgehalten wird. Von dort läuft das Wasser weiter in die Osterau. Durch neue technische Einrichtungen soll nun erreicht werden, dass sich automatisch der Zulauf zum Becken aus dem neuen Erschließungsgebiet schließt, wenn der Wasserspiegel in dem Auffangteich einen gewissen Pegel erreicht hat. Dann soll das Wasser in einen Grüngürtel geleitet werden, der das Wohngebiet durchziehen wird. Wenn die Pegel sinken, werden die Schotten wieder geöffnet und das Wasser kann ablaufen.

 Diesen Grüngürtel will die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die das Gebiet vermarktet, eigentlich für Freizeiteinrichtungen wie Spielgeräte und Parkbänke nutzen. „Es kann also durchaus sein, dass die Klettergerüste dann bei starkem Regen im Wasser stehen“, sagte Reinbacher. Ob dieses Verfahren funktioniere, müssten nun Experten bewerten. „Wenn nicht, müssen wir uns etwas anderes überlegen.“

 In anderen Baugebieten, beispielsweise im Wohn- und Golfpark Bissenmoor, war die Stadt einen anderen Weg gegangen. Hier gibt es überhaupt keine Regenwasserkanalisation. Von den Straßen fließt das Wasser in Mulden links und rechts der Fahrbahn. Auf den privaten Grundstücken müssen die Besitzer selbst für die Versickerung sorgen. „Das geht hier noch gerade eben, obwohl auch hier das Grundwasser hoch steht“, sagte Reinbacher. Südlich der Bimöhler Straße scheidet diese Lösung aber aus. Das Grundwasser steht hier nur einen Meter unter der Erdoberfläche, „Versickern ist hier nicht möglich“, erläuterte der Bauamtsleiter.

 Ob es gelingt, ohne zusätzliche Belastung der Osterau das Regenwasser abzuleiten, ist auch für die weitere Erschließung der Ost-Stadt von Bedeutung. Noch etliche Hektar Wiesen könnten hier bebaut werden. Östlich wird das Gebiet durch die Umgehungsstraße begrenzt. Der dritte Abschnitt, für den die Stadt nun einen Bebauungsplan aufstellt, umfasst gut 7,5 Hektar reines Bauland. Hinzu kommen noch die Straßen und der Grüngürtel. Insgesamt kommen so 10 Hektar zusammen. Der LEG gehören davon 5,4 Hektar Bauland. Der Rest ist im Besitz einer Bad Bramstedter Familie, die das Land auch selbst vermarkten will. Die LEG plant rund 110 Grundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser. 500 bis 600 Quadratmeter groß werden die Baugrundstücke sein. Am südlichen Rand sind auch größere Flächen mit mehr als 700 Quadratmetern vorgesehen. Im nördlichen Bereich sollen bis zu acht Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Bebauung soll 2016 starten.

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