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Schulassistenz: Viel zu tun

Bad Bramstedt Schulassistenz: Viel zu tun

In diesem Monat beginnen zwei von vier Schulassistenten ihren Job in den Bad Bramstedter Grundschulen. Volker Brüchmann, Schulleiter der Grundschule Am Bahnhof, kann den Beginn der Schulassistenz kaum noch erwarten: „Diese Hilfe ist unbedingt nötig. Wir brauchen mehr Unterstützung. Die Zeiten heute sind anders.“

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Schulassistentin Isabel Clausen hilft in einer Grundschulklasse in Bad Bramstedt, in der Kinder aus zwei Leistungsstufen zusammen lernen.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Bramstedt. In der Grundschule Maienbeeck ist Isabel Clausen schon dabei, die 225 Schüler kennenzulernen. „Danach bekommt sie einen festen Stundenplan“, sagt Schulleiterin Christine Landschek. 31 Stunden arbeitet Erzieherin Clausen in der Maienbeeck-Schule. Das Stundenkontingent wird an der Anzahl der Schüler bemessen. In Bad Bramstedt besuchen derzeit etwas mehr als 800 Kinder die vier Grundschulen mit fünf Standorten.

 Das Konzept der Schulassistenzen an Grundschulen wurde vom schleswig-holsteinischen Bildungsministerium entwickelt. Es ist Teil der Inklusion, also des selbstverständlichen Zusammenlebens von Behinderten und Nichtbehinderten. Für die Schulassistenten stellt das Land jährlich 13,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Laufzeit des Projekts ist zunächst auf fünf Jahre festgesetzt. Schulträger oder freie Träger kommen für die Assistenzen in Frage. Findet sich niemand, übernimmt das Land die Trägerschaft.

 In Bad Bramstedt wurde bereits im vergangenen Jahr beschlossen, die Schulassistenzen an freie Träger zu übergeben. „Es hatten sich fünf Interessenten gemeldet, zwei haben sich wieder zurückgezogen und drei haben uns ihr Konzept vorgestellt“, berichtet Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. Am meisten überzeugt hat die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Schleswig-Holstein. Zwar hat die Awo in Bad Bramstedt keinen Ortsverein, ist aber als Träger der Kita „Rappelkiste“ mit der Stadt verbunden. Jörg Matthews ist Regionalleiter der Awo-Jugend- und Familienhilfe Süd-West und für die Kreise Segeberg, Pinneberg und Steinburg verantwortlich: „Wir haben seit vielen Jahren Erfahrungen mit schulischen Unterstützungsangeboten, deshalb haben wir uns als Träger für die Schulassistenzen beworben.“ Ende Februar werden die Helfer an einer mehrtägigen fachspezifischen Fortbildung teilnehmen. Doch noch fehlen zwei Schulassistenten für Bad Bramstedt. „Wir würden uns über weitere Bewerbungen freuen“, sagt Matthews.

 Schulleiter Brüchmann meint: „Nur Lehrer reichen nicht aus, um den Bildungs- und den Erziehungsauftrag in Grundschulen vernünftig zu erfüllen.“ Für die 194 Schüler bekommt die Grundschule Am Bahnhof eine 20-Stunden-Assistenzkraft. Unterstützen soll sie je nach Bedarf. Brüchmann kann sich vorstellen, dass die Schulassistenz auch das Konzept der Pausenpädagogik umsetzt. Zu tun gebe es auf jeden Fall reichlich: „Wir haben allein 39 Kinder mit Migrationshintergrund.“ Außerdem gebe es auch viele Kinder mit Defiziten, zum Beispiel im Zuhören oder Stillsitzen. „Hier könnte die Schulassistenz zum Beispiel mit Konzentrationsübungen helfen“, hofft Brüchmann.

 Schulassistenten sind nicht gleichzusetzen mit den schon länger eingesetzten Schulbegleitern, die sich hauptsächlich um ein, meist behindertes, Kind kümmern. Auch dürfen Schulassistenten nicht unterrichten. „Sie sollen alles tun, um die Lehrer zu unterstützen“, sagt Maienbeeck-Rektorin Landschek. Auch sie hält diese Hilfe für „absolut dringend“ und sagt: „Eigentlich ist eine Schulassistentin pro Schule sogar noch zu wenig.“

 Schulsozialarbeiter, Sonderpädagogen, Schulbegleiter und jetzt auch noch Schulassistenten – sie alle bilden zusammen mit den Lehrern ein „multiprofessionelles Team“, das dazu beitragen soll, den pädagogischen Auftrag zu erfüllen. Isabel Clausen freut sich auf diese neue Herausforderung: „Wichtig ist es, erst mal meinen Platz in der Schule zu finden und mich in dem großen Team einzuordnen.“

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