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Schulbetreuung stößt an Grenzen

Bad Bramstedt Schulbetreuung stößt an Grenzen

Die Betreuten Grundschulen sind zu einer festen Institution an den Schulen in Bad Bramstedt geworden. Der Zulauf ist so groß, dass der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) an seine Grenzen geraten ist. „Wir benötigen dringend Erzieherinnen“, sagt DKSB-Vorsitzende Ulrike Fölsch.

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In der Grundschule Am Bahnhof wird unter dem Dach gegessen. Durchschnittlich 45 Kinder besuchen täglich die Mensa.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Allein mit Müttern, die nur eine Grundqualifikation haben, könne es auf Dauer nicht weitergehen, erklärt Fölsch.

 Die Betreuten Grundschulen waren entstanden, damit Kinder berufstätiger Eltern mittags nicht vor dem verschlossenen Elternhaus stehen. Anfangs waren es einige wenige Kinder, die in einem kleinen Raum betreut wurden. „In den letzten zehn Jahren hat sich die Gesellschaft jedoch gravierend geändert“, hat auch Volker Brüchmann, Rektor der Grundschule Am Bahnhof, festgestellt. Immer mehr Mütter seien berufstätig. Entsprechend hoch sei die Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Auch Ulrike Fölsch bestätigte das vor den Mitgliedern des Schulverbandes Bad Bramstedt: „Die Eltern sind eine Betreuung bis 17 Uhr schon aus der Kita gewöhnt.“

 Das trifft offenbar besonders auf besser verdienende Familien zu. Die Grundschule mit der höchsten Betreuungsquote ist die Storchennestschule mit 59 Prozent. Die Schule liegt im Einzugsbereich der Einfamilienhaus-Quartiere, wie der West-Stadt, Süd-West-Stadt und Wohnpark Bissenmoor. Dagegen ist der Anteil der am Nachmittag betreuten Kinder in der Grundschule Maienbeeck mit 47 Prozent deutlich geringer. Die Schule ist hauptsächlich vom Mehrfamilienhäusern umgeben und hat einen besonders hohen Ausländeranteil.

 Ulrike Fölsch sagte, die Betreuten Grundschulen seien ursprünglich von Müttern ehrenamtlich betrieben worden. Mittlerweile seien diese zwar beim Kinderschutzbund angestellt und hätten eine Grundqualifikation erworben. Die Ansprüche seien aber erheblich gestiegen. Mehr Migrantenkinder und eine zunehmende Zahl von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf machten es erforderlich, zumindest ein bis zwei Erzieherinnen in den Betreuten Grundschulen zu beschäftigen. „Wir kommen an unsere Grenzen“, sagte die Vorsitzende. Vor allem an der Maienbeeck-Schule, die durch ihre DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) einen besonders hohen Ausländeranteil hat, seien die Mitarbeiterinnen „schon überfordert.“

 Ulrike Fölsch machte anhand der Maienbeeck-Schule deutlich, welch Riesenaufwand der ausschließlich ehrenamtlich geführte Kinderschutzbund leistet. Dort seien an einigen Tagen 101 Kinder für die Betreuung angemeldet. „Wir benötigen dafür zehn Betreuungskräfte.“ Sie kümmern sich um die Kinder, von der Essensausgabe bis zur Hausaufgabenhilfe.

 Die Mitglieder des Schulverbandes unterstützen den Wunsch der DKSB-Vorsitzenden, auch wenn auf den Verband dadurch höhere Personalkosten zukommen werden. Ein größeres Problem dürfte es werden, überhaupt Erzieherinnen zu finden. Durch den Schaffung immer neuer Krippen ist kaum noch pädagogisches Fachpersonal zu finden. Hinzu kommt, dass die Betreuung in den Nachmittagsstunden liegt, was für Frauen mit eigenen Kindern eine eher unattraktive Arbeitszeit ist. „Wir müssen es versuchen“, sagte Fölsch. Wenigstens müsse eine Erzieherin pro Schulstandort beschäftigt werden.

 An der Grundschule Am Bahnhof leidet die Betreuung zurzeit unter der akuten Raumnot. „Wir nutzen dafür die alte Hausmeisterwohnung unterm Dach“, berichtete Rektor Brüchmann. In den beengten und verschachtelten Räumen geht es extrem eng zu. Leiterin Birgit Vöge hat ihren Schreibtisch in der Küche stehen, in der Mensa, ein früherer Musikraum, wird in mehreren Schichten gegessen. Brüchmann präsentierte dem Schulverband Pläne, das Dachgeschoss umzubauen. Dort gibt es noch Abseiten unterm Dach, die genutzt werden können. Auch Abstellräume gibt es dort, in denen alte Akten zum Teil noch aus der Zeit lagerten, als in dem Gebäude das Jürgen-Fuhlendorf-Gymnasium untergebracht war. Auch diese sollen umgebaut und der Betreuten Grundschule zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzlich hat Brüchmann hierzu das Einverständnis des Schulverbandes. Über Details wird in den Haushaltsberatungen gesprochen.

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