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Städtepartnerschaft ist noch ausbaufähig

Bad Bramstedt Städtepartnerschaft ist noch ausbaufähig

Eine Abordnung aus Bad Bramstedt besuchte die polnische Partnerstadt Drawsko Pomorskie. Dabei wurden auch die Defizite der Städtepartnerschaft angesprochen. Die Polen wünschte sich, dass den Besuchen in Drawsko auch Gegeneinladungen folgen.

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Um ihre Sprachfähigkeiten zu üben, wurde der Besuch der Bad Bramstedter Gäste genutzt: Gabriela Nickowska (links) und Magda Jagieta (beide 15 Jahre) interviewten Arnold Helmcke und trugen das Ergebnis auch in deutscher Sprache vor.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Drawsko/Bad Bramstedt. Anlass für den Besuch war der Nationalfeiertag (11. November), mit dem die Polen an die Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1918 erinnern. Die Deutschen wurden dort erneut mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft empfangen. Doch die Gäste mussten sich auch anhören, dass die Polen gerne mehr Kontakte zu Bad Bramstedt hätten.

 Die Polenreise fiel in eine ungünstige politische Großwetterlage. Die Spannungen zwischen Deutschland und Polen in der EU sind unüberhörbar. Bürgermeister Zbigniew Ptak bekannte sich aber ausdrücklich zu der deutsch-polnischen Freundschaft: „Ich bin sicher, dass wir etwas Gutes geschafft haben“, bewertet er die Städtepartnerschaft. Er freue sich angesichts der internationalen politischen Entwicklungen umso mehr, dass die offizielle Führung aus Bad Bramstedt auch weiterhin käme.

 Das hörte Bad Bramstedts Bürgermeister gerne. „Für mich war es im Vorfeld der Reise wichtig zu sehen, wie sich unsere Ansprechpartner aufstellen“, erklärte er der SZ. Umso mehr freue es ihn, dass sie die Gleichen geblieben seien und genauso so offen wie früher mit den Deutschen sprächen. „Die Tür nach Drawsko ist weiterhin sperrangelweit auf“, so Kütbachs Einschätzung. Für ihn sei im Laufe der vielen Jahre eine deutliche Entwicklung erkennbar. „Die zeigt sich beispielsweise in der Gestaltung der Schulen und der Feiern. Sie sind offener und fröhlicher geworden“, hat Kütbach festgestellt.

 Sein polnischer Amtskollege Zbigniew Ptak sprach allerdings auch die Defizite der Städtepartnerschaft an. Er wünschte sich, dass den Besuchen in Drawsko auch Gegeneinladungen folgten. Als Beispiel nannte er den Karateverein. „Ich schicke meinen Verein beispielsweise nach Tokio, aber nicht nach Bad Bramstedt, weil wir von dort keine Gegeneinladung bekommen.“ Auch gebe es Defizite im Kulturausschuss. Die Kantorei der Kirchengemeinde in Drawsko sei von Bad Bramstedtern bei ihren Besuchen immer aufs Höchste gelobt worden. Doch von ihren Kollegen in Bad Bramstedt würden sie einfach nicht zu Gegenbesuchen eingeladen.

 Ptak schlug vor, auch im Tourismussektor enger zusammen zu arbeiten. So sollten beide Seiten auch für die jeweilige Partnerstadt werben. Radfahrer und Kanufahrer beispielsweise fänden sowohl in Bad Bramstedt als auch in Drawsko beste Bedingungen vor. Da böten sich doch Kooperationen an.

 Die Vorzüge Drawskos als Urlaubsort pries auch der SPD-Stadtverordnete Dr. Manfred Spies. Er hatte die Stadt bei einem Besuch mit der Fleckensgilde kennengelernt. Zweimal hat er dort bereits Urlaub gemacht, ein dritter ist geplant. Nicht nur die Landschaft mit ihren Seen ist für ihn schön. „Ich habe die Art der Menschen schätzen gelernt“, sagte er.

 Die Städtepartnerschaft war in den 1990 Jahren vor allem unter Mitwirkung heimatvertriebener Dramburger entstanden. Die Stadt Bad Bramstedt hatte für sie bereits nach dem Zweiten Weltkrieg eine Patenschaft übernommen. Durch Reisen der Ex-Dramburger in ihre alte Heimat, die erst durch den Fall des Eisernen Vorhangs möglich wurden, entstanden ersten Freundschaften, die dann vor allem auf Initiative der Polen intensiviert wurden.

 1998 bekamen dann der damalige Bad Bramstedter Bürgermeister Udo Gandecke und Bürgervorsteher Friedmund Wieland die Ehrenbürgerschaft von Drawsko verliehen. Die beiden Geehrten revanchierten sich ihrerseits mit der Ehrenbürgerschaft für die Drawskoer Stadtoberhäupter. 2003 bekam dann auch Kütbach die Ehrenbürgerschaft der polnischen Partnerstadt verliehen.

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