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Stegner stellte sich den Fragen

Bad Bramstedt Stegner stellte sich den Fragen

Der Wahlkampf läuft an. Nach Bad Bramstedt kam gleich zu Beginn ein SPD-Mann, der keinem Streit aus dem Weg geht: Ralf Stegner, Landes- und stellvertretender Bundesvorsitzender seiner Partei. Rund 100 Besucher waren in den Kaisersaal gekommen, ihre Fragen standen im Mittelpunkt.

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Der SPD-Landesfraktionsvorsitzende Ralf Stegner (links) brachte Verstärkung mit: SPD-Kreisvorsitzender Stefan Weber kandidiert für einen Sitz im Landtag.

Quelle: Jann Roolfs

Bad Bramstedt. „Wahlkampf ist gut“, sagt Stegner, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und einer der wichtigsten Akteure der rot-grün-blauen Koalition, denn den gebe es nur in Demokratien. Auf der Bühne stand außerdem Stefan Weber, Kreisvorsitzender der Segeberger SPD , Bürgermeister in Sievershütten und Kandidat um einen Sitz im Landtag. Neben einem rhetorischen Schwergewicht und leidenschaftlichen Politiker mit jahrzehntelanger Erfahrung aus Kiel blieb der lokale Kandidat allerdings blass.

 „Politik muss sich um die Sorgen der Menschen kümmern.“ Mit dieser Floskel werde oft genug ein verschämtes Heranrutschen an die AfD bemängelt, sagte Stegner. Er zielte damit allerdings auf Themen der Leute, die sich fragen, wie sie ihre Miete bezahlen oder ihre pflegebedürftige Mutter versorgen sollen. „Die Menschen müssen Arbeit finden und ordentlich bezahlt werden“, das stehe im Zentrum seines sozialdemokratischem Politikverständnisses.

 Im Kaisersaal saßen nicht nur treue SPD-Anhänger. Stegner bekam Fragen gestellt nach der Agenda 2010 samt Hartz IV, Leih- und Zeitarbeit sowie prekären Arbeitsverhältnissen. Oder nach dem Milliardengrab HSH Nordbank. Beides Themen, bei denen Stegner Fehler einräumte – als Landesfinanzminister war er selbst in die HSH-Historie involviert – und Verbesserungen versprach, zum Beispiel bei der Leiharbeit.

 Großes Thema der Landes-SPD ist die beitragsfreie Kita. Da kam die Frage eines Vaters Stegner gerade recht, als der beklagte, dass er für seine beiden Kinder 4000 Euro Beiträge pro Jahr entrichten muss. Schleswig-Holsteiner zahlen im Bundesvergleich sehr hohe Gebühren, das wolle die SPD ändern und in maximal zehn Jahren erreichen, dass Eltern gar nichts mehr für die Betreuung bezahlen müssen, so Stegner. Als Start gibt es seit dem 1. Januar 100 Euro im Monat für jedes Krippenkind, in den folgenden Jahren soll dieser Zuschuss sukzessive ausgeweitet werden.

 Leidenschaftlich wurde der SPD-Politiker Stegner, als das Thema AfD aufkam; dafür bekam er Applaus. Die AfD solle vom Verfassungsschutz beobachtet werden, findet Stegner. „Es ist unsere Pflicht als Demokraten, denen entgegen zu treten.“

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