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Tod im Bad: Ein Unglücksfall

Bad Bramstedt Tod im Bad: Ein Unglücksfall

Seit dem schrecklichen Badeunfall in der letzten Woche, bei dem ein sechsjähriges Flüchtlingskind ertrunken ist, herrscht beim Kinderschutzbund Bad Bramstedt tiefe Trauer. Der Junge war mit der Kinderschutzbund-Kita „Wühlmäuse“ im Bad gewesen. Die Kripo sagt, es war ein Unglücksfall.

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An einem Baum vor dem Freibad Bad Bramstedt haben trauernde Menschen Plüschtiere, Blumen und Kerzen niedergelegt.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Zu dem Tod des kleinen Irakers will sich der Kinderschutzbund nicht näher äußern. „Wir sehen uns außer Stande, einen Kommentar abzugeben“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Hans-Werner Park. Die Kita sei zurzeit mit einer Notgruppe geöffnet. Kinder und die pädagogischen Mitarbeiterinnen würden von externen Psychologen betreut.

 Nach Informationen der Segeberger Zeitung hatten vier Betreuer die Kita-Gruppe begleitet, über deren Größe es unterschiedliche Angaben gibt. Sie schwanken zwischen 10 und 18 Kindern. Der Junge, der nicht schwimmen konnte, hatte sich unbemerkt von der Gruppe entfernt, als sie zum Umkleiden ging. Ein anderes Kind fand den bereits bewusstlosen Jungen später im Wasser. Rettungskräfte versuchten ihn zu reanimieren, er starb am nächsten Tag im Krankenhaus.

Polizei spricht von Unglücksfall

„Wir gehen derzeit von einem Unglücksfall aus“, erklärte Silke Westphal von der Polizeidirektion Bad Segeberg. „Ein straffälliges Verhalten ist nicht erkennbar, die Befragungen sind aber noch nicht abgeschlossen.“ Geklärt werden muss auch, ob eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorliegt.

Aufsichtspflichtverletzungen sind in der Regel nur etwas für Zivilgerichte, die dann Schadensersatzansprüche klären. Kommt jedoch jemand zu Tode, löst dies staatsanwaltschaftliche Ermittlungen aus. Den Erziehern müsste eine grob-fahrlässige Pflichtverletzung nachgewiesen werden. Verurteilungen sind selten.

Bürgermeister erkennt keine Versäumnisse

 Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach kann auf Seiten des Freibades keine Versäumnisse erkennen. „Alle Abläufe sind noch einmal untersucht worden“, sagte Kütbach als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Freibad-Betreibers Wirtschaftsbetriebe. Während des Badebetriebs seien immer drei Aufsichtspersonen anwesend.

 Am Freitagnachmittag besuchte Kütbach die nunmehr noch vierköpfige kurdisch-irakische Familie auf, um ihr das Beileid der Stadt auszusprechen. Mit der Familie soll auch besprochen werden, ob es zu einer öffentlichen Trauerfeier kommt.

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