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Biotop liegt weiterhin trocken

Bad Bramstedt Biotop liegt weiterhin trocken

Gräben und Tümpel am Achtern Dieck liegen weiterhin trocken oder haben zu wenig Wasser. Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises hat sich der Angelegenheit bisher nicht angenommen, obwohl das Natura-2000-Gebiet Osterau betroffen ist. Ursache ist möglicherweise eine Grundwasserabsenkung.

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Diesem Teich in der Osterauniederung wurde die Frischwasserzufuhr abgeschnitten. Noch hat er genügend Wasser, aber deren Qualität leidet ohne Zufluss.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. UNB-Leiter Axel Timmermann beteuerte, der Angelegenheit „hohe Priorität“ beizumessen. Seine Behörde habe nur noch keine Zeit gehabt, nach Bad Bramstedt zu fahren, und es sei auch sehr schwierig, den Beweis zu erbringen, dass Grundwasserabsenkungen durch das nahe gelegene Neubaugebiet schuld an dem Dilemma sind.

Hartmut Müller, Anwohner der Bimöhler Straße, hatte das Austrocknen des Feuchtgebietes südlich des Neubaugebietes als erster bemerkt und sich an die Behörden gewandt. Das ist bereits anderthalb Wochen her, ohne dass etwas geschah. Timmermann erklärte gegenüber der SZ, dass seine Behörde wegen des Feiertags personell ausgedünnt sei. Aber es sei ohnehin nicht mit einem schnellen Ergebnis zu rechnen. Viele Faktoren müssten geprüft werden, beispielsweise ob ein natürlicher Grundwasserleiter durchbrochen worden sei oder ob auch einfach nur die Niederschlagsmengen der letzten Wochen zu der Austrocknung geführt haben. „Wir können nicht einfach aufgrund vager Verdachtsmomente eine Baustelle stilllegen“, erklärte Timmermann. Der Kreis riskiere Regressansprüche. Wahrscheinlich müsse auch ein externer Gutachter hinzugezogen werden. Fazit: Bis ein Ergebnis vorliegt, wird es wohl noch Wochen dauern.

Timmermann verwies allerdings auf seine Kollegen von der Kreiswasserbehörde, die einen Mitarbeiter nach Bad Bramstedt geschickt hatte. Eine Bestätigung dafür war von der Behörde nicht zu bekommen. Der Leiter des städtischen Bauamtes, Axel Timmermann, wusste aber immerhin, dass Vertreter des Kreises Segeberg die Leistung der Pumpen auf der Baustelle überprüft haben, mit denen der Grundwasserspiegel abgesenkt wird. „Die laufen demnach vorschriftsmäßig“, so Reinbacher.

Anwohner Müller weiß, dass das Gebiet Lebensraum von geschützten Amphibien ist, dass auch Störche dort ihre Nahrung finden. Je länger der jetzige Zustand anhält, desto größer werde der ökologische Schaden. Einem größeren Teich sei die Frischwasserzufuhr abgeschnitten worden, ein anderer wie auch diverse Gräben liegen komplett trocken. Auch die Arbeitsgemeinschaft Storchenschutz des Nabu hat sich eingeschaltet. Sprecher Holger Möckelmann wandte sich gleich an die Obere Naturschutzbehörde, die beim Umweltministerium in Kiel angesiedelt ist. „Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe ich leider keine guten Erfahrungen gemacht, sie ist mit solchen Angelegenheiten überfordert“, so Möckelmann. 

Das Grundwasser stand hier vor Baubeginn teilweise nur 70 Zentimeter unter der Oberfläche. Eine Kanalisation lässt sich so nicht verlegen, sodass eine Abpumpen für die Bauarbeiten genehmigt wurde. Müller vermutet, dass das abgepumpte Wasser aber in den falschen Graben geleitet wird, es fließt westlich der ausgetrockneten Gewässer in die Osterau. „Die Schläuche müssten wahrscheinlich nur in einen anderen Graben gelegt werden“, meint der besorgte Anwohner, „es müsste nur mal jemand tätig werden.“

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