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VHS-Zuschuss wird erhöht

Bad Bramstedt VHS-Zuschuss wird erhöht

Die Volkshochschule ist in Bad Bramstedt eine Institution. Im Kulturausschuss bat VHS-Chefin Sabine Ockert um einen höheren Zuschuss, der ihr auch bewilligt wurde. Sie hat einen 25 Stunden-Vertrag, um sechs Stunden möchte sie aufstocken. Aber die Stadt riskiert damit Ärger mit dem Rechnungsprüfungsamt.

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VHS-Geschäftsführerin Sabine Ockert in ihrem Büro. Wenn die Kollegin kommt, muss sie gehen. Für zwei ist hier kein Platz.

Quelle: Einar Behn

Bad Bramstedt. Unterstützt wird Geschäftsführerin Sabine von Birgitt Voß, die sechs Stunden in der Woche kommt. Allerdings muss Sabine Ockert dann das Büro im Kulturhaus "Alte Schule" verlassen. Für zwei ist kein Platz auf den zehn Quadratmetern. „Wir arbeiten in bescheidenen Verhältnissen, hier sieht es ein bisschen nach 50er Jahre aus“, entschuldigt sie sich. Aber das ist nicht ihr größtes Problem. Die VHS ist eine wachsende Institution, mit den 25 Stunden sei die Geschäftsführung einfach nicht zu schaffen, sagt sie.

 Dem Kulturausschuss präsentierte sie das komplette Aufgaben- und Angebotsfeld ihrer Einrichtung. In 2015 bot die als Verein organisierte VHS 162 Kurse und Seminare an. 1311 Teilnehmer wurden registriert. Hinzu kommen die regelmäßigen Ausfahrten im Sommerhalbjahr und im Winter die Foto-Reportagen im Schloss bei der Gemeinschaft der Älteren. Bild-Reportagen gibt es auch noch donnerstags im Kurhaustheater, Studienreisen und Einzelvorträge bietet die VHS ebenfalls an. Teilnehmerzahl, Unterrichtsstunden und Anzahl der Kurse sind auch im letzten Jahr wieder gestiegen. „Allein das Programm auszuarbeiten bindet immense Arbeitszeit“, sagte die VHS-Chefin. Sechs Stunden mehr in der Woche möchte sie gerne arbeiten. Es geht dabei um einen vergleichsweise geringen Betrag: 4870 Euro. Den bewilligte der Kulturausschuss mehrheitlich, auch wenn die VHS eigentlich um 6000 Euro gebeten hatte.

 Das Gremium tat sich aber auch so schon schwer, weil der Stadt das Gemeindeprüfungsamt im Nacken sitzt. Das hatte gerade erst das Rathaus inspiziert und war dabei auch auf den Zuschuss für die Volkshochschule gestoßen. 16800 Euro überweist die Stadt jährlich in vier Raten. In den Unterlagen fanden die Prüfer den Kassenbericht der VHS. Der weißt einen deutlichen Anstieg des Kassenbestandes im letzten Jahr auf, von 9900 Euro auf 14800 Euro. Eine Zuschusserhöhung ist also aus Sicht der Prüfer überhaupt nicht erforderlich. Ganz ignorieren kann die Stadt die Hinweise des Prüfungsamtes nicht. Sie muss ihren Haushalt jedes Jahr zur Genehmigung vorlegen und wenn der, wie in den letzten Jahren, hohe Defizite aufweist, kann die Kreisbehörde auch schon mal den Kreditrahmen kürzen. Schlimmer noch: Sonderzuweisungen vom Land für die finanzschwache Stadt werden gekürzt, wenn die Vorgaben der Rechnungsprüfer missachtet werden.

 Sabine Ockert hat jedoch eine Erklärung für die gestiegenen Ersparnisse. „Wir haben die eigentlich längst fällige Erneuerung unserer Computersoftware verschoben“, sagte sie der SZ. Allein die Erneuerung der Homepage schlage mit „ein paar tausend Euro zu Buche. Wir brauchen das Geld für solche Investitionen.“ Künftig werde der Überschuss auch geringer ausfallen, denn die Dozentenhonorare seien seit 1999, dem Jahr als Ockert bei der VHS die Geschäftsführung übernahm, nur einmal erhöht werden. „2017 kommen wir um eine Anhebung nicht herum“, so Ockert. Die VHS-Sprachlehrer beispielsweise bekommen zurzeit rund 15 Euro pro Unterrichtsstunde.

 Auch die eigenen Einnahmen könne die VHS nicht beliebig erhöhen. Im Vergleich zu den Volkshochschulen in der Nachbarschaft sei die Bad Bramstedter mit ihren Kursusgebühren schon jetzt im oberen Drittel angesiedelt, sagte Ockert. Ansonsten bekommt der Verein nur noch Mitgliedsbeiträge. Doch die schrumpfen. „Wir haben überwiegend ältere Mitglieder und die werden immer weniger“, hat die VHS-Chefin festgestellt.

 Mit den bewilligten 4870 Euro „können wir erst einmal leben“, sagt Sabine Ockert, aber viele Baustellen bleiben. Vor allem die Räume sind nicht ausreichend. Nicht nur das Büro ist zu klein, das einzige Unterrichtszimmer der VHS gleich nebenan ist kaum größer. Tische und Stühle entsprechen nicht mehr modernen Unterrichtsanforderungen. Zwar nutzt die VHS auch die Schulen, jedoch nur von montags bis donnerstags. Am Wochenende hat sie keinen Zutritt, dann haben die Hausmeister frei. Und auch der Jugendringraum neben dem VHS-Büro ist ebenso wie der Unterrichtsraum eingeschränkt nutzbar. Ockert: „Wenn oben an zwei Abenden das BT-Orchester probt, verstehen Sie hier unten kein Wort.“

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