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Weitere Flüchtlingsunterkunft nötig

Bad Bramstedt Weitere Flüchtlingsunterkunft nötig

Die Stadt muss sich nun doch wegen der Unterbringung von Flüchtlingen höher verschulden als geplant. Die Wankendorfer Baugenossenschaft hat es abgelehnt, am Düsternhoop ein zweites Flüchtlingshaus zu bauen. Nun will die Stadt selbst in die Bresche springen. 1,9 Millionen Euro wird der Bau kosten.

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Das Gebäude nach dem Kieler Modell wurde am Computer schon einmal in seine Umgebung in der Gorch-Fock-Straße eingepasst. Nun plant die Stadt ein baugleiches Haus am Düsternhoop.

Quelle: Wankendorfer Baugenossenschaft

Bad Bramstedt. Stadtverwaltung und Kommunalpolitik hatten gehofft, für die Flüchtlingsunterbringung nicht selbst als Bauherr auftreten zu müssen. Das schien auch zu gelingen. Zunächst baute der Bad Bramstedter Unternehmer Andreas Glesmann Flüchtlingsunterkünfte auf dem Gelände der alten Straßenmeisterei an der Kieler Straße. Die Stadt mietete die Wohnungen, die Kosten bekommt sie vom Kreis Segeberg erstattet.

 Ein weiteres Gebäude sollte am Düsternhoop entstehen, gegenüber der Jürgen-Fuhlendorf-Schule. Die Stadt kaufte dort dem Bund ein 7500 Quadratmeter großes Grundstück ab, das früher dem Bundesgrenzschutz als Exerzierplatz diente, seit langem aber nicht mehr genutzt wurde. Kosten: 180000 Euro. Die Wankendorfer Baugenossenschaft sollte, so die Hoffnung der Stadtverantwortlichen, ein Gebäude nach dem Kieler Modell errichten. Diese Häuser werden an verschiedenen Orten nach dem immer gleichen Plan gebaut. Sie sind so konzipiert, dass sich die Zimmer für die Flüchtlinge später zu seniorengerechten Wohnungen umgestalten lassen. Doch die Wankendorfer will nicht an den Düsternhoop. Stattdessen baut die Genossenschaft nun ein solches Gebäude in der Gorch-Fock-Straße in die bestehende Wohnbebauung, die ihr bereits gehört. Auch das Grundstück ist in ihrem Eigentum. Der Düsternhoop war der Baugenossenschaft zu abgelegen für eine spätere Nutzung als Seniorenwohnanlage, und sie will ihre Gebäude möglichst dicht beisammen haben.

 Nun wird die Stadt selbst bauen. Die Investition will sie über die Mieterstattungen des Kreises Segeberg wieder herein bekommen. Doch zunächst steigen die Schulden, weshalb auch ein Nachtragshaushalt für dieses Jahr nötig wird. Geplant ist ein Gebäude ebenfalls nach dem Kieler Modell. In dem zweigeschossigen Haus mit zwei Flügeln sollen 56 Flüchtlinge untergebracht werden. Das gekaufte Grundstück bietet Platz für vier solcher Häuser. Da zurzeit der Bedarf aber kaum einzuschätzen ist, soll zunächst nur eines entstehen. „Wir wollen möglichst im Sommer mit dem Bau beginnen“, sagte Udo Reinbacher, Leiter des städtischen Bauamtes. Im Frühjahr soll das Gebäude bezugsfertig sein.

 Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach betonte, dass sowohl das Haus der Wankendorfer als auch das städtische Gebäude am Düsternhoop dringend gebraucht würden, unabhängig davon, ob die Grenzen geschlossen bleiben. Die Zahl der Asylbewerber sei zurzeit zwar sogar leicht rückläufig, erklärte Kütbach, doch mit 230 registrierten Flüchtlingen in der Stadt sei der Bedarf an Wohnraum noch immer groß. „Wir nutzen 85 private Wohnungen und bezahlen dafür zum Teil sehr hohe Mieten.“ Die meisten Mietverträge ließen sich kurzfristig kündigen, sodass die Stadt dann auch wieder Geld einspare.

 1,7 Millionen Euro muss die Stadt zusätzlich als Kredit aufnehmen, die nun über einen Nachtragshaushalt abgesichert werden sollen. Das Rechnungsprüfungsamt des Kreises Segeberg hatte allerdings schon mehrfach die Verschuldungspolitik der Stadt gerügt und ihren Kreditverfügungsrahmen heruntergesetzt. Im Finanzausschuss, der als erstes über den Nachtrag abzustimmen hatte – gültig wird er erst durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung – wurden dann auch Bedenken geäußert, ob die Stadt wohl die Genehmigung dafür bekommt. Dennoch stimmten alle dem Nachtrag zu.

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