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Wohnungsbau im Fokus

Bad Bramstedt Wohnungsbau im Fokus

Während des Neujahresempfangs der Stadt im Kurhaustheater kündigte Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach am Sonntag an, die Innenstadtgestaltung fortzusetzen, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen und die Gewerbeansiedlung zu forcieren.

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Auch der Kommandant des Patrouillenbootes der Bundespolizei „Bad Bramstedt“, Helge Pingel, wurde beim Neujahrsempfang von Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt und Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach begrüßt. Rund 250 Gäste waren am Sonntag ins Kurhaustheater gekommen.

Quelle: Bernhard-Michael Domberg

Bad Bramstedt. Rund 250 Gäste wurden mit Sekt oder Orangensaft begrüßt. Kütbach und Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt nutzen den Empfang, um ehrenamtlich engagierte Bürger und zahlreiche erfolgreiche Sportler aus Bad Bramstedt auszuzeichnen.

 Die Flüchtlingszuzug bildete auch in Kütbachs Neujahrsansprache einen Schwerpunkt. Er dankte den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern in der Stadt, sowie den ebenfalls ehrenamtlichen Mitarbeitern der DRK-Kleiderkammer und der Tafel, die sich in besonderem Maße engagieren. Der Bürgermeister kündigte an, dass in Bad Bramstedt „sehr viel mehr Wohnraum entstehen wird“ und dieser werde sozial gefördert und „für alle erschwinglich sein“. „Dies wird eine der größten Herausforderungen im neuen Jahr, denn von allen Grundbedürfnissen ist das Dach über dem Kopf eines der wichtigsten.“ Kütbach will den Wohnungsbau über ganz Bad Bramstedt verteilen, um einen „Stadtteil für Flüchtlinge“ zu vermeiden. „Für jeden von uns wird es neue Nachbarn geben, die aus fernen Ländern stammen“, sagte der Rathauschef.

 In der Stadtentwicklung sollen im nächsten Jahr zunächst die Baugebiete südlich der Bimöhler Straße und im Wohnpark Bissenmoor weiter vorangetrieben werden. Auch mit dem Ausbau des Gewerbegebietes Nord wird sich die Kommunalpolitik schon bald befassen. Kütbach hofft zudem, dass die Erschließung des Gewerbegebietes Süd am Lohstücker Weg in diesem Jahr in Angriff genommen werden kann. Unklar sei noch, was aus dem kleinen Gewerbegebiet am Achtern Dieck wird. Dort wird überraschend bereits Ende Januar der Fleischzerlegebetrieb Thomsen geschlossen, der im April 2015 gemeinsam mit dem Thomsen-Schlachthof in Kellinghusen von dem Fleischkonzern Tönnies geschluckt worden war. 31 Arbeitsplätze sind hiervon betroffen. „Dass eine Verlagerung in den Hauptstandort Kellinghusen erfolgen würde, war uns seit langem klar und macht betrieblich sehr viel Sinn“, sagte Kütbach. Tönnies hatte allerdings bei der Übernahme noch angekündigt, in den Standort Bad Bramstedt investieren zu wollen. Die Schließung wurde erst Ende letzter Woche bekannt gegeben.

 Die Umgestaltung der Innenstadt soll 2016 ebenfalls ein Thema sein. Nach Fertigstellung des Bleeck stehen nun Maienbeeck und Kirchenbleeck auf der Agenda. Strittig ist hier besonders die Anordnung der Parkplätze. Die Geschäftsinhaber sind dagegen, dass Stellflächen zugunsten eines breiteren Bürgersteiges wegfallen. Kütbach versprach, die Umgestaltung gemeinsam mit dem Handel zu planen. „Nur mit dem Bürger- und Verkehrsverein kommen wir zu nachhaltigen Ergebnissen.“ „Angeborene Ängstlichkeiten vor Veränderungen“ müssten mit „Herz und Verstand“ überwunden werden, sagte Kütbach.

 Ein weiteres wichtiges Anliegen des Bürgermeisters ist die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Mit ihm wird festgelegt, in welchem Ausmaß und wo Bad Bramstedt weiter wachsen soll. Der bestehende F-Plan ist mittlerweile 20 Jahre alt. „Die Umgehungsstraße“, so Kütbach, „war damals noch Science Fiction.“ Dass Bad Bramstedt weiter wachsen wird, ist für den Bürgermeister angesichts der „demografischen Entwicklungen“ unausweichlich.

 Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt appellierte in ihrer Begrüßungsansprache an die Gäste des Empfangs, die Flüchtlinge auch weiter mit „Offenheit und Offenherzigkeit zu empfangen. Das ist ein Gebot der Nächstenliebe.“ Auch sie bedankte sich bei den Helfern. „Allerdings hat ehrenamtliches Engagement auch seine Grenzen“, mahnte sie. Und die Kommunalpolitik dürfe nicht den Fehler machen, durch die neuen Herausforderungen die bisherigen sozialen Aufgaben, vor allem das Engagement für Kinder und Familien, zu vernachlässigen.

 Beim Neujahrsempfang werden traditionell Bad Bramstedter Bürger mit der Verleihung von Ehrennadeln oder Ehrentellern ausgezeichnet. Die bedeutendere Nadel gab es diesmal nicht, dafür aber achtmal den Ehrenteller. Sie sind die Geehrten, von denen allerdings nicht alle erschienen waren:

 Christina Reiffert engagiert sich seit vielen Jahren für die bundesweite Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. In der Adventszeit richtet sie dafür Sammelstellen ein, an denen die Geschenkekartons für Kinder in armen Regionen der Erde abgegeben werden können. Auch persönlich habe sie an der Verteilung der Kartons im Ausland mitgewirkt, hoben Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach und Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt hervor.

 Ingrid Schuldt ist seit 17 Jahren ehrenamtlich als Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin für den Deutschen Kinderschutzbund Bad Bramstedt tätig. Sie hat die rasante Entwicklung vom pädagogischen Mittagstisch an der Hauptschule in den 90er Jahren bis zu den Ganztangsangeboten an allen Bad Bramstedter Schulen sowie den zweifachen Umzug der Kindertagesstätte „Wühlmäuse“ maßgeblich mitgestaltet.

 Stefan Bronhöft, Matthias Carl, Jürgen Friedrichs, Reimer Fülscher, Maike Schnoor und Ansgar Schroedter bekamen den Ehrenteller für zwölf Jahre Tätigkeit in verschiedenen Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung.

 Mit Blumenstrauß und Buchgutschein würdigten Kütbach und Mißfeldt die ehrenamtlichen Verdienste im Sport: Heike Lawin und Margit Vogt sind seit 1994 ununterbrochen als zertifizierte Übungsleiterinnen für das Kinderschwimmen im Sportverein für Gesundheit und Rehabilitation (SGR) engagiert. Andrea Fülscher ist seit 1993 ununterbrochen als zertifizierte Übungsleiterin für mehrere Herzsportgruppen im SGR tätig. Michel Gerkens ist Breitensportverantwortlicher im Karate-Dojo Bushido Bad Bramstedt und damit unter anderem verantwortlich für die Aktion „Bewegung gegen Krebs“.

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