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Sternsinger sind unterwegs

Bad Bramstedt und Kaltenkirchen Sternsinger sind unterwegs

„Die Sternsinger kommen!“, heißt es am 3. Januar in der Katholischen Pfarrgemeinde Jesus Guter Hirt. Die Mädchen und Jungen in den Gewändern der Heiligen Drei Könige bringen den Segen zu den Menschen in Bad Bramstedt, Kaltenkirchen und den umliegenden Dörfern und sammeln für Kinder in Not.

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Als Sternsinger werden Leonie (von links), Jonathan, Alexandra, Veronika, Julia, und Sarah am Sonntag ausziehen. Sie gehören zu den insgesamt 19 Kindern, die sich in Bad Bramstedt und Kaltenkirchen am Sternsingen beteiligen.

Quelle: Bernhard-Michael Domberg

Bad Bramstedt. Das diesjährige Dreikönigssingen, es ist die 58. Aktion seit 1959, steht unter dem Leitwort „Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere in Bolivien und weltweit!“ Im Fokus steht das Projekt Palliri im bolivianischen El Alto, das in einem Kindergarten, zwei Hilfszentren und einer Fußballschule mehr als 400 Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien unterstützt. Die Aktion wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den gesammelten Spenden mehr als 2200 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden. Die UNESCO hat das Sternsingen im vergangenen Jahr sogar zum immateriellen Kulturerbe erhoben.

 Oftmals werden die Schriftzüge „20*C+M+B+16“ an den Häusern mit den Initialen der heiligen drei Könige verbunden, was jedoch nicht zutrifft. Grund dafür ist, dass die Namen der drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar, die gleichen Anfangsbuchstaben haben wie die Bitte „Christus mansionem benedicat.“ Einen Zusammenhang mit den Heiligen Drei Königen gibt es aber doch. Im 12. Jahrhundert holte Rainald von Dassel, Kanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, die Reliquien der drei Weisen aus dem Morgenland von Mailand nach Köln. Aus der Verehrung der Heiligen Könige entstanden die Mysterienspiele, die sich im 16. Jahrhundert zum Sternsingen entwickelten. Lateinschüler mussten damals ihr Schul- und Kostgeld als Almosen einsammeln. Dazu zogen sie durch die Straßen und sangen vor den Häusern. Wer sich belästigt fühlte, konnte sich durch eine einmalige Zahlung an Neujahr oder Dreikönige loskaufen. Diesen Brauch griff das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ 1959 auf.

 Allerdings stand fortan die Hilfe für Notleidende im Vordergrund. An der ersten Aktion 1959 beteiligten sich Sternsinger aus 100 Pfarrgemeinden und sammelten 90000 DM. Aus den bescheidenen Anfängen ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder gewachsen, an der sich etwa 330000 Kinder und Jugendliche beteiligen. Projekte und Hilfsprogramme für Kinder weltweit wurden schon unterstützt.

 Die Kinder der Gemeinde „Jesus Guter Hirt“ ersingen sich als Sternsinger Anfang jeden Jahres zwischen 1500 und 2500 Euro. Pfarrer Berthold Bonekamp-Kerkhoff, der zum Jahreswechsel aus dem Amt scheidet, sagt: „Ich hoffe, dass sich auch in diesem Jahr zahlreiche Menschen an der guten Sache beteiligen werden. Die Sternsinger wollen den Menschen den Segen bringen, es soll nicht zur Show ausarten.“ Schließlich sei die Aktion kein Karneval, auch wenn die Kinder sich verkleiden.

 In Kaltenkirchen wird morgen um 11 Uhr eine elfköpfige Gruppe starten; in Bad Bramstedt um 11.30 Uhr eine achtköpfige aufbrechen. Die Sternsinger kommen nur zu Familien, die es ausdrücklich wünschen, dabei spielt die Konfession keine Rolle. (Anmeldung unter Tel. 04192/2262, eventuell Anrufbeantworter, im Pfarrbüro oder per E-Mail an a.schaefer@jesus-guter-hirt.de). Begleitet werden die kleinen Sänger von einem Erwachsenen.

 Am Dienstag, 5. Januar, werden die Sternsinger um 11 Uhr Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause im Rathaus besuchen. Am Sonntag, 10. Januar, kommen sie gegen 12 Uhr zum Jahresempfang der Stadt Bad Bramstedt ins Kurhaustheater.

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Ein Artikel von
Bernhard M. Domberg

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Foto: Karola Kröll legt letzte Hand an für den Auftritt der Sternsinger Merle (9), Norwin (7), Daisy (11) und Vanessa (13, von links) aus der Liebfrauengemeinde.

Sie wollen Segen bringen und Segen sein: für die notleidenden Kinder in Bolivien, aber auch für Menschen in Seniorenheimen, Hospizen, Kirchengemeinden und Privathäusern. Bei der Probe im Gemeindehaus von St. Bonifatius in Kronshagen bereiteten sich 50 Kinder am Montag auf ihren Einsatz als Sternsinger vor.

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