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Anlieger zahlen deutlich mehr

Bad Segeberg Anlieger zahlen deutlich mehr

Der Ausbau der Lornsenstraße und der angrenzenden Straße Am Wiesengrund wird deutlich teurer – und neben der Stadt Bad Segeberg selbst sollen nun auch die Hauseigentümer der Siedlung für die Mehrkosten aufkommen. Die Anliegerbeiträge steigen demnach um bis zu 21 Prozent.

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Der Neubau der Lornsenstraße und Am Wiesengrund wird für die Anwohner noch teurer als befürchtet. Wegen des instabilen Untergrunds werden 240000 Euro Mehrkosten fällig.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Der Untergrund der maroden Lornsenstraße hat sich laut Bauamtsmitarbeiter Robin-Arne Otten als nicht tragfähig erwiesen. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Versuche gemacht, mit welchen Mitteln sich die kaputte Fahrbahn doch noch neu aufbauen lässt. Diverse Tests hatten zuvor ergeben, dass ein herkömmlicher Straßenbau wegen des lehmigen Untergrundes nicht möglich ist. Jetzt wird mit einem Spezialvlies und einer extra dicken Schotterschicht gearbeitet. „Die Mehrkosten betragen für beide Straßen rund 240000 Euro“, teilt stellvertretender Bürgermeister Thomas Vorbeck mit. „Da die Straße in vier Bauabschnitten hergestellt werden, wird bei jedem Bauabschnitt separat geprüft, ob der höherwertige Straßenaufbau erforderlich ist.“

 Bisher war man davon ausgegangen, dass der Neubau von Fahrbahnen und Fußwegen rund 1,7 Millionen Euro verschlingen wird. Für 650000 Euro kommt der Zweckverband Mittelzentrum auf; die Anwohner der Lornsenstraße sollten knapp 720000 Euro übernehmen, die Bewohner des Wiesengrunds 240000 Euro. Doch das ist nun Makulatur. Das geht aus Unterlagen für den Haupt- und Finanzausschuss hervor.

 Der städtische Anteil an den Baukosten steigt nach Berechnungen aus dem Rathaus von rund 145000 auf etwa 170000 Euro. Doch während Otten noch vor wenigen Tagen optimistisch war, wenigstens den Anwohnern die Mehrkosten von der Hand halten zu können, geht die Stadt nun von einer deutlichen Erhöhung der Anliegerbeiträge aus. Demnach müssen Anwohner der Lornsenstraße pro Quadratmeter Grundstücksfläche statt 20,60 nun 24,88 Euro (plus 21 Prozent) bezahlen, die Nachbarn aus der Straße Am Wiesengrund statt 16,66 nun 18,11 Euro (plus 8 Prozent).

 Otten bedauert, dass die Stadt die Mehrkosten nicht übernehmen darf. „Wir haben das geprüft, aber wir werden darauf festgenagelt, dass wir die Kosten umlegen“, schildert er. „Wir haben eine Straßenausbaubeitragssatzung – und die ist im Landesrecht verankert. Die Stadt hat förmlich keine andere Chance.“ Sollte die Stadtvertretung beschließen, dass die Kommune die Mehrkosten doch allein trägt, müssten die Stadtvertreter damit rechnen, vom Land persönlich für den finanziellen Schaden haftbar gemacht zu werden. Otten: „Das macht natürlich keiner.“

 Auch eine sofortige Einstellung der seit Juli laufenden Bauarbeiten wurde bei der Stadt diskutiert. Hierbei müsste allerdings die Oberfläche der Straße zumindest provisorisch wieder hergestellt werden. Dadurch würden rund 550000 Euro auf die Kommune zukommen. „Dies sind nur grob geschätzte Kosten, die nicht beitragsfähig und daher zu 100 Prozent von der Stadt Bad Segeberg getragen werden müssen“, erklärt Vorbeck. „Es kann dabei noch zu Abweichungen kommen, es sollte aber in der richtigen Größenordnung sein.“ Enthalten seien die Ingenieurs-, Gutachter- und bisherigen Baukosten sowie die Wiederherstellung der Straße.

 Diese Variante kommt für das Rathausteam allerdings nicht in Frage, wie Vorbeck erläutert. „Damit ist das Problem aber nicht gelöst, sondern nur verschoben, da die Straßen immer noch marode sind und in absehbarer Zeit trotzdem saniert werden müssen.“ Ein weiterer Baustillstand wie seit Wochen wurde ebenfalls zu erheblichen Mehrkosten führen. Daher habe Bürgermeister Dieter Schönfeld vor wenigen Tagen einer überplanmäßigen Ausgabe von knapp 240000 Euro bereits zugestimmt. Die Stadt muss das Geld erst einmal vorstrecken, bevor sie es sich von den Anwohnern wiederholt. Im Finanzausschuss, der am Donnerstag, 3. November, ab 18.30 Uhr im Bürgersaal des Rathauses tagt, soll Schönfelds Eilentscheidung nun diskutiert und gegebenenfalls abgesegnet werden.

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