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Aufregung um Neubaugebiet

Bad Segeberg Aufregung um Neubaugebiet

Anwohner des Holunderwegs in Bad Segeberg fürchten durch ein geplantes Wohnbauprojekt am benachbarten Nelkenweg eine Blechlawine, die an ihren Grundstücken vorbeirollt. Aus diesem Grund haben sie im Rathaus ein Protestschreiben abgegeben. Fast alle Anlieger haben unterschrieben.

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Die Holunderweg-Anwohnerinnen Wiebke Schröder (Mitte) und Moira Brüx mit ihren Kindern Hennes und Lilith überreichten ein Protestschreiben gegen das Bauprojekt Nelkenweg an Bürgervorsteherin Ingrid Altner und Bürgermeister Dieter Schönfeld.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Die Firma IRM Consulting plant auf einer Brachfläche westlich des Nelkenwegs ein Bauprojekt mit bis zu 120 Wohnungen. In der jüngsten Stadtvertretersitzung war der Bebauungsplan für das Gelände schon mal vom Grundsatz her angeschoben worden, aber in den Fraktionen herrschte Einigkeit, dass das Vorhaben dringend abgespeckt werden muss. Höhe und Form des Baukörpers mit einer gewaltigen Front stießen auf Kritik. Die Stadtverwaltung teilte den Planern schon mal vorsorglich mit, dass sie mit diesen Dimensionen nicht durchkommen.

 Mindestens so groß wie der Neubau sind aber die Sorgen der Anwohner. Denn auch denn IRM Consulting die Pläne nun auf 100 Wohnungen reduziert hat, bleiben täglich Hunderte von zusätzlichen Autos, die durch das Wohngebiet fahren werden. Schon jetzt sei das Wohnen dort nicht mehr so schön wie früher, sagt Moira Brüx. Inzwischen sei der Holunderweg nämlich Zubringer zum Schlehenweg und der Graf-Gerhard-Straße geworden. Durch die Erweiterung des Berufsbildungszentrum fahren zudem wochentags jede Menge Berufsschüler dort entlang. „Viele der jungen Leute halten sich nicht an die Verkehrsregeln“, klagt die Mutter zweier kleiner Kinder. „Das ist manchmal lebensgefährlich. Und das ist für die kleinen Kinder der Schulweg.“ Es wohnen viele Grundschüler im Holunderweg.

 Eine Bebauung der Freifläche am Nelkenweg mit Einfamilien- oder Doppelhäusern wäre für die Familien in Ordnung. Doch Mehrfamilienhäuser mit in der Folge bis zu 150 oder gar 180 Autos treiben ihnen den Angstschweiß auf die Stirn. Zumal niemand weiß, auf welchem Weg die späteren Bewohner fahren werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten – eine ist der Holunderweg. „Das Grundstück liegt mittig, und es gibt keine konkrete Zuwegung“, kritisiert Anwohnerin Wiebke Schröder. 46 der 48 Nachbarn haben den Protestbrief unterschrieben. Die beiden restlichen haben darauf verzichtet, weil sie bald wegziehen.

 Mit ihrem Protest sind die Anwohner zumindest schon mal rechtzeitig dran. Oft wird nämlich erst geklagt, wenn die endgültigen Beschlüsse schon gefasst sind oder unmittelbar bevorstehen. In diesem Fall ist das Verfahren noch in einem frühen Stadium, wie Bürgermeister Dieter Schönfeld betont. Derzeit lasse die Stadt auf Kosten des Investors ein Verkehrsgutachten erstellen. Darin soll es um die spätere Zufahrt zu der Wohnbaufläche gehen. „Aber es entwickeln sich auch durch die Navigationssysteme manchmal Verkehrsströme, die so nie gewollt waren“, gibt Schönfeld zu bedenken. „Aber die öffentlich gewidmeten Straßen darf nun mal jedermann nutzen.“

 Der Verwaltungschef versprach den Anwohnern, ihre Sorgen im Blick zu behalten. Die Entscheidungen werden aber von der Kommunalpolitik gefällt. Bis dahin werden aber noch mehrere Monate ins Land gehen. Ein erster Erfolg ist, dass der in „L“-Form geplante Gebäuderiegel in einem aktuellen Modell an mehreren Stellen unterbrochen ist und durch die Absenkung der Tiefgarage nur noch eine Höhe von maximal 12,50 Metern erreicht. Wirklich beruhigen kann die Anwohner des Holunderwegs das nicht.

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