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Säugling aus überhitztem Auto gerettet

Bad Segeberg Säugling aus überhitztem Auto gerettet

Die Polizei hat am Freitag in Bad Segeberg ein Baby aus einem Auto befreit, das in der prallen Sonne stand. Jämmerliche Schreie waren aus einem dunklen Skoda gedrungen, der auf dem Parkplatz Gieschenhagen stand. Passanten wurden hellhörig, guckten nach – und wählten sofort den Notruf.

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Gerade rechtzeitig konnten die Beamten den Säugling aus dem parkenden Auto retten.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Bad Segeberg. In dem vollkommen überhitzten Fahrzeug saß ein vier Monate alter Säugling und brüllte. Die Mutter hatte das Kind allein zurückgelassen – bei geschlossenen Fenstern.

Der Vorfall ereignete sich am Freitag in der größten Mittagshitze kurz nach zwölf Uhr. „Die Polizisten vom Revier Segeberg waren nach nur einer Minute dort und schlugen umgehend die Scheiben ein, um das Kind herauszuholen“, schilderte Polizeisprecherin Sandra Mohr. Das Baby habe zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr geschrien, sondern schien weggetreten zu sein. „Es konnte noch rechtzeitig gerettet werden.“ Die Situation sei allerdings lebensbedrohlich gewesen.

Die Suche nach der Mutter verlief zunächst erfolglos. In den angrenzenden Lebensmittelmärkten wurden Lautsprecherdurchsagen gemacht, aber die Frau meldete sich nicht. Das Kind wurde unterdessen im Rettungswagen medizinisch erstversorgt, bevor es in ärztliche Behandlung kam. Ein Passant war schon zuvor in den Edeka-Markt geeilt, um Wasser für das Kind zu holen. Nach längerer Wartezeit tauchte dann die 31 Jahre alte Mutter samt Begleiter auf. Sie hatte Besorgungen in der Innenstadt erledigt. Es stellte sich laut Polizei heraus, dass das Mädchen rund 50 Minuten in dem Auto allein gewesen war. „Es geht dem Baby inzwischen wieder gut, und es ist bei seiner Mutter“, so die Sprecherin. Die Polizei habe allerdings das Jugendamt des Kreises Segeberg eingeschaltet.

Die Kriminalpolizei hat gegen die Mutter und ihren Begleiter Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. „Ob weitere Straftatbestände in Betracht kommen, bleibt zu prüfen“, sagte Sandra Mohr.

Die Freiwillige Feuerwehr, die alarmiert war und in dem Moment eintraf, als die Polizei das Autofenster einschlug, nutzt den Fall zu einem präventiven Ratschlag. Wehrführer Mark Zielinski: „ Bei sommerlichen Temperaturen können innerhalb von nur 15 Minuten Temperaturen im Inneren des Fahrzeugs entstehen, die tödlich sein können.“ Schnell würden in einem Auto über 60 Grad Celsius erreicht. „Dabei erhitzen sich dunkle Fahrzeuge wesentlich schneller. Auch für Tiere kann der Hitzekäfig Auto zur tödlichen Falle werden.“ Immer wieder werden Feuerwehren gerufen, um in so einer gefährlichen Lage Hilfe zu leisten.

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Baby im heißen Auto
Foto: Mindestens 50 Minuten lang war das kleine Mädchen in diesem Auto der Hitze ausgesetzt.

Der Fall einer 31-Jährigen, die ihre vier Monate alte Tochter fast eine Stunde lang allein im überhitzten Auto zurückgelassen hatte, sorgte bundesweit für Bestürzung und Empörung. Nun richtet sich der Blick auf die bislang unbekannte „Begleitperson“, mit der die Frau am Freitag in der Stadt unterwegs war.

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