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Das Bergschlösschen verschwindet

Bad Segeberg Das Bergschlösschen verschwindet

Ein (vermutlich) letztes Mal sorgte das Bergschlösschen für eine heftige Debatte in der Stadtvertretung. Die Freie Wählergemeinschaft BBS wollte das zum Abriss vorgesehene Ausflugslokal auf halber Höhe des Kalkbergs retten, doch am Ende setzten sich die Abriss-Befürworter durch – allerdings knapper, als so mancher gedacht hatte.

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Das Bergschlösschen auf dem Kalkberg wird im zweiten Halbjahr 2015 abgerissen. Diesen Beschluss fasste die Stadtvertretung mit 17 zu 11 Stimmen.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Das Lokal ist seit Jahren geschlossen, weil eine ganze Reihe von Pächtern es nicht geschafft hat, in der versteckten Lage oberhalb einer steilen Asphaltrampe rentabel zu arbeiten. Schon im Sommer ist das Geschäft mäßig, aber außerhalb der Karl-May-Saison war es dort schon Fuchs und Hase zu einsam, um sich „Gute Nacht“ zu sagen.

 Die Stadt Bad Segeberg als Eigentümer hat inzwischen die Heizung ausgebaut und seit über einem Jahr nichts mehr an dem Gebäude gemacht. Investor Carsten Lange hatte versucht, ein Konzept für das Haus zu entwickeln, zog sein Interesse dann aber zurück. Wohnbebauung scheidet wegen der Nähe zum Freilichttheater aus, Gewerbe lohnt sich nicht.

 Bauausschuss-Vorsitzender Wolfgang Tödt unternahm den Versuch, den von der Stadtvertretung längst beschlossenen Abriss doch noch zu verhindern. „In den letzten Jahren wurde von der Stadt viel Geld in das Gebäude gesteckt“, sagte er. „Das ist so, als hobelt und schleift man ein Stück Holz, bevor man es in den Ofen schiebt. Es wäre ein Verlust für die Stadt.“ Tödt regte im Namen seiner Fraktion an, die Stadt solle mit ortsansässigen Trägern von Kultur- und Jugendarbeit sprechen und das Gebäude anbieten oder eine sinnvolle Eigennutzung entwickeln – zum Beispiel als Außenstelle des Heimatmuseums im Alt-Segeberger Bürgerhaus. Dessen Leiter Nils Hinrichsen sei bereit, sich konzeptionell etwas für das Bergschlösschen zu überlegen. Auch ein Kiosk und ein öffentliches WC seien denkbar.

 Die Wortmeldungen flogen hin und her. Tödt verglich den geplanten Abriss mit denen des alten Kurhauses und der Firma Kleinol. Niemand dürfe denken, dass über solche Entscheidungen nicht noch nach Jahrzehnten diskutiert werde. Die SPD und ein Teil des CDU beharrte auf dem Abriss, da die Gebäudesubstanz nichts mehr hergebe und jede Nutzung zigfach durchdacht und abgelehnt worden sei.

 Hermann E. Westphal (FDP) beantragte namentliche Abstimmung, bei der das Verhalten jedes Stadtvertreters im Protokoll notiert wird. Der BBS-Antrag scheiterte mit 12 zu 16 Stimmen. Der Abriss ging seltsamerweise mit 17 zu 11 über die Bühne. Ein Stadtvertreter muss sich vertan haben.

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