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Beschwerde wegen Abholzung

Bad Segeberg Beschwerde wegen Abholzung

Auf einem dicht bewachsenen Gelände an der Stauffenbergstraße fällt der städtische Bauhof in diesen Tagen etliche Bäume. Einer der Anwohner ist entsetzt – und hat neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) auch Greenpeace eingeschaltet. Die Stadt rechtfertigt die Abholzung.

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Dutzende von Bäumen wurden neben der Straßenmeisterei abgesägt.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Der Schnee hat sich mit Sägespänen vermischt. Das Kreischen der Motorsägen ist in der winterlichen Stille weithin zu hören. Seit vergangener Woche arbeitet der Bauhof auf dem Grundstück zwischen der Straßenmeisterei und der Stauffenbergstraße – und damit direkt neben dem Haus von Peter Schikora. „Diese Aktion scheint mir widersinnig und aus Naturschutzgründen äußerst zweifelhaft. Hier wird ohne Not ein Rückzugsraum für viele Vogelarten und Kleintiere zerstört“, empört sich der Diplom-Ingenieur. „Darüber hinaus wird der natürliche Schall- und Sichtschutz meines Grundstückes erheblich beeinflusst. Diese steuergeldverschwenderische Maßnahme sollte umgehend gestoppt werden.“

 Vor allem aus ökologischen Gründen ist Schikora sauer. „Da waren jede Menge Vögel: Rotkehlchen, Braunkehlchen, Meisen sowieso und jede Menge Spatzen. Außerdem einige Bodenbrüter. Das ist jetzt alles futsch.“ Die Stadt habe hier sehr „unsensibel gehandelt“.

 Im städtischen Bauamt kennt man die Vorwürfe des Anwohners. So richtig nachvollziehen kann Bauamtsleiterin Antje Langethal den Ärger jedoch nicht. „Wir sind von anderen Anwohnern wiederholt und dringlich gebeten worden, uns um die Fläche zu kümmern.“

 Der Hintergrund sei im übrigen keine willkürliche Abholzung, sondern eine sehr konkrete Sorge der Rathaus-Mitarbeiter, dass das Gelände weiter zuwächst und eines Tages als Wald eingestuft wird. „Die Fläche grenzt ja direkt an Privatgrundstücke“, erläutert Antje Langethal. Gesetzlich sei zwischen der nächsten Bebauung und einem Waldrand allein schon aus Gründen des Brandschutzes ein Mindestabstand von 30 Metern vorgeschrieben. „Das könnten wir dort niemals einhalten.“

 Das Areal ist eine ökologische Ausgleichsfläche. Sie war einst für Bauvorhaben, die an anderer Stelle stattfinden, eingerichtet worden. „Wir haben da viele Gehölze, die sich spontan entwickelt haben“, berichtet die Bauamtschefin. „Die werden jetzt in zeitlich großen Abständen runtergenommen. Wir werden das Gelände jetzt auch wieder sich selbst überlassen.“

 Vor allem Weiden hatten sich dort angesiedelt; sie wurden jetzt weitgehend entfernt, zumal sie sich auf so engem Raum auch nicht hätten entwickeln können. Einige der Bäume hätten zudem umstürzen können. „Wenn sie dann so dicht an Grundstücken stehen, ist das ein Problem.“ Vereinzelte Eichen und Buchen gebe es auch. Sie bleiben erhalten.

 Peter Schikora tröstet das nicht. Er hält die Entscheidung, die Bäume abzusägen, für einen „riesengroßen Fehler“. Dass sich seine Nachbarn an die Stadtverwaltung gewendet haben, kann er sich nicht so recht vorstellen. „Die meisten fanden das Grundstück so in Ordnung, wie es war“, sagt er. „Da ist höchstens einer, der das anders sieht.“ Schikora will sich nun noch einmal in der Straße umhören. Der Lärm der Kettensägen wird ihn dabei nicht mehr lange stören. Der Bauhof ist inzwischen fast fertig.

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