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Dem Mascara-Geheimnis auf der Spur

Bad Segeberg Dem Mascara-Geheimnis auf der Spur

Josefine Plumhoff, Nele Rose und Lucy Pirk vom Städtischen Gymnasium haben beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ der „Jugend forscht“-Sparte für jüngere Teilnehmer den 2. Platz belegt. Mit ihrem Projekt „Alles über Mascara“ überzeugten sie die Jury bei der Regionalrunde in Elmshorn im Bereich Chemie.

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Nele Rose (von links), Josefine Plumhoff und Lucy Pirk haben beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ der „Jugend forscht“-Sparte für jüngere Teilnehmer den zweiten Platz belegt.

Quelle: Matthias Ralf

Bad Segeberg. Mädchen sind an Shopping, Schminken und vielleicht noch schicken Schuhen interessiert. Mit Naturwissenschaften haben sie nichts am Hut. Dass dies ein nicht haltbares und stereotypisches Vorurteil ist, bewiesen die drei Schülerinnen des Städtischen Gymnasiums – obwohl das Thema „Schminken“ tatsächlich von größter Bedeutung für ihren Erfolg ist.

 „Das ist ein tolles Ergebnis“, freut sich Chemie-Lehrerin Anna Taeger über das Abschneiden ihrer Schützlinge. „Die drei haben sehr viel Engagement gezeigt.“ Das Projekt der Gymnasiastinnen ist im Rahmen des AG-Angebotes „Schullabor“ entstanden. „Diese Arbeitsgemeinschaft gibt es seit dem letzten Schuljahr“, erklärt Taeger. „Seit September haben die Schülerinnen an dem Projekt gearbeitet.“ Jeweils eine Stunde wöchentlich investierten Josefine, Nele und Lucy. In den letzten Wochen vor Abgabe kamen noch ein paar Stunden dazu. „Über unser Drehtürmodell konnten die drei in einigen Stunden vom regulären Unterricht befreit werden, um weiter am Projekt zu tüfteln“, erläuterte die Pädagogin, die gemeinsam mit ihren Fachkollegen die AG leitet.

 „Das hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Nele Rose (13) aus Garbek. „Es war sehr interessant, an diesem Thema zu arbeiten“, fügt die gleichaltrige Lucy Pirk, ebenfalls aus Garbek, hinzu. „Wir gehen im Frühling auf neue Themensuche“, kündigt Josefine Plumhoff an und betont, dass sie die Lust an der Chemie noch lange nicht verloren haben. Die 12-jährige Seedorferin und ihre Mitschülerinnen haben sprichwörtlich Feuer gefangen. „Wir wollten einfach herausfinden, was man benötigt, um einen Mascara selbst zu machen.“ Die Antwort war relativ schnell gefunden: Vaseline und Holzkohlepulver als Färbemittel.

 Diese recht simplen Inhaltsstoffe haben allerdings einen großen Nachteil gegenüber handelsüblichen Kosmetikprodukten. „Unser Mascara war viel zu klumpig“, gestehen die drei Chemieliebhaberinnen. Doch ihre Erkenntnisse konnten sehr gut verwertet und beschrieben werden. So richtig Lust, den eigenen Mascara auszuprobieren, hatten Nele, Lucy und Josefine dann nicht mehr. Dafür spielten sie beim Mascara-Entferner gerne Versuchskaninchen. Wie lässt sich ein gekaufter Mascara mit einfachen Mitteln von den Wimpern entfernen? Eine selbst hergestellte Creme erwies sich als sehr gut geeignet, um die Farbe wieder abzubekommen. Wasser, Öl und Emulgator mischten die Schülerinnen zusammen und erhielten eine gut funktionierende Creme.

 Heraus kam ein Produkt, das es mit den handelsüblichen Entfernern mehr als aufnehmen konnte. „Wir haben ein Versuchsprotokoll erstellt“, erläutert Josefine. Dabei wurde die Löslichkeit von Mascara durch Zwei-Phasen-Make-up-Entferner getestet und in vorzeigbarer Form dargestellt. „Wir haben die Löslichkeit in Benzin, Brennspiritus und Wasser untersucht, indem wir Mascara auf Glas geschmiert und dann die verschiedenen Flüssigkeiten darüber gegossen haben“, schreiben die drei: „Wir haben festgestellt, dass die wasserlösliche Mascara hydrohil ist. Sowohl die selbstgemachte als auch die wasserfeste Mascara sind hydrophob. Daraufhin haben wir uns gefragt, ob gewisse Inhaltsstoffe überflüssig sind, da wasserfeste Entferner zwei Phasen haben. Deshalb haben wir die Inhaltsstoffe mit Experimenten untersucht.“ Die Versuche wurden an Wolle durchgeführt, die menschliche Wimpern ersetzte, da es fatale Folgen hätte haben können, wenn der Brennspiritus oder das Benzin ins Auge gekommen wären.

 Die genaue Arbeit und Präsentation überzeugte die Jury offenbar sehr. Das herausgearbeitete Fazit wird seinen Teil dazu beigetragen haben, dass am Ende der zweite Platz herauskam. „Bei unseren Versuchen haben wir herausgefunden, dass Mascara-Entferner meist durch Mittel, die im Haushalt zu finden sind, ersetzt werden kann“, erklären die drei. „Wasserlösliche Mascara kann mit Wasser entfernt werden, wasserfeste mit Öl. Man kann sie alternativ auch mit Creme entfernen. Außerdem haben wir herausgefunden, dass man Mascara günstig selber machen kann. Diese hat zwar nicht so eine gute Qualität, jedoch erfüllt sie ihren Zweck.“

 Schulleiter Frank-Ulrich Bähr ist ebenfalls begeistert: „Ich freue mich sehr über den Erfolg unserer Jungforscherinnen.“ Sein Dank gelte auch Anna Taeger, die durch ihre AG-Angebote viele interessierte Schüler erreiche und offenbar auch zu tollen Leistungen ermutige.

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