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Deshalb schließt das Hallenbad im Sommer

Theodor-Storm-Straße Deshalb schließt das Hallenbad im Sommer

Während der Ferienwochen schließt die Schwimmhalle an der Theodor-Storm-Straße in Bad Segeberg ihre Pforten. Da sie ansonsten für das Schulschwimmen zur Verfügung stehen muss, passt die notwendige Pause für Instandhaltung und Reparaturen nur im Sommer, auch wenn das nicht jedem gefällt.

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Maurer- und Fliesenlegermeister Michi Claußen von der Hamburger Firma Bekor repariert die Überlaufrinne des Planschbeckens.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Immer wieder kommt es vor, dass Badegäste in den Sommerferien vor dem Hallenbad stehen und ins kühle Nass springen wollen – und dann müssen sie feststellen, dass geschlossen ist. Nicht immer geht das ohne Ärger ab, wie Badleiterin Anne Günther zu berichten weiß. Sie bittet die Gäste dann kurzerhand herein. „Kommen Sie mit – ich zeige Ihnen das mal!“ Die Reaktion sei hinterher jedes Mal dieselbe: „Denen fällt dann die Kinnlade runter.“

 Normalerweise weichen viele Wasserfreunde auf das Strandbad Ihlsee oder den Großen Segeberger See aus – aber so wechselhaft, wie das Wetter in diesem Jahr war, hätte so mancher gern die Schwimmhalle genutzt. Doch das geht nun einmal nicht.

 „Wir müssen manche Sachen reparieren, bei denen wir kein Wasser im Becken und in den Rohrleitungen haben dürfen“, erklärt Anne Günther. Das Tückische: Hinterher sieht man nicht auf den ersten Blick, was verbessert oder in Ordnung gebracht worden ist. Dann muss sich das Team schon einmal die ketzerische Frage anhören, was es denn bitteschön in den sechs Wochen gemacht habe.

Bodenabläufe wurden erneuert

 In diesem Jahr wurden beispielsweise etliche Bodenabläufe in den Umkleidekabinen und den Duschen erneuert. Zu diesem Zweck musste der Fußboden großflächig aufgestemmt werden – die neu verlegten Fliesen erkennt man an der leicht abweichenden Farbe. „Die ,Glocken’ darin haben nicht mehr funktioniert“, sagt Anne Günther. Hinter diesen Fachbegriff verbirgt sich etwas Ähnliches wie ein Geruchsverschluss in einem normalen Waschbecken. Es wird mit stehendem Wasser verhindert, dass der Gestank aus der Kanalisation in den Raum hineinzieht. Zuletzt hatte es im Hallenbad öfter schlecht gerochen.

 Im Grunde müssten auch die Rohrleitungen im Keller dringend ausgewechselt werden, doch dafür ist zurzeit das notwendige Geld nicht da. So bleibt eine Kellerwand bis auf weiteres nass. Das ist zwar für den Badebetrieb egal, aber besser wird die Bausubstanz dadurch nicht. Die Stadtvertretung weiß genau, dass sie umfangreich in die Schwimmhalle investieren muss, wenn sie sie erhalten will.

 Manche der Hallenbad-Mitarbeiter haben derzeit Urlaub, aber vier von ihnen sind vor Ort, um gemeinsam mit den Handwerkern anzupacken. „Wir machen relativ viel selber“, sagt Anne Günther. In früheren Jahren hat sie beispielsweise die lustigen Fische und anderen Wasserfiguren rund um das Planschbecken gemalt. Diesmal hat Rathaus-Hausmeister Dieter Buthmann, der ebenfalls künstlerisches Talent besitzt, ein buntes Bild gemalt, das die Wand neben dem Nichtschwimmerbecken schmückt. Anne Günther muss lächeln: „Das ist dann eine Veränderung, die von den Gästen wahrgenommen wird.“

Neue Holztreppe

 Nicht auf den ersten Blick zu bemerken ist die neue Holztreppe, die zur Empore über dem Schwimmerbecken führt. Die alte Treppe war über 20 Jahre alt und inzwischen morsch. Am Planschbecken wird die undichte Überlaufrinne saniert. Ebenfalls eine Verbesserung: Das Dampfbad hat neu geflieste Sitzbänke in Mosaikoptik bekommen.

 Das Wasser war gleich zu Beginn der Ferien aus allen Becken abgelassen worden. Ins bis zu 3,50 Meter tiefe Schwimmerbecken fließt jetzt frisches Wasser. Es dauert rund anderthalb Tage, die 650 Kubikmeter einlaufen zu lassen. Genau so lange hatte sich Anne Günther auch gedulden müssen, bis das Wasser verschwunden war. Man hätte zwar die Schieber weiter öffnen können, um das Ganze in einem halben Tag zu erledigen – aber: „Da würden die Fliesen von den Wänden fallen.“ Das Material würde mit dem plötzlichen Druckverlust nicht klarkommen.

Chlor fehlt im Schwimmbad

 Auffällig ist, dass es im Schwimmbad derzeit nicht nach Schwimmbad riecht. Des Rätsels Lösung: Es fehlt noch das Chlor. „Das da ist klares Leitungswasser“, sagt Anne Günther und zeigt ins Becken. Erst wenn der gewünschte Wasserspiegel erreicht ist, wirft man die Pumpen wieder an. Der Wasserkreislauf des Bades beginnt – und damit auch das Einströmen des Chlors.

 Ein paar Kleinigkeiten wurden auch im Keller verändert: In den Rohrleitungen wurden drei Klappen und zwei Schieber ausgetauscht. Das hat Haustechniker Reiner Oosting selber erledigt.

 Wenn die Bauarbeiten in Kürze abgeschlossen sind, folgt eine Grundreinigung durch die Mitarbeiter. Bis zum Montag, 5. September, muss schließlich alles tipptopp in Ordnung sein, damit die Badegäste in ihr Hallenbad zurückkehren können.

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