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Erst Flüchtlinge, dann Senioren

Flüchtlingsunterkunft Erst Flüchtlinge, dann Senioren

Die Flüchtlingsunterkunft in der Bad Segeberger Südstadt soll „im Spätherbst bezogen werden“, kündigte Helmut Knüpp, Vorstandsvorsitzender der Wankendorfer Baugenossenschaft, am Montag beim ersten Spatenstich an. Auf einem Brachgelände, auf dem ein Wohnblock stand, entsteht ein Neubau für 60 Flüchtlinge.

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So soll das Wohnhaus für die Flüchtlinge in der Südstadt aussehen. Die Fertigstellung ist für Herbst geplant.

Quelle: Wankendorfer

Bad Segeberg. „Nach all den Vorbereitungen können wir das jetzt rausbrezeln wie in der Bäckerei“, sagte Knüpp. Das Gebäude nach dem „Kieler Modell“ wird dreigeschossig mit zwei Seitenflügeln mit Satteldach und Mittelbau. Jeweils zwei Flüchtlinge werden sich ein 12 Quadratmeter großes Zimmer teilen. „Im Mittelbau sind Küchen, Bäder und Räume untergebracht, die gemeinschaftlich genutzt werden“, schildert Knüpp. „Die Ausstattung ist zweckmäßig und schlicht. Es gibt zum Beispiel keine Balkone oder Aufzüge, die sind aber für die spätere Nutzung vorgesehen und werden schon jetzt mitfinanziert.“

 Zunächst mietet die Stadt Bad Segeberg das Haus als Flüchtlingsunterkunft an. Nach fünf oder zehn Jahren kann das Gebäude (je nachdem, ob es dann noch für Flüchtlinge gebraucht wird) in ein normales Wohnhaus umgebaut und von der Wankendorfer genutzt werden.

 Die Kosten für die Umrüstung schätzt die Baugenossenschaft auf 265000 Euro. Es entstehen 15 seniorengerechte Wohnungen mit einer Größe von 43 bis 58 Quadratmetern.

 „Der Witz dieses Hauses ist, dass dieser Haustyp an vier Standorten realisiert wird: in Bad Segeberg, Bad Bramstedt, Lütjenburg und wohl auch in Preetz.“ Die Optik lasse sich sehr einfach der Umgebung anpassen – ob mit Flachdach oder Satteldach mit unterschiedlichen Neigungswinkeln.

 Das Zwei-Millionen-Euro Projekt in Bad Segeberg ist das erste dieser Art. Es wird nach Worten von Knüpp vom Land Schleswig-Holstein erheblich mitgetragen und gefördert. „Das ist für uns einmalig!“ Das Land übernehme die gesamten Baukosten und Nebenkosten (beispielsweise die Ingenieurleistungen). Die Wankendorfer bringe ihr Grundstück ein und stelle dessen Erschließung mit Energie, Wasser und Abwasser sicher. Die Stadt wiederum beteiligt sich durch den Mietvertrag. Bürgermeister Dieter Schönfeld hatte laut Knüpp großen Wert darauf gelegt, dass auch genügend große Räume für Familien und nicht nur für Einzelpersonen geschaffen werden. Durch den ansprechenden Neubau inmitten eines traditionsreichen Wohnquartiers soll es zudem gelingen, die Asylbewerber erfolgreich zu integrieren.

 Aufgrund der Unterstützung durch das Land bei den Baukosten werde es später möglich sein, die umgebauten Altenwohnungen zu sehr günstigen Konditionen zu vermieten, stellt Knüpp in Aussicht. „Gerade ein Angebot für preisgünstige barrierefreie Wohnungen wird in Bad Segeberg benötigt.“ Die Wankendorfer Baugenossenschaft betreibt in Bad Segeberg bereits 700 Wohnungen, davon 500 in der Südstadt.

 Für die Stadt liege das „Risiko bei null“, hatte Bürgermeister Schönfeld wiederholt für das Projekt geworben. Sie könne einerseits einen menschenwürdigen Wohnraum für die Flüchtlinge anbieten und müsse dafür noch nicht einmal eigenes Geld für die Errichtung in die Hand nehmen.

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