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Lagerhalle mit Spülmaschinen brannte

Bad Segeberg Lagerhalle mit Spülmaschinen brannte

 „Ausgerechnet jetzt.“ Fassungslos schaut Uwe Tönsmeyer auf seine Lagerhalle mit Bürotrakt an der Jasminstraße 23. Keine der hochwertigen gewerblichen Spülmaschinen darin ist nach dem Feuer noch zu gebrauchen. Und auch das Gebäude selbst dürfte kaum mehr zu retten sein. „Die können das alles gleich ganz abreißen“, sagt der Geschäftsführer der Tönsmeyer Service GmbH mit Blick auf die Feuerwehrleute, die gerade dabei sind, unter Atemschutz Teile des Dachs zu entfernen.

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Schwieriges Arbeiten: Unter Atemschutz entfernen Feuerwehrleute Teile der Dachhaut, um nach Brandnestern zu suchen.

Bad Segeberg. Natürlich gibt es für ein solches Unglück keinen günstigen Zeitpunkt. Doch was dem selbstständigen Unternehmer neben dem auf mindestens eine Million Euro geschätzten Sachschaden nun besonders schweres Kopfzerbrechen bereit: „In der Gastronomie beginnt gerade wieder die neue Saison - und unsere Kunden warten natürlich händeringend auf ihre Geräte.“

Tönsmeyer, seit rund 30 Jahren mit einem Standort in Bad Segeberg vertreten und damit einer der ältesten Ansiedlungen im Gewerbegebiet Rosenstraße, ist Generalvertreter für Anlagen der Firma Winterhalter in ganz Norddeutschland: „Dem Marktführer“, wie er stolz erzählt. „Wir beliefern zwischen 5000 und 6000 Kunden.“ Die Kreisstadt sei als Verteilzentrum für die Ostküste ein wichtiger Teil der Logistik. Er müsse nun versuchen, die Verluste an Spülmaschinen von seinem zentralen Firmensitz in Hamburg aus - so gut es irgendwie geht - auszugleichen. „Zwei nagelneue Anlagen hatten wir gerade erst in Bad Segeberg untergestellt.“ Winterhalter-Produkte gebe es in allen erdenklichen Größen, erklärt Uwe Tönsmeyer, von der kleinen Maschine für die gemütliche Eisdiele bis zur kompletten Spülstraße für die Großgastronomie.

Es ist gestern Freitag, 11.25 Uhr Uhr, als die Freiwillige Feuerwehr Bad Segeberg alarmiert wird. „Als wir ankamen, schlugen bereits sichtbar Flammen und Rauch aus einem geschmolzenen Plexiglasfenster“, erklärt Wehrführer Mark Zielinski. Knapp 30 Einsatzkräfte mit zwei kompletten Löschzügen, darunter die große Drehleiter, benötigen einige Zeit, ehe sie ins Innere der Halle vordringen können. „Bei den hohen Werten da drin ist die natürlich sehr gut gesichert.“ Nachdem die Blauröcken zunächst durch das Fenster Wasser hineingespritzt haben, öffnen sie mit einem Spezialsäge jetzt das vordere Tor.

Sechs Feuerwehrleute erkunden unter Atemschutz die Lage und können den Brand im hinteren Teil rasch lokalisieren. Die große Uhr in der Halle ist wegen der gewaltigen Hitze bei exakt 11.32 Uhr stehengeblieben. Unklar ist zunächst, inwieweit sich die Flammen bereits in die Dachkonstruktion gefressen haben. Zur Sicherheit schauen die Helfer über die Drehleiter auch von oben nach - und finden mit Hilfe der Wärmebildkamera in der Isolierung der Dachhaut mehrere Schwelbrandnester, die allesamt abgelöscht werden müssen.

Das Gelände der Tönsmeyer Service GmbH liegt etwas nach hinten versetzt neben dem von Mercedes Süverkrüp + Ahrendt. Während der aufwendigen Lösch- und Aufräumarbeiten bleibt dieser Teil der Jasminstraße von der Polizei rund anderthalb Stunden vollständig gesperrt.

Nicht einzugreifen braucht an diesem Vormittag die Besatzung eines ebenfalls mit alarmierten Rettungswagens. Als das Feuer ausbricht, befindet sich niemand im Gebäude. „Das letzte Mal war jemand am Donnerstagmorgen hier“, berichtet Geschäftsführer Tönsmeyer der Segeberger Zeitung. „Die Kollegen holen morgens ihre Anlagen ab und liefern sie dann überall hin aus.“ Auch das Büro und die Sozialräume, die als einziger Gebäudeteil gerettet werden konnten, seien oft nicht besetzt. „Es ist dann eine Rufumleitung in die Zentrale geschaltet.“

Zur Brandursache gibt es noch keine näheren Angaben. Die Kriminalpolizei Segeberg hat ihrer Ermittlungen aufgenommen. Vorsätzliche Brandstiftung gilt derzeit als wenig wahrscheinlich, ebenso wie fahrlässige. Denn dazu ist zwischen dem letzten Betreten der Halle und dem Feuer eigentlich zu viel Zeit vergangen. Ein technischer Defekt, beispielsweise ein Kurzschluss, wäre eine Erklärung.

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