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Finnische Ideen für die Schule

Bad Segeberg Finnische Ideen für die Schule

Derzeit sind Schüler und Lehrkräfte aus der finnischen Stadt Riihimäki zu Gast in Bad Segeberg. Der Kontakt kam über die Dahlmannschule zustande. Da das finnische Schulsystem und die Art des Unterrichts anders aufgebaut sind als in Deutschland, werden Ideen ausgetauscht.

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Bürgervorsteherin Ingrid Altner (links) und Bernd Jorkisch, Honorarkonsul der Republik Finnland, begrüßten mit der finnischen Nationalflagge die Gäste aus Riihimäki, der Partnerstadt Bad Segebergs seit 1954. Mit dabei auch Schüler und Lehrkräfte der Dahlmannschule, die im Frühjahr bereits in Riihimäki zu Besuch waren.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. Im Frühjahr waren Theo Petersen, Hannah Sorgenfrei, Mareile Voß und Peer Vollert im finnischen Riihimäki zu Gast – jetzt bekamen die vier Dahlmannschüler Besuch aus Finnland. Die vier Schüler Jessica Sonko, Noora Tuovinen, Walter Kristiansson und Minh Phung Cao sowie die Lehrerinnen Niina Körkkö, Heidi Muumäki und Schulleiter Kari Jukarainen vom „Lukio Riihimäki“ bleiben noch bis Sonnabend in Bad Segeberg. Die Einrichtung in der skandinavischen Partnerstadt ist ein reines Oberstufengymnasium, auf das die Schüler erst ab der 10. Klasse wechseln.

 Weil das finnische Schulsystem komplett anders aufgebaut ist als das deutsche, war die Rektorin der Dahlmannschule, Nele Degenhardt, im Mai dorthin mitgefahren. Einiges, was die Pädagogin dort im Schulleben positiv aufgefallen war, hat zu neuen Impulsen und Veränderungen in ihrer Schule geführt. Die finnischen Jugendlichen müssen sich im Schulalltag sehr viel selbst erarbeiten, Lehrveranstaltungen erinnerten die Segeberger Gäste seinerzeit bisweilen an Vorlesungen auf einer Universität. Eigenverantwortung wird generell groß geschrieben. Feste Klassenräume gibt es nicht, die Schüler wechseln jeweils in speziell ausgestattete Fachräume – ein Konzept, das mit diesem Schuljahr auch am Städtischen Gymnasium in Bad Segeberg eingeführt worden ist. Außerdem gibt es Ruhezonen, in denen auch Handys erlaubt sind. In dem skandinavischen Land ist darüber hinaus der Lehrplan landesweit zentral gesteuert, während in Deutschland die einzelnen Bundesländer dafür zuständig sind.

 Der Kontakt der beiden Gymnasien untereinander hält natürlich die langjährige Städtepartnerschaft zwischen der südfinnischen Stadt Riihimäki und Bad Segeberg aufrecht, die schon seit 1954 besteht, meinte Bürgervorsteherin Ingrid Altner. Die Christdemokratin engagiert sich seit vielen Jahren insbesondere für den kulturellen Austausch. Es ist im Übrigen die erste Verbindung zwischen einer finnischen und einer deutschen Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg

 Deren Nutzen auf unterschiedlichen Ebenen sieht auch der Unternehmer Bernd Jorkisch, Honorarkonsul der Republik Finnland, so und ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zusammen mit der Bürgervorsteherin im Rathaus zu begrüßen. Der Bad Segeberger sieht den Ostseeraum als Zukunftsregion – für die Vertreter der Schulen ist auf alle Fälle klar, dass sie in Zukunft eine feste Schulpartnerschaft aufbauen und pflegen wollen.

 In den kommenden Tagen haben sie gemeinsam viel vor: Nachdem sie am Mittwoch an einer Gedenkstunde anlässlich der Reichsprogromnacht 1938 am Grundstück der ehemaligen Synagoge in der Kirchstraße (schräg gegenüber vom Rathaus) teilgenommen haben, gab es erst mal einen Rundgang durch die Dahlmannschule und einen Spaziergang um den Großen Segeberger See.

 Auch die Geschichte der Kalkbergstadt lernen die finnischen Gäste bei einer Führung durch das Museum „Alt Segeberger Bürgerhaus“ in der Lübecker Straße kennen. Ebenfalls auf dem Plan stehen das Fledermauszentrum Noctalis, die Segeberger Kliniken mit Besichtigung des Herzzentrums inklusive einem Vortrag auf Englisch, der die Gesundheitssysteme beider Länder vergleicht.

 Weiter geht es für die Gäste mit einem Besuch in der heutigen Synagoge, Heimat einer progressiven jüdischen Gemeinde, und am Freitag mit einem Besuch in der Hansestadt Lübeck, wo eine finnische Stadtführerin zunächst die Sehenswürdigkeiten erklärt, und danach Zeit ist für individuelle Streifzüge durch die Hansestadt. Geplant sind auch mehrere gemeinsame gemütliche Abendessen, bei denen sicherlich schon viele Pläne für die nächsten Zusammentreffen geschmiedet werden.

 Denn auch wenn die Partnerschaft mit Riihimäki diejenige ist, die nicht zuletzt dank Ingrid Altner seit Jahren am meisten mit Leben erfüllt ist, liegt die Zukunft letztlich in den Händen der Jugend.

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