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Jöran möchte Kindern helfen

Bad Segeberg Jöran möchte Kindern helfen

Botswana im Süden Afrikas ist ab September für ein Jahr lang das Zuhause für Jöran Schöning. Der 19-jährige Bad Segeberger wird in der Stadt Oodi an einer Grundschule dabei helfen, dass die Kinder die englische Sprache besser lernen.

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Der 19-jährige Jöran Schöning geht als Freiwilliger Helfer für ein Jahr nach Botswana im Süden Afrikas.

Quelle: Gisela Krohn

Bad Segeberg. „Die Amtssprache in Botswana ist Englisch, und an den weiterführenden Schulen wird nur noch in Englisch unterrichtet“, erklärt Jöran im Gespräch mit der SZ. Als Fußballer will er aber auch seine sportlichen Kenntnisse mit in seine Arbeit einbringen. „Über Sport und Bewegung kann man viel erreichen“, findet Jöran, der selbst viel Sport macht und auch DFB-Fußballschiedsrichter ist. Schon vor dem Abitur, das er jetzt bestanden hat, war für ihn klar, dass er nicht sofort in ein Studium oder eine Ausbildung gehen möchte. Interessiert an Geografie und Gesellschaftswissenschaften, wählte er auf dem Gymnasium das Geografie-Profil.

 Als er den „Weltwärts“-Dienst entdeckte, wusste er, dass er so etwas machen möchte. Pro Jahr werden rund 70 junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „Weltwärts“ entsendet – einem Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Organisiert wird es über „Jugend im Ausland“, ein gemeinsames Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Schleswig-Holstein und des Vereins für Kinder-, Jugend- und Soziale Hilfen (KJSH).

 In einem Auswahlverfahren wurde Jöran als Teilnehmer angenommen. „Es gab ein Wochenend-Seminar, da ging es um die Englisch-Kenntnisse, aber auch viel darum, wie man in der Gruppe agiert, ob man Verantwortung übernehmen kann und ähnliche Dinge.“ Sogar für das Projekt in Botswana, das ihn am meisten interessierte, wurde er eingeteilt. Zusammen mit fünf weiteren freiwilligen Helfern kommt er in den Ort Oodi, wobei jeweils Zweier-Teams auf die drei Standorte dort verteilt werden.

 „Der Wunsch der Grundschule ist, dass wir mit verschiedenen kreativen Unterrichtsmethoden wie Gruppenarbeiten und Diskussionen, Theater, Bewegungs- und Gesangsspielen den Spaß der Schüler am Englischlernen steigern“. Fächer wie Sport, Kunst und Musik kommen im Lehrplan Botswanas nicht vor; deshalb finden die einheimischen Lehrer es wichtig, vom „Weltwärts“-Team Unterstützung zu bekommen. „Es gibt dort einen großen Sportplatz, der aber nicht genutzt wird“, schildert Jöran. „Hier könnten dann auch weitere Kinder aus dem Dorf die Nachmittags-Sportgruppen nutzen, die ich anbieten möchte.“

 Wie die sechs Freiwilligen in Botswana untergebracht werden – ob in Familien oder zusammen als Wohngemeinschaft – ist noch nicht raus. „Mir ist beides recht. In den Familien bekommt man noch mehr Kontakt zum Leben dort, aber eine WG wäre natürlich auch super.“ Dass er in Sachen Infrastruktur wie Straßen oder Stromversorgung, Wasser oder Hygiene ganz neue Erfahrungen sammeln wird, ist dem jungen Bad Segeberger klar. „Man muss die eigenen Standards runterschrauben“, sagt er. Auch eventuelle Gefahrensituationen sind ihm bewusst. „Aber es gibt immer und überall Risiken.“

 Geimpft ist Jöran jedenfalls schon. „Ich fühle mich jetzt immun gegen alles“, sagt er scherzhaft. Die Malaria-Tabletten liegen bereit, auch das Moskitonetz darf in seinem Reisegepäck nicht fehlen. In Vorbereitungs-Seminaren werden die freiwilligen Helfer auf diese wichtigen Dinge vorbereitet. Seine Eltern unterstützen ihn bei seinem Weg, haben ihm auch im Vorwege bei der Recherche zum Auslandsdienst geholfen. „Ich möchte an dem Projekt teilnehmen, um dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist“, erklärt der 19-Jährige. „Ich finde es wichtig, soziale Verantwortung zu übernehmen und die Kultur und Sprache des Landes kennen zu lernen“.

 Zur Finanzierung des „Weltwärts“-Dienstes arbeitet Jöran zurzeit bei den Karl-May-Spielen als Ordner. Zwar werden 75 Prozent der Kosten vom Bundesministerium getragen, für die restlichen 25 Prozent werden die Jugendlichen aber gebeten, Spenden zu sammeln. Nachdem die Familie und Bekannte schon einiges beigesteuert haben, bitte Jöran Schöning um weitere Spenden.

 KJSH e.V. – IBAN: DE 77 200 300 00 007 032 1505 BIC: HYVEDEMM300 (Spende/Botswana/Jöran Schöning/2016).

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