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Jubel nach jedem Treffer

Bad Segeberg Jubel nach jedem Treffer

20 Handballer hatte Gesa Ramm in ihr „Dream-Team“, die inoffizielle Segeberger Kreisauswahl, berufen, die vor rund 250 Zuschauern gegen die Zweitliga-Mannschaft des SV Henstedt-Ulzburg spielte. Das Resultat von 44:18 (21:5) für die Profis war Nebensache.

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SV Henstedt-Ulzburgs Tim Völzke (rechts) hindert Kreisauswahlspieler Erik Lehmann am Wurf. Das Freundschaftsspiel verlief erwartet einseitig, war aber trotzdem ein Handballfest.

Quelle: Nils Göttsche

Bad Segeberg. Jedes Tor und jeder kleine Erfolg wurde begeistert gefeiert. Gesa Ramm, die mit dem SVHU-Frogs-Geschäftsführer Till Gottstein die Idee zum Handball-Matchday gehabt hatte, strahlte: „Ein toller Abend. Es wäre schön, wenn wir diesen Vergleich zur ständigen Einrichtung werden lassen könnten.“

 Erik Lehmann hätte nichts dagegen. „Beim Aufwärmen sahen die Jungs aus Henstedt-Ulzburg gar nicht einmal so kräftig aus. Aber als das Spiel lief, war das ganz anders. Du läufst gegen eine Wand“, staunte Lehmann, lange Jahre Führungsspieler im Landesligateam der HSG Kalkberg und jetzt Stütze beim Kreisoberligisten TV Trappenkamp. „Mit Jens Thöneböhn habe ich vor vielen Jahren in der Jugend-Kreisauswahl gespielt.“ Als Lehmann kurz nach der Pause den Treffer zum 6:22 erzielte, stülpte er sich sein Trikot über den Kopf und eilte jubelnd an den eigenen Kreis zurück. „Ein geiles Gefühl!“, beschrieb der Rückraumspieler den kurzen Moment des Glücks.

 Den Torjubel durften im Verlauf der Partie auch zehn seiner Mitspieler genießen. „Es ist doch toll, dass so viele Jungs persönliche Erfolgserlebnisse hatten. Dabei haben wir nur drei Mal miteinander trainiert“, so Lehmann. Fast schon Routine im Jubeln entwickelte Tobias Roberg (SC Nahe 08), der aus dem linken Rückraum heraus vier Mal traf und auffälligster Akteur einer Mannschaft war, die sich mit viel Einsatz und Herzblut, aber immer fair den Profis entgegen stemmte.

 Reichlich Szenenapplaus erhielt Torhüter Alexander Dudko, der etatmäßig das Tor des Landesligisten SV Wahlstedt hütet. „Die Bälle kommen viel härter. Es war ein tolles Erlebnis, einmal gegen Zweitligaspieler zwischen den Pfosten zu stehen“, erzählte der baumlange Keeper. Als er den Frogs binnen einer Minute drei Bälle „abkaufte“, tobte die Halle. „Ein guter Mann“, lobte SVHU-Trainer Amen Gafsi, der sich den Namen vielleicht sogar in seinem Notizbuch notiert haben könnte. Philipp Schulte war Gafsi schon vorher bekannt. Den jungen Linkshänder aus Bornhöved hatte er vor eineinhalb Jahren zum SVHU lotsen wollen, doch Schulte entschied sich für den SV Mönkeberg, wo er in der Schleswig-Holstein-Liga spielt.

 Im Herbst seiner Handball-Karriere genoss Jörn Ehrke, der für die HSG Kaltenkirchen / Lentföhrden aufläuft, das Aufeinandertreffen mit den übermächtigen Profis. Ehrke hat in Bad Bramstedt ein Jahrzehnt lang in der damaligen Regionalliga auf hohem Niveau gespielt. „Als wir damals unsere Spiele in der Halle am Schäferberg austrugen, war der heutige SVHU-Torjäger Tim Völzke ein talentierter Bursche aus unserer D-Jugend. Immer, wenn wir uns aufwärmten, kam er aufs Spielfeld und bot uns kleine Leckereien aus seiner Naschitüte an, die er im Foyer gekauft hatte“, erzählte Ehrke.

 Trotz des deutlichen Klassenunterschiedes traten die Zweitliga-Akteure bescheiden und sympathisch auf. Kapitän Nico Kibat erhielt tosenden Applaus, als er gleich zwei Mal einen Pass über fast 40 Meter auf Rechtsaußen Arnd Sasse zelebrierte, der das Spielgerät gekonnt im Tor versenkte.

 Am Ende waren alle zufrieden. „Niemand hat sich verletzt, wir haben uns gut bewegt und über weite Strecken taktisch diszipliniert die kleinen Aufgaben in der Abwehr erledigt, die wir dem Team gesetzt hatten“, zog Matthias Karbowski, der den SVHU zusammen mit Gafsi trainiert, zufrieden Bilanz. Gute Laune hatte Karbowski auch, weil Linkshänder Daniel Eggert am Spieltag signalisiert hatte, dass er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird. Der Muskelbündelriss im Oberschenkel ist ausgeheilt. Regelmäßiger Trainingsgast wird endlich auch Karl-Saint Prix sein, hinter dem nach einem Kreuzbandriss eine sechsmonatige Leidenszeit liegt. Der junge Franzose erhielt von Dr. Christian Clausen, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie in der Paracelsus Klinik und Mannschaftsarzt der Frogs, das Okay, sein Pensum zu erhöhen. An einen Punktspieleinsatz ist wohl erst im März zu denken, doch der bullige Kreisläufer strahlte über das ganze Gesicht: „Bald kann ich dem Team helfen.“

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