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Letzter Applaus für Pierre Brice

Karl-May-Spiele Bad Segeberg Letzter Applaus für Pierre Brice

1968 brach Pierre Brice als Winnetou auf der Leinwand ins Tal des Todes auf. Es wurde der letzte Film der legendären Kinoreihe. Bei den Bad Segeberger Karl-May-Spielen feiert das Abenteuer jetzt Premiere - drei Wochen nach dem Tod des Schauspielers.

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Jan Sosniok als Winnetou spielt in Bad Segeberg bei der Premiere von "Im Tal des Todes" im Rahmen der 64. Karl-May-Spiele auf der Freilichtbühne am Kalkberg. Insgesamt rund 80 Mitwirkende vor und hinter den Kulissen bringen die 4,4 Millionen Euro teure Produktion in dem Open-Air-Theater bis zum 6. September immer von Donnerstag bis Sonntag auf die Bühne.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Bad Segeberg . Die ersten Sätze der neuen Saison blieben einer Karl-May-Legende vorbehalten. Bevor Ministerpräsident Torsten Albig am Sonnabend den Startschuss zur Premiere des neuen Stücks „Im Tal des Todes“ abfeuern durfte, war noch einmal der wohl berühmteste aller Winnetous zu hören: der kürzlich verstorbene Schauspieler Pierre Brice. Mit einem großen Schwarz-Weiß-Porträt und dem Auszug aus einem Interview gedachten die Karl-May-Spiele des Mannes, der den Apachen-Häuptling von 1988 bis 1991 in Bad Segeberg mit großem Erfolg gespielt hatte und nicht nur hier unvergessen ist.

Doch gleich darauf galt die Aufmerksamkeit der über 7500 Besucher im voll besetzten Freilichttheater am Kalkberg, die sich zuvor allesamt respektvoll erhoben hatten, voll und ganz der Gegenwart. Und die kann mit der glorreichen Vergangenheit mühelos mithalten – auch wenn der aktuelle Winnetou Jan Sosniok, der Dritte in der Nachfolge des beliebten Franzosen, trotz deutlich zunehmender Sicherheit bei seinem mittlerweile dritten Gastspiel in Folge natürlich noch etwas an seinem möglichen Nachruhm arbeiten muss.

Nach den zuletzt durchweg sehr guten bis hervorragenden Zuschauerzahlen – mit dem Fabelrekord von knapp 330000 zahlenden Besuchern im vergangenen Jahr – gab es für die Kalkberg GmbH auch 2015 keinen Anlass, die Spiele noch einmal völlig neu zu erfinden. Regisseur Norbert Schultze junior und Autor Michael Stamp setzen auch in der neuen, etwa zweistündigen Inszenierung auf die zuletzt bewährte Erfolgsmischung aus Action (Höhepunkt ist ein spektakulärer Seil-Stunt hoch über den Köpfen des Publikums) und Feuerwerk, gewürzt mit viel Komik und einer kleinen Prise Romantik.

Der 72-jährige Schultze trägt nicht zufällig bereits zum 15. Mal die Gesamtverantwortung für die insgesamt 72 Vorstellungen: Im Gegensatz zu manchem Kammerspiel-Regisseur früherer Jahrzehnte bindet der Routinier in seinen 23 Bildern das gesamte Stadion in die Handlung ein; was ihm vor allem die Besucher auf den oberen Rängen danken dürften, die dadurch näher ans Geschehen heranrücken und ihre Helden das eine oder andere Mal aus der Nähe zu Gesicht bekommen.

An den Stellschrauben drehen die Verantwortlichen in der mittlerweile 64. Saison vornehmlich dort, wo es das komplett neue Bühnenbild – die Kalkberg GmbH hat laut Geschäftsführerin Ute Thienel rund eine halbe Million Euro investiert – und nicht zuletzt die Rollen der jeweils wechselnden Gaststars es erfordern. Die 53-jährige Barbara Wussow als Senorita Miranda und Ralf Bauer (48) als Old Firehand reihen sich im Tal des Todes positiv ein in die Reihe der letzten Verpflichtungen. Vor allem Wussow, die als mexikanische Wirtin ein besonders hinterhältiges Spiel treibt, gab trotz eines empfindlich kühlen Windes am Samstagabend ein sehr starkes Debüt.

Wirklich nervös schienen am Premierenabend offenbar ohnehin eher die Pferde zu sein. Während Linda Holly als eigentlich schwer verletzte Paloma Nakada durch einen beherzten Sprung gerade noch einen drohenden Abwurf verhindern konnte, landete Bauer nach kräftigem Bocken seines Schimmels rustikal im Sand der Arena. Doch dies sind die Augenblicke im Live-Theater, in den Profis zeigen können, was Improvisation bedeutet – ein Punkt für Old Firehand.

Wesentlich einfacher hatte es da Komiker Patrick L. Schmitz, der mit einem fahrbaren Untersatz durch das Theater kurven durfte und in diesem Jahr eindeutig das Zeug zum Publikumsliebling hat. In der Rolle des an den großen Humoristen Heinz Erhardt angelehnten Power-Dichters Heinz-Egon Winzigmann reimt und kalauert sich der Segeberg-Neuling durch das gesamte Abenteuer. Der Applaus nach der Premiere erreichte durchaus Winnetou-Dimension.

Im nächsten Jahr werden dann wohl eher Westleute im Vorteil sein, die sich mit Booten und Wasser auskennen: Denn 2016 gehen die Karl-May-Spiele wieder einmal auf die Suche nach dem berühmten Schatz im Silbersee.

Darum geht’s im „Tal des Todes“

Im Mittelpunkt des neuen Stücks steht ein Quecksilber-Bergwerk im geheimnisvollen „Tal des Todes“, in dem der Schurke Roulin verschleppte Sklaven zu Tode schuften lässt. Ihm auf der Spur sind Winnetou und Old Firehand, dessen kleiner Sohn dabei ebenfalls in Gefahr gerät. Eingewoben in die Handlung ist die Liebesgeschichte zwischen der Indianerin Paloma Nakana und dem Weißen Martin von Adlerhorst, dessen Vater im Bergwerk stirbt. Hilfe bekommt Roulin bei seinen üblen Machenschaften unter anderem vom trunksüchtigen Häuptling Eiserner Pfeil und von... Diese Überraschung soll hier noch nicht preisgegeben werden.

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