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Kühleres Wasser soll Reparaturkosten einsparen

Bad Segeberg Kühleres Wasser soll Reparaturkosten einsparen

Müssen Badefreunde künftig frösteln, um den städtischen Haushalt zu entlasten? Zumal das Hallenbad auch einen erheblichen Sanierungsstau aufweist. Das Absenken der Wassertemperatur im Hallenbad ist eine Möglichkeit, mit der die rasant steigenden Kosten des Betriebs gesenkt werden könnten.

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Im Keller des Bad Segeberger Hallenbades gibt es zum Bedauern von Badleiterin Anne Günther etliche Wasserschäden.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Doch auch Reduzierungen bei den Öffnungszeiten und neue Regelungen beim Schul- und Vereinsschwimmen sind nach Worten von Bürgermeister Dieter Schönfeld denkbar.

 Hintergrund ist der steigende Zuschussbedarf. Seit Anfang 2015 ist das Hallenbad wieder in städtischer Eigenregie und wird nicht mehr von der früheren Mittelzentrums-Holding (MZH) betrieben. Damit laufen die Verluste auch wieder direkt im Bad Segeberger Haushalt auf – und die Ausgaben werden im laufenden Jahr erstmals die Millionengrenze überschreiten.

 2015 musste die Stadt einen Zuschuss von rund 585000 Euro für das Hallenbad aufbringen. Für 2016 stehen prognostizierte Einnahmen in Höhe von 299000 Euro Ausgaben von gut 1,1 Millionen Euro gegenüber. Sie sind laut Bürgermeister Schönfeld ungewöhnlich hoch, weil die Stadt zum einen mit erhöhten Personalkosten zu kämpfen hat. So seien über Monate drei Stellen doppelt besetzt und bezahlt worden, weil zwei Mitarbeiter als Langzeitkranke fehlen und eine Kollegin in Mutterschutz gegangen ist.

 Außerdem sind die Mitarbeiter für die Stadt generell teurer als für die MZH, weil die Kommune im Gegensatz zur Holding Zuschläge für die Arbeit am Abend sowie an Sonn- und Feiertagen zahlt. Hinzu kommen Lohnnebenkosten, die an die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) gezahlt werden müssen.

 Zum anderen fallen aber auch etliche Reparaturen an Gebäude und Technik an. „Wir haben im Hallenbad einen erheblichen Sanierungsstau“, erklärt der Verwaltungschef. Wie Bauamtsleiterin Antje Langethal ergänzt, seien diverse Rohrleitungen marode – und bei einer durchfeuchteten Wand könne es sich sogar um einen mehrere Jahrzehnte alten Ursprungsmangel aus dem Bau der Schwimmhalle handeln.

 Wenn das Hallenbad während der sechswöchigen Sommerferien – wie üblich – zur Generalüberholung geschlossen ist, müssen nun 22 Bodeneinläufe ausgetauscht werden. Auch die Ablaufrinnen der drei Schwimmbecken, durch die das überlaufende Wasser gesammelt und aufbereitet werden soll, müssen erneuert werden. Denn von dem kühlen Nass sickert ein Teil in den Keller und bildet dort bereits deutliche Spuren an Pfeilern, Decken und Wänden.

 Bis zu den kommunalpolitischen Sitzungsrunden im Juni oder Juli wird nach Worten von Bauamtsleiterin Langethal ein Papier erarbeitet, in dem der Instandsetzungsbedarf aufgelistet wird. Parallel wird über Einsparungsmöglichkeiten nachgedacht. Die Energiekosten könnten laut Schönfeld durch das Absenken der Wassertemperatur verringert werden. Derzeit hat das Schwimmerbecken 28 Grad Celsius, das Nichtschwimmerbecken 30 Grad und das Babybecken 32 Grad.

 Auch Modelle zur Reduzierung der Öffnungszeiten werden diskutiert. Darüber hinaus müsse man darüber reden, ob Sportvereine und Schulen ihre Einheiten künftig verstärkt mit ausschließlich eigenen Aufsichtspersonen bestücken und nicht mehr auf Badmitarbeiter zurückgreifen. Eine komplette Schließung der Schwimmhalle kommt für den Bürgermeister nicht in Frage. „Wir brauchen das Hallenbad allein schon als Sportstätte und für die Schulen.“

 Ärgerlich sei aber, dass Bad Segeberg und Wahlstedt als Mittelzentrum nur einmal Finanzhilfe für ein Frei- und Hallenbad bekommen, es aber in beiden Orten vorhalten. Schönfeld: „Doppelte Kosten und nur einmal Geld – das ist nicht gut.“

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