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Lornsenstraße: Weiterbau ist beschlossen

Bad Segeberg Lornsenstraße: Weiterbau ist beschlossen

Auch wenn in der Bad Segebergs Stadtvertretung beim Thema Lornsenstraße die Fetzen flogen – für die Anwohner ändert sich nichts: Sie müssen höhere Beiträge für den Straßenausbau zahlen als zuvor errechnet. Dass sich ein Gutachter vertan hat, nützt ihnen ebenso wenig wie das Bedauern der Kommunalpolitiker.

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Für die Anwohner der Lornsenstraße wird der Ausbau zu einer teuren Angelegenheit. Die Baukosten liegen etwa ein Viertel über der veranschlagten Summe.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Bürgermeister Dieter Schönfeld hatte größte Mühe, einen Rechtsbruch durch Teile der Kommunalpolitik zu verhindern.

 Marode sind die Lornsenstraße und der benachbarte Straßenzug Am Wiesengrund schon seit Jahrzehnten. Als nun der Zweckverband Mittelzentrum plante, die ebenfalls nicht mehr taufrischen Schmutz- und Regenwasserleitungen zu erneuern, entschloss sich die Stadt, die Straßen grundlegend neu auszubauen. Weil der Zweckverband bei solch einem Gemeinschaftsprojekt einen Teil der Baukosten trägt, sollte es für die Anwohner günstiger werden.

 Doch dann stellte sich heraus, dass der Boden in der Rohrtiefe von drei Metern so ungünstig mit Lehm durchsetzt ist, dass sich die Baukosten im sogenannten offenen Verfahren mit Baugrube verdoppeln würden. Also entschied der Zweckverband, die Rohre quasi von innen mit einer Harzschicht zu sanieren – doch damit war der Zweckverband aus der Gesamtfinanzierung raus. Ein Gutachter bescheinigte der Stadt jedoch, dass die oberen 70 Zentimeter des Bodens, die für den Straßenaufbau benötigt werden, tragfähig und in Ordnung sind – und griff damit voll daneben.

 Wochenlang lag die Baustelle im Spätsommer still. Das Bauamt ließ allerlei technische Versuche unternehmen, um das Projekt noch zu retten. Tatsächlich ließ sich eine Lösung finden, aber sie kostet insgesamt 240000 Euro mehr als geplant. So müssen die Anwohner der Lornsenstraße pro Quadratmeter Grundstücksfläche nun 24,88 statt 20,60 Euro zahlen. Am Wiesengrund sind es 18,11 statt 16,66 Euro. Eine Einstellung der Bauarbeiten hätte die Stadt über eine halbe Million Euro gekostet – ohne sich das Geld über die Straßenausbaubeitragssatzung von den Anwohner wiederholen zu können. Außerdem wäre die Fahrbahn im Bereich der Baustelle nur provisorisch befestigt und in den übrigen Bereich so kaputt gewesen wie bisher.

 In der Stadtvertretung ging es jetzt darum, Schönfelds Eilentscheidung abzusegnen, trotz der widrigen Umstände mit dem Bau fortzufahren und die Anwohner höher zu belasten. „Die Situation für diese Leute kommt uns sehr besch...eiden vor“, sagte Haupt- und Finanzausschussvorsitzende Ursula Michalak (CDU). „Die Rechtslage gibt uns aber keinen Spielraum.“ Aufgrund der Satzung müsse sich Bad Segeberg die Mehrkosten von den Anwohnern holen – auch wenn die Stadt das Geld gar nicht will.

 Als sich jedoch – vor allem von Seiten der Freien Wählergemeinschaft BBS – die Stimmen mehrten, dass der Eilentscheidung nicht zugestimmt werden soll, verlangte Schönfeld eine namentliche Abstimmung, bei der protokolliert wird, wie sich welcher Stadtvertreter entschieden hat. Sollte die Stadt durch solch ein Votum einen finanziellen Schaden erleiden, könnte sie sich das Geld von den Kommunalpolitikern wiederholen. Daraufhin beantragte BBS-Fraktionschef Torsten Bohlmann eine Sitzungsunterbrechung. Die namentliche Abstimmung im Anschluss ergab 16 Ja-Stimmen für die Eilentscheidung, zwei Stimmen dagegen und acht Enthaltungen.

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