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Manchmal muss man Nein sagen

Bad Segeberg Manchmal muss man Nein sagen

„Ich sage jetzt eher einmal Nein“, sagt Sara Klein. Die Viertklässlerin der Heinrich-Rantzau-Schule hat genau wie ihre Mitschüler die Ausstellung „Echt Klasse“ besucht und dort viel über zum Teil ganz alltägliche Momente erfahren, in denen sie Anderen Grenzen setzen kann – und manchmal auch muss.

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Jasper Fredrich, Max Paulsen, Kjell Steffen und Joschua Gruhn (von links) fanden das Häuschen mit den Geheimnissen interessant. Die Münder verraten „gute“ und „böse“.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Die Zehnjährige hat jetzt etwa den Mut, deutlich „Nein!“ zu sagen, wenn sie gerade nicht von jemandem gekitzelt werden möchte. Auch Anica Schmidt ist nun mutiger. Sie will sich wehren, wenn jemand aus der Verwandtschaft sie gegen ihren Willen „abknutschen“ möchte. „Das habe ich mich vorher nicht getraut“, erklärt sie.

 Fast zwei Wochen lang stand die interaktive Ausstellung des Präventionsbüros Petze im Musikraum der Grundschule. Noch bis Donnerstag können die Schüler aus den 2. bis 4. Klassen an sechs Stationshäusern und fünf weiteren Erfahrungspunkten etwas über „gute“ und „schlechte Gefühle“ oder Geheimnisse lernen; und auch etwas darüber, wo sie vielleicht angefasst werden möchten und wo nicht.

 Sexuelle Übergriffe auf Kinder ereignen sich oft in der Familie und im engen Bekanntenkreis. „Deswegen ist es auch so wichtig, sie stark und selbstbewusst zu machen“, erklärt Schulleiterin Anja Look. Seit Langem wird an der Rantzau-Schule viel dafür getan, Kinder altersgemäß zu sensibilisieren.

 Die Petze-Ausstellung sei sehr gut angekommen, sagt Look. Denn sie zeige den Kindern auch, was nicht in Ordnung und dass es richtig ist, schlechte Geheimnisse zu „petzen“. Denn das sei ja oft die Masche von Erwachsenen, die übergriffig werden. Dazu werden vor der Ausstellung in Kooperation mit dem Kinderschutzbund auch eine Lehrerfortbildung und ein Elternabend angeboten. Dort waren immerhin 70 interessierte Mütter und Väter.

 Jasper Fredrich, Max Paulsen, Kjell Steffen und Joschua Gruhn finden das Häuschen mit den Geheimnissen interessant. Mittels Fragekarten, auf denen kleine Episoden im Schul- und Hausalltag beschrieben werden, sollen die Kinder zwischen guten und schlechten entscheiden. „Rabea soll sich immer vor ihrem Onkel ausziehen und bekommt dafür eine Belohnung“, liest Max vor. „Das ist ein schlechtes Geheimnis, das muss sie jemandem erzählen“, erklärt der Zehnjährige.

 Sara Klein und Sophie Meins gefällt die Station mit den Gefühlen. Karten mit verschiedenen Symbolen oder einem Dino in verschiedenen Stimmungen gilt es dort zu unterscheiden. „Die Karte mit der Schnecke ist ein schlechtes Gefühl“, bestimmt Sara und steckt sie in den entsprechenden Smiley. Eine Karte, auf der eine Freundin einer anderen ein Geschenk überreicht, kommt natürlich in den lachenden. Aber die Schüler können auch mit den Füßen verschiedene Untergründe erleben, eine „Sorgenjacke“ anziehen oder sich auf den goldenen Thron setzen. Auch Antje Albertsen vom Kinderschutzbund nimmt darauf Platz. Sie hat das Geld für die Miete der Ausstellung dabei. Geht es nach Anja Look, dann soll das Projekt in zwei Jahren für die nächste Schülergeneration wiederkommen.

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