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Neues Schilder-Konzept

Bad Segeberg Neues Schilder-Konzept

Wer die Polizei oder das Amtsgericht sucht, muss bei den Wegweisern in Bad Segeberg künftig sehr genau hingucken – der Weg zur Psychosomatischen Klinik wird hingegen groß und deutlich ausgeschildert. Ein neues Konzept für die „innerörtliche Wegweisung“ soll von der Stadtvertretung beschlossen werden.

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Nicht mehr ganz aktuell: Das Bad Segeberger Parkhaus, auf das hier hingewiesen wird, wurde bereits Anfang 2012 abgerissen.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Aber nicht alles, worauf man sich mit der Kreisverkehrsaufsicht geeinigt hat, erscheint schlüssig. In dieser Sache gibt es ohnehin leichte diplomatische Verstimmungen zwischen Stadt und Kreis. Die Gespräche über die Ausschilderung laufen bereits seit Februar 2012, ohne dass bisher auch nur ein einziger Wegweiser angeschraubt worden ist. Für die großen weißen Hinweise (Verkehrszeichen 432 der Straßenverkehrsordnung StVO) ist der Kreis zuständig. Nur kleinere Schilder darf die Stadt selbst aufhängen.

 Für Verdruss sorgte ein Brief des städtischen Mitarbeiters Dirk Gosch an den Kreis Segeberg, wie die Antwort von Kreissachbearbeiter Lars Hansen erkennen lässt. „In Ihrem Schreiben teilen Sie mit, dass die Stadtvertretung einen Zielkatalog für künftige innerörtliche Wegweisung beschlossen hat und dieser von der Verkehrsaufsicht anzuordnen ist.“ Schnippisch fügt Hansen an, er möchte „ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Stadtvertretung lediglich Vorschläge für eine Hinweisbeschilderung auf StVO-Ebene unterbreiten kann, eine verkehrsrechtliches Anordnungsrecht ist hieraus jedoch nicht abzuleiten.“

 Fragen wirft die Auswahl der gemeinsam von Stadt und Kreis ausgesuchten Orte auf, die mit einem großen Wegweiser ausgeschildert werden sollen – und diejenigen, die unter den Tisch fallen. So gelten Altstadt und Stadtmitte als nennenswerte Ziele, die Südstadt hingegen nicht. Auf das Vitalia Seehotel wird künftig nicht mehr hingewiesen, die Bezeichnung „Kurzentrum“ wird in „Kliniken“ geändert.

 Während die Kreisfeuerwehrzentrale genannt wird, soll es weder große Wegweiser zur Polizei, zur Kreisverwaltung, zum Amtsgericht, zum Amt Trave-Land, zum Rathaus oder zum Großen Segeberger See geben.

 Begründung: Mit den Wegweisern werden nur Ziele mit „erheblicher Verkehrsbedeutung“ bedacht. Hierunter fallen, wie Fachdienstleiter Michael Krüger gestern auf SZ-Anfrage erläuterte, neben Ortsteilen auch öffentliche Einrichtungen, Industrie- und Gewerbegebiete sowie Erholungs- und Freizeitgebiete. „Zu anderen Zielen darf nur dann so gewiesen werden, wenn dies wegen besonders starken auswärtigen Zielverkehrs unerlässlich ist.“ Beispiel: die Firma Möbel Kraft.

 Auf alle anderen Ziele, die die Stadt für relevant hält, darf höchstens mit kleinen Wegweisern in der Größe eines Straßenschildes hingewiesen werden. „Zumal der Kraftfahrer, sobald er seinen Zielort erreicht hat, sich auch automatisch an der kleinen weiterführenden Beschilderung orientiert, da dies in anderen Städten ebenso gehandhabt wird“, schrieb Kreismitarbeiter Hansen an die Stadt. Nachteil in Bad Segeberg: Auswärtige müssten hier erst einmal wissen, dass das Rathaus im Bereich Altstadt liegt und sie diese Richtung einschlagen müssen.

 Fachdienstleiter Krüger ergänzt: „Zudem ist die wegweisende Beschilderung gemäß Richtlinie auf maximal vier Ziele je Fahrtrichtung zu begrenzen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Verkehrsteilnehmer mehr Ziele kurzfristig kaum 'verarbeiten’ kann.“ Das wird das Fledermauszentrum Noctalis kaum trösten. Die defizitäre Einrichtung, die dringend mehr Besucher braucht, ist weder bei den großen noch bei den kleinen Schildern eingeplant.

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