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Schüler auf den Spuren der „Weißen Rose“

Bad Segeberg Schüler auf den Spuren der „Weißen Rose“

Nazi-Deutschland, Verfolgung, die Beschränkung von Glaubens- und Meinungsfreiheit – all das vereint das neue Theaterprojekt der Schule am Burgfeld. „Freiheit – die Geschwister Scholl im Widerstand“ heißt das Stück, das die Schüler am 26. April ab 19.30 Uhr in der neuen Mensa-Bühne der Schule uraufführen.

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Am 26. April feiert das Stück „Freiheit – die Geschwister Scholl im Widerstand“ seine Uraufführung in der Schule am Burgfeld.

Quelle: Patricia König

Bad Segeberg. Die Geschwister Sophie und Hans Scholl sind zwei der berühmtesten Widerstandskämpfer der Nazi-Zeit. Sie verloren dabei ihr Leben und sind das Sinnbild für den Kampf für die Freiheit, gegen Diktatur und Willkür. Das Buch „Die weiße Rose“ der älteren Schwester Inge Scholl gehört zu den Klassikern der Schulbildungsliteratur.

 Nach dem Tod der Buchautorin wurden in deren Nachlass unveröffentlichte Briefe und Tagebücher ihrer Geschwister gefunden, die ein vielschichtigeres und widersprüchlicheres Bild auf die Familie Scholl und auch auf Sophie und Hans werfen. Denn bevor sie mutig in den Widerstand gingen, waren sie begeisterte Anhänger der neuen nationalen Heimat-Bewegung und Mitglieder der Hitler-Jugend gewesen.

 „Die vielen Briefe, die sich die Geschwister geschrieben haben, zeigen die tiefen Auseinandersetzungen von Sophie und Hans mit einem Regime, das sich immer mehr zur Terrordiktatur entwickelte“, erklärt Regina Otto-Gerull. Die Gestaltungslehrerin las die Briefe, Tagebücher, Verhörprotokolle und Aussagen von Zeitzeugen, verband diese mit Historie und Dramaturgie und schrieb daraus das Theaterstück. So werden Personen mit authentischen Aussagen zu Wort kommen, die so noch nirgendwo aufgetaucht sind.

 Die Handlung spielt nicht allein in den 1930er Jahren. „Manche Figuren stellen Fragen aus der Gegenwart in die Vergangenheit“, sagt Regina Otto-Gerull. Die Bezüge zur heutigen Zeit verdeutlichen die ungebrochene Notwendigkeit, für demokratische Grundwerte einzustehen und Zivilcourage zu zeigen. Das sei ein wichtiger Aspekt der Schule am Burgfeld, die als „Schule mit Courage und gegen Rassismus“ zertifiziert ist, und entstand allein schon aus der multikulturellen Zusammensetzung der Theatergruppe. Neben deutschen Schülern spielen auch Mädchen aus der Türkei, dem Iran und Afghanistan mit. Die Schüler entwickelten auch Teile des Stücks mit.

 Zur Vorbereitung auf die Thematik lasen die Ensemblemitglieder das Buch „Die weiße Rose“, verbrachten ein Wochenende in der Jugendakademie und drei Tage auf Schloss Ascheberg. Dort ließ sich die Gruppe von Schauspieler Benjamin Jansen fachlich unterstützen und inspirieren.

 In enger Zusammenarbeit mit der Kostümgruppe von Bärbel Poppe schneiderten die Schüler stilisierte Uniformen und bäuerliche Kleidung, die Musiker von Karl-Heinz Rutz entschieden sich dafür, die Thematik mit alten Heimatklängen wie „Im Frühtau zu Berge“ und ideologischen Statements wie „Die Gedanken sind frei“ musikalisch auszudrücken. Abgerundet wird die Aufführung mit den raffinierten Kulissen der Bühnenbauer von Jens Gehrich-Schröter.

 Nach der Premiere führen die Schüler „Freiheit – die Geschwister Scholl im Widerstand“ noch einmal am Mittwoch, 27. April, und am Donnerstag, 28. April, jeweils ab 19.30 Uhr auf. Der Eintritt für Schüler kostet 2 Euro, Erwachsene zahlen 4 Euro. Karten gibt es im Schulsekretariat und an der Abendkasse.

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