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Skateranlage: Es wird wieder nichts

Bad Segeberg Skateranlage: Es wird wieder nichts

Erneut steht ein Versuch, eine neue Skateranlage in Bad Segeberg zu errichten, vor dem Aus. Einstimmig war in der Stadtvertretersitzung auf SPD-Antrag beschlossen worden, eine Fläche an den Fischteichen auf ihre Eignung hin zu prüfen. Ein Lärmgutachten droht der Sache nun ein schnelles Ende zu bereiten.

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Die Fläche an den Fischteichen bekommt wohl keine Skateranlage.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Im Rahmen des Projekts „Jugendgerechte Kommune“ hatten sich junge Leute speziell diesen Standort gewünscht.

 Vor sechs Jahren baute die Stadt Bad Segeberg die alte Skateranlage auf dem Parkplatz Backofenwiese ab. Ein Anwohner war vor das Verwaltungsgericht gezogen, weil er sich von den Jugendlichen gestört fühlte. Manche Skater hielten sich nämlich nicht an Nutzungszeiten. Das Gericht wies die Stadt an, das Skaten außerhalb der erlaubten Zeiten zu unterbinden. Dies wäre aber technisch oder personell nur mit großem Aufwand möglich gewesen. Daraufhin verschwand die Anlage von einem Tag zum anderen.

 Um die zwanzig Standorte wurden seither geprüft. Nie wurde aus dem geplanten Bauen etwas. „Entweder scheiterte es am geltenden Baurecht oder am sofort einsetzenden Protest der Anwohner“, sagt Lichte deprimiert. Auch das Gelände an den Fischteichen war vom Bauamt schon mal auf seine Skater-Tauglichkeit geprüft worden – mit negativem Ergebnis. Weil sich nun aber die Jugendlichen selbst für dieses Areal stark machten, unternahmen Politik und Rathaus einen zweiten Versuch. Nicht ganz überraschend folgte die Ernüchterung erneut auf dem Fuß.

 Gutachter Hans-Ulrich Mücke erteilt dem Vorhaben eine generelle Absage. So werden seiner Ansicht nach die Lärmrichtlinien werktags von 8 bis 20 Uhr nicht eingehalten, wenn an den Fischteichen Skater-Betrieb herrscht. „Innerhalb der Ruhezeiten und der Nachtzeiten kommt es ebenfalls zu Überschreitungen“, schreibt Mücke weiter. Hinzu komme, dass sich gleich nebenan der MTV-Sportplatz befindet und die Anwohner schon durch diese Anlage beschallt werden.

 Der Lärm trifft in erster Linie die oberen Stockwerke des achtgeschossigen Wohnblocks Rantzaustraße 13, auch wenn zwischen dem Gebäude und der Grünfläche Dutzende von hohen Bäumen stehen. Ansonsten befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft nur wenige Häuser. Das soll sich allerdings ändern, da in dem Gebiet ein neues Wohngebiet namens „Niendorfer Rondell“ gebaut werden soll. Und für dessen Bewohner könnte es ebenfalls zu laut werden.

 Stadtvertreter Uwe Rönnfeldt (SPD) ließ im Sozialausschuss keinen Zweifel daran, wie sauer er ist. „Wir können dieses Gutachten nicht einfach so hinnehmen“, sagte Rönnfeldt. Und auch Lichte schüttelt den Kopf. „Damit macht man jeder Skateranlage ein Ende.“ Die Dezibel-Grenzwerte seien so absurd niedrig, dass sie nicht einzuhalten sind. „Die heutige Umwelt ist lauter als noch vor 20 oder 30 Jahren“, betont Lichte. „Und die Richtwerte, auf die sich der Gutachter bezieht, sind von 1990.“

 Außerdem habe der Experte nicht berücksichtigt, dass es heutzutage Skateranlagen mit Spezialbelägen gibt, die einen Großteil des Schalls aufnehmen, moniert Lichte. „Das kann man sich zum Beispiel in Scharbeutz anhören.“ Außerdem setze der Gutachter immer ein Höchstmaß an Auslastung bei der Skateranlage voraus. Doch so stark, wie jetzt angenommen, werde die Anlage bestimmt nicht frequentiert. Was die Einbeziehung des MTV-Sportplatzes angeht, sei das Gutachten darüber hinaus widersprüchlich.

 Jens Lichte will nun in der Stadtvertretung erreichen, dass Bad Segeberg beim Kreis eine Bauvoranfrage für die Fischteiche stellt. Dann gebe es eine deutlich detailliertere Prüfung als in dem Gutachten. Es stehe aber so befürchten – da ist Lichte Realist – dass sich die Kreisverwaltung stark auf das Gutachten bezieht und dem Projekt eine Absage erteilt. Lichte: „Dann müssen wir eben doch noch einmal einen anderen Standort suchen.“

 Im Prinzip habe die Stadt zwei Flächen in der Hinterhand, die aus Sicht der SPD gut geeignet sind: die Schule am Burgfeld und ein Gelände am Winklersgang. Bei der Schule habe sich vor allem Rektor Bernd Falkenhagen gegen das Projekt gesperrt, weil er fürchtet, die Schüler könnten im Unterricht vom Betrieb auf der Skateranlage abgelenkt werden. Und am Winklersgang habe ein Polizist geargwöhnt, der etwas versteckt liegende Standort werde zum Umschlagplatz für Drogen. Allerdings könnte der Mann auch aus privaten Gründen gegen eine Skateranlage an dieser Stelle sein: Der Beamte wohnt schräg gegenüber.

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