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Tempo 30 vor Schule gewünscht

Bad Segeberg Tempo 30 vor Schule gewünscht

Mit dem Antrag, vor der Heinrich-Rantzau-Schule eine Tempo-30-Zone einzurichten, stieß die „Unabhängigen“-Fraktion in der Stadtvertretung auf unerwartete Gegenliebe – und bekam sogar einen einstimmigen Beschluss. Die Grundschule besuchen rund 400 Kinder.

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Fußgängerampeln vor der Heinrich-Rantzau-Schule sollen den Weg der Jungen und Mädchen schützen. Jetzt kommt noch eine Tempo-30-Zone auf der Straße dazu.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Dass ihr Ansinnen gutgeheißen wurde, war für Wolfgang Juhls und Thomas Krüger mal eine ganz neue Erfahrung: Normalerweise werden die Anträge der zweiköpfigen Fraktion „Die Unabhängigen“ in der Stadtvertretung entweder gründlich auseinander gepflückt oder kurz und schmerzlos abgebügelt.

 Die Grundschule liegt – positiv gesagt – recht verkehrsgünstig: direkt an der Bundesstraße 432, die in der einen Richtung zur Ostsee führt und in der anderen zu Möbel Kraft. Insofern herrscht neben dem Schulgrundstück reger Straßenverkehr. Aus diesem Grund wurden bereits vor Jahren zwei parallel geschaltete Fußgängerampeln gebaut, die den Kindern das Überqueren der Ziegelstraße, wie die B432 an dieser Stelle innerorts heißt, deutlich zu erleichtern.

 Stadtvertreter Krüger wohnt genau gegenüber der Heinrich-Rantzau-Schule und hat damit einen Logenplatz, um die Probleme zu beobachten, die es trotz der Ampeln gibt. „Tempo 30 dient in erster Linie der Sicherheit der vielen Schulkinder“, schreibt Fraktionsvorsitzender Juhls in der Begründung des Antrags. Die Geschwindigkeit solle von der Einmündung Teichstraße bis zur Moltkestraße reduziert werden.

 Schon im Bauausschuss war der Antrag bei acht Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen positiv bewertet worden; und auch während der jüngsten Stadtvertretersitzung zeigten sich die Kommunalpolitiker aller Fraktionen sehr mit dieser Idee einverstanden. CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Reher schlug allerdings eine ebenfalls konsensfähige Einschränkung der Tempo-30-Regelung vor: „Man sollte das Ganze auf die Schulzeit begrenzen.“

 Somit gab es ein einstimmiges Votum. Damit ist die Sache allerdings noch nicht in trockenen Tüchern. „Die Entscheidung liegt nicht in der Zuständigkeit der Stadt“, betonte Bürgervorsteherin Ingrid Altner. Sowohl der Kreis Segeberg als auch weitere übergeordnete Stellen hätten jetzt das Sagen. Die Abstimmung in der Stadtvertretung erreicht bisher nur, dass die Kommune einen entsprechenden Antrag an die zuständigen Stellen richtet.

 Bei Schulleiterin Anja Look kam die Entscheidung aber schon einmal sehr gut an. „Wir begrüßen das sehr“, erklärte sie gestern. Die Ampeln seien zwar prinzipiell eine große Hilfe, aber wenn das Licht auf Gelb umspringt, gebe so mancher Autofahrer noch einmal richtig Gas, um nicht anhalten zu müssen. Oft genug schafft er es aber nicht mehr – und fährt bei Rot über die Ampel, an der kleine Kinder auf die Fahrbahn treten, sobald sie selber Grün haben.

 Auch das Leuchtschild, das den Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigt, ist nach Auskunft der Rektorin eine zweischneidige Sache. Verantwortungsbewusste Fahrer drosseln ihr Tempo, wenn sie sahen, dass sie zu schnell unterwegs sind – es gibt aber auch Zeitgenossen, die auf die Tube drücken,um einen möglichst hohen Wert angezeigt zu bekommen. Das ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders.

 „Es gibt Eltern, die ihre Kinder nicht allein zur Schule gehen lassen, weil sie es an der Ziegelstraße zu gefährlich finden“, erklärt Anja Look. „Insofern hoffe ich, dass die Reduzierung des Tempos hilft und den Schulweg sicherer macht.“ Die Stadtvertretung hat dafür zumindest schon mal die Voraussetzungen geschaffen.

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