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Weiterer Prozess gegen Landwirt geplatzt

Bad Segeberg Weiterer Prozess gegen Landwirt geplatzt

Es könnte einer der aufwändigsten Prozesse in der Geschichte des Amtsgerichtes Bad Segeberg werden. Doch die Auftaktverhandlung gegen Landwirt Dieter S. aus Todesfelde wegen angeblichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz am Mittwochvormittag endete schon nach rund einer Stunde.

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Wegen Unklarheiten in der Besetzung seiner Verteidigung ist am Amtsgericht Bad Segeberg erneut ein Tierschutz-Prozess gegen einen Landwirt geplatzt.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Bad Segeberg/Todesfelde. Der Prozess wurde ausgesetzt und wird wohl erst im Herbst fortgeführt.

Groß war erneut der Andrang, nachdem schon am Tag zuvor zwei beginnende Tierschutz-Prozesse einiges Publikum angezogen hatten. Viele Medienvertreter, Landwirte, Vertreter des Kreisveterinäramtes – und zwei Polizeibeamte zur Absicherung des Verhandlung – waren gekommen. Richterin Sabine Roggendorf hatte gleich zu Beginn damit zu kämpfen festzustellen, wer auf Seiten der Verteidigung S.s Interessen vertreten soll. Die Anwältin Simone Schmidt aus Hamburg war aus terminlichen Gründen nicht erschienen, hatte aber ihrem Kanzleimitglied Dr. Thomas Abeltshauser, ehemaliger Rechtsprofessor aus Hamburg, das Feld überlassen. Seine Position genügte aber nicht den vom Gericht verlangten Formalien, auch nicht Verena Rottmann aus dem Kreis Plön, die als rechtskundige Verteidigerin auftrat. Kurzfristig hatte die Verteidigung deshalb den Landwirt, Agrarrechtsexperten und Anwalt Thorsten Kühle aus Bad Segeberg bestellt. Wegen der Kürze der Zeit hatte er jedoch noch nicht in die vielen Akten sehen können. Auf Kühles Antrag hin vertagte Richterin Roggendorf den Prozess. Staatsanwalt Thomas Feldmann beantragte, dass die Mehrkosten die Verteidigung zu tragen habe, weil sie die Verschiebung zu verantworten habe. Entschieden hat Roggendorf darüber noch nicht.

Zur Verlesung der Anklage war es noch nicht gekommen. Darin wird S. vorgeworfen, bis Januar 2014 Rinder auf seinem Hof nicht korrekt ernährt, gepflegt und untergebracht zu haben. Er habe trotz Erkrankungen der Tiere keinen Tierarzt geholt. Jungrinder seien hochgradig abgemagert gewesen. Stirnhöhlen bei einem Jungrind und Eutergewebe an mehreren Tieren seien entzündet gewesen.

Nach Handeln der Staatsanwaltschaft gründeten Landwirte Arbeitskreis

Im Januar hatte die Staatsanwaltschaft Kiel nach einer vorangegangenen Inspektion durch das Kreisveterinäramt rund 150 Rinder beschlagnahmt und abtransportieren lassen. Ein richterlich verhängtes Tierhalteverbot hatte eine höhere Gerichtsinstanz später aufgehoben.

Landwirt S. zählte zu weiteren Fällen, darunter mehreren in Todesfelde, bei denen die Staatsanwaltschaft Kiel aus ihrer Sicht Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Tierhaltern festgestellt und Tiere beschlagnahmt hatte. Dagegen hatten sich viele Tierhalter gewehrt und einen Arbeitskreis gegründet.

Viele Akten hatte die Gerichtsdienerin zu schleppen. Thomas Abeltshauser von der Hamburger Anwaltskanzlei hatte zu Prozessbeginn zudem noch eine Liste mit neuen, weiteren Zeugen vorgelegt. KN-online sagte er, es sei mit 15 bis 20 Prozessterminen zu rechnen. Zwei Fragen stünden im Mittelpunkt: Lässt sich Tierquälerei nachweisen? Hat gegebenenfalls der Landwirt vorsätzlich gehandelt oder Missstände in Kauf genommen? Nach seiner Meinung ist das beim Todesfelder Landwirt nicht der Fall gewesen.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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