23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Rantzau-Obelisk wird saniert

Bad Segeberg Rantzau-Obelisk wird saniert

Die Stadtvertreter diskutierten heftig: Eine Sitzungsunterbrechung, eine  Beratung mit dem Bauamt und hitzige Redebeiträge waren notwendig, bis sich die Politiker auf die Sanierung des Rantzau-Obelisken verständigt hatten.

Voriger Artikel
Spiel, Spaß und Stars
Nächster Artikel
Eigenes Amt für die Kita

Rantzau-Obelisk und Umfeld werden für 110000 Euro erneuert.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Viele Einwohner und Touristen nehmen den Sandstein-Obelisken, der in einer Baulücke an der Hamburger Straße steht, kaum wahr. Er wurde im Jahre 1590 von Statthalter Heinrich Rantzau zu Ehren des dänischen Königs gebaut. Wind und Wetter haben dem Monument mittlerweile schwer zugesetzt. Schon im 18. Jahrhundert war der einst über zwölf Meter hohe Obelisk bei einem Sturm abgebrochen. Heute ragt er nur noch gut fünf Meter empor. Unter ihm befindet sich ein Granit-und Feldsteinsockel.

 Insgesamt sollen nun in den Jahren 2015 und 2016 bis zu 110000 Euro ausgegeben werden. Vorgesehen ist, den Obelisken zu restaurieren und zugleich dessen Umfeld zu verschönern. Hierfür hat die Stadt bereits Fördermittel eingeworben. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zahlt 10000 Euro (beantragt waren 30000 Euro), das Landesamt für Denkmalpflege ist mit 40000 Euro dabei. Der Kreis Segeberg hat seine avisierten 15000 Euro wieder gestrichen.

 Vor allem die SPD-Fraktion lehnte das Vorhaben aber zunächst strikt ab. Laut Dirk Wehrmann ist der Obelisk „ohne nennenswerten touristischen Wert.“ Die Stadt solle ihre knappen Gelder lieber in die Bildung investieren. Wehrmann: „Natürlich tut es weh, ein solches Kulturdenkmal zum jetzigen Zeitpunkt nicht retten zu können.“ Seine Fraktion wolle aber abwarten, bis für die Anbindung der Firma Möbel Kraft über die Hamburger Straße an die Innenstadt ein Gesamtkonzept aufgestellt worden ist. Darin müsse dann auch der Obelisk Berücksichtigung finden.

 Diese Argumentation brachte den in historischen Fragen sehr engagierten Thomas Krüger (Die Unabhängige) regelrecht auf die Palme. „Auch ein Denkmal kann ein soziales Ding sein!“, ereiferte er sich. „Das hat etwas mit Kultur zu tun!“ CDU-Fraktionschef Norbert Reher übte sich in Sarkasmus: „Von einem Obelisken gibt es nun mal keine Wählerstimmen…“ Reher kritisierte, dass das zur Sanierung notwendige Eigenkapital der Stadt beim Tagesordnungspunkt zuvor ausgegeben worden war.

 Unterstützt wurde die Sanierung von Hermann E. Westphal (FDP). „Wenn wir jetzt lange damit warten, wäre es in meinen Augen ehrlicher, wenn wir den Obelisken gleich abreißen.“ Die Inschrift ist jetzt schon kaum noch lesbar. Bauamtsleiterin Antje Langethal pflichtete ihm bei: „Je länger man wartet, desto weniger ist zu retten.“ Petra Kröger (CDU) wies darauf hin, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Landesamt für Denkmalpflege mit Fördermitteln sehr sparsam umgehen. „Wenn wir die jetzt nicht annehmen, brauchen wir gar nicht mehr zu fragen.“

 Antje Langethal machte deutlich, dass die Stadt den Obelisken ohnehin sichern muss – und für diese Kosten gebe es keine Zuschüsse. Am Ende könnte die Sicherung für die Kommune so teuer werden wie die große Lösung mit Restaurierung inklusive Fördergeld. Diese Sichtweise brachte die SPD ins Grübeln. Nach einer Sitzungsunterbrechung wurde die Sanierung mit 21 zu 5 Stimmen beschlossen. Für diese Entscheidung bekam die SPD-Fraktion dann etwas ganz, ganz Seltenes: Applaus von Thomas Krüger.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3