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Kompromiss für den Levo-Park?

Levo-Park Bad Segeberg Kompromiss für den Levo-Park?

Die entscheidende Sitzung des Zweckverbandes Mittelzentrum zum Levo-Park am 8. Dezember rückt näher – und bislang deutet einiges auf eine Bruchlandung für den angestrebten F(lächennutzungs)-Plan hin. Das Einrichten von Einzelhandel wird von vielen Kommunalpolitikern kritisch gesehen. Mit einem Kompromiss will Bürgermeister Dieter Schönfeld die Zweifler davon überzeugen, doch noch mit Ja zu stimmen.

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Bürgermeister Dieter Schönfeld.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. In der Vollversammlung des Zweckverbandes verfügen Bad Segeberg, Wahlstedt, Schackendorf und Fahrenkrug über jeweils sechs Stimmen. Die Wahlstedter haben ihre geschlossene Ablehnung bereits angekündigt, weil sie Angst um ihren eigenen Einzelhandel haben, wenn im Levo-Park großflächig Konkurrenz eröffnet. Laut Schönfeld wollen die Fahrenkruger zustimmen und sich die Schackendorfer enthalten.

 Wenn das alles so kommt, sind die Bad Segeberger Delegierten das Zünglein an der Waage. Schönfeld und der SPD-Vertreter wollen für den F-Plan stimmen, nach Einschätzung des Bürgermeisters wird wohl auch die FDP Ja sagen. CDU und Grüne hingegen sind gegen Einzelhandel im Levo-Park, die Freie Wählergemeinschaft BBS hat noch kein eindeutiges Signal gesendet. Nach Schönfelds Einschätzung läuft die Sache auf einen Gleichstand hinaus – und damit wäre der F-Plan gescheitert.

 Der Rathaus-Chef wirbt eindringlich dafür, die Pläne von Investor Ulrich Wachholtz zu unterstützen. „Wir brauchen keine Verdrängung, sondern wir brauchen Verstärkung.“ Es müsse darum gehen, Branchen in den Levo-Park zu holen, die es in Bad Segeberg bislang nicht gibt – oder örtlichen Unternehmen die Chance zur Umsiedlung zu bieten. So habe man den Landmaschinenhandel Meifort an Fahrenkrug verloren, weil die Kreisstadt kein passendes Bauland anbieten konnte.

 Im Levo-Park soll ein 4 Hektar großes Teilstück für Handel mit einer Verkaufsfläche von bis zu 12000 Quadratmetern genutzt werden. In einem 4,7 Hektar großen so genannten „Kerngebiet“ wäre ebenfalls Handel möglich. Dagegen laufen Teile der Unternehmerschaft Sturm.

 In einem Telefongespräch mit Bürgermeister Schönfeld erklärte sich Planer Professor Gerhard Steinebach gestern bereit, einen so genannten „vorhabenbezogenen B-Plan“ zu akzeptieren.

 Es gibt bei B-Plänen zwei Varianten: eine „Angebotsplanung“ und die „vorhabenbezogene“ Vorgehensweise. Bei der Angebotsplanung überlegt sich eine Kommune, was sie in einem Baugebiet gern in welcher Form hätte – und muss dann schauen, ob das auch jemand bauen will. So wird zum Beispiel bei Wohngebieten vorgegangen.

 Bei der vorhabenbezogenen Variante hingegen wird der B-Plan für ein konkretes Projekt maßgeschneidert (meistens, wenn es sich um etwas Komplizierteres handelt). Der Investor muss dann sehr genau sagen, was er haben möchte – und die Stadt kann bis in die Details Einfluss darauf nehmen, wie der Baukörper aussieht und – bei einer Handelsnutzung – welche Sortimente angeboten werden. Das Baurecht gilt dann für vier Jahre. Innerhalb dieser Zeit muss Wachholtz die vereinbarten Unternehmen ansiedeln (sofern sie sich denn finden lassen).

 Auf diese Weise will Schönfeld filigran steuern, was im Levo-Park verkauft werden darf und was nicht – um die Innenstadt zu schützen. „Das ist eine Idee, die wir verfolgen sollten“, erklärte er gestern. Diejenigen, die jeglichen Handel im Levo-Park als Gefahr für die Innenstädte von Bad Segeberg und Wahlstedt sehen, weil Kundenfrequenz abwandert, wird Schönfeld aber auch damit nicht erreichen können.

 Planer Steinebach kann die gesamte Diskussion um den Levo-Park nicht nachvollziehen. Er wundert sich über die Kritik von Seiten der Firma Möbel Kraft. Das Unternehmen habe seine Verkaufsfläche seit dem Jahr 2000 um 13000 Quadratmeter erhöht. „Das ist doch auch fast so viel wie die gesamte Innenstadt.“ Dass sich die Einzelhändler jetzt ausgerechnet mit Möbel-Kraft-Chef Günter Loose zusammentun, findet Steinebach seltsam. „Das hat weniger mit Stadtentwicklung zu tun als mit der Frage, wie man sich Konkurrenz vom Hals hält. Aber einen Stillstand in der Entwicklung kann doch auch Wahlstedt nicht wollen. Die Blockade-Haltung macht mich ein stückweit ratlos.“

 Bürgermeister Schönfeld betont, der jetzt im Zweckverband zur Abstimmung stehende F-Plan räume keiner Person und keinem Unternehmen ein wie auch immer geartetes Baurecht ein, sondern ermögliche lediglich der Stadt Bad Segeberg, einen B-Plan für den Levo-Park zu entwickeln. Alle Sorgen mit den Sortimenten ließen sich im B-Plan und einem städtebaulichen Vertrag regeln. Es gibt allerdings Kommunalpolitiker, die befürchten, dass trotz aller Absprachen unliebsame Unternehmen angesiedelt werden könnten, wenn die Wunschbetriebe nicht kommen wollen.

 Sollte im Levo-Park kein Handel erlaubt werden, könnte laut Steinebach noch nicht einmal eine Tankstelle öffnen, da dort ja Kraftstoffe und allerlei Shop-Artikel verkauft werden. Welche Artikel der Fußgängerzone schaden und welche nicht – das dürfte dann die nächste Diskussion sein.

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