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Millionen für Wohngruppen

Bahrenhof Millionen für Wohngruppen

Die Werkgemeinschaft Bahrenhof, in der 42 Menschen mit Behinderung leben, soll ausgebaut werden. Für 3,3 Millionen Euro werden unter anderem neue Wohngebäude errichtet. Die Gemeinde steht dem Projekt positiv gegenüber. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein, wurde während einer Informationsveranstaltung im Utspann in Wakendorf I bekannt.

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Heike Jendrny vom Kreisplanungsamt erläuterte die Umbaupläne in der Werkgemeinschaft Bahrenhof.

Quelle: Patricia König

Bahrenhof. Der Ausbau ist eine Folge der erfolgreichen Arbeit der Werkgemeinschaft. Seit 1982 leben und arbeiten dort Menschen mit geistiger Behinderung. Derzeit sind 42 Männer und Frauen in sechs Wohngruppen in dem ehemaligen Herrenhaus und Nebengebäuden an der Dorfstraße 6 und 8 in Bahrenhof untergebracht.

 „Anfangs war das eine Einrichtung für Jugendliche“, sagte Heimleiter Jochen Berghöfer. Mittlerweile seien die Bewohner, die sich größtenteils aus Kindertagen kennen, in einem Alter von 40 bis 60 Jahren. Damit hätten sich auch die Wohn- und Lebensbedürfnisse geändert. Deswegen werde seit sieben Jahren überlegt, umzubauen. „Wir hatten kurz überlegt, ob wir Bahrenhof verlassen, aber es ist uns sehr wichtig, hier zu bleiben“, erklärte Berghöfer.

 Das begrüßte Bürgermeister Peter Ulverich ausdrücklich. Zwischen Heim- und Dorfbewohnern gebe es rege Verbindungen. Außerdem sei die Werkgemeinschaft ein wichtiger Arbeitgeber. Deshalb bereite die Gemeinde den Plänen der Heimleitung für einen Teilabriss und Neubau an der Dorfstraße 8 nun auch gerne den Weg mit einer Änderung des Bebauungsplans.

 Der Trägerverein der Werkgemeinschaft möchte mit Hilfe des Sozialhilfeträgers, des Kreises Segeberg, 3,3 Millionen Euro investieren. Wenn möglich, soll noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Erste Pläne und Grundrisse hat Architekt Andreas Voßgrag aus Lübeck erarbeitet. Die Grundidee: Wohn- und Arbeitsbereiche werden zum Wohle der Bewohner getrennt.

 Das alte Landarbeiterhäuschen soll abgerissen werden, zwei reine Wohngebäude entstehen. Die Arbeitsbereiche werden komplett in das Herrenhaus und die anderen Gebäude an der Dorfstraße 6 verlegt. Dort bleiben die sozialen Einrichtungen und Raum für Veranstaltungen wie die Basare. Erste Pläne, das Herrenhaus umzubauen, hatte der Verein aus baurechtlichen Gründen zu den Akten legen müssen.

 Da keine neuen Plätze geschaffen würden, könne die erlaubte Sondernutzung für das Areal bestehen bleiben, erläuterte Kreisplanerin Heike Jendrny den zehn Zuhörern die Sicht der Kreisplanung. Auch seien keine Einschränkungen für einen Bau zu erwarten, obwohl eine Geruchsbelästigung von nah gelegenen Schweinemastbetrieben ausgeht. „Alle wissen, dass es dort stinkt, und lebten auch zuvor damit.“

 Die neuen Gebäude müssen allerdings mindestens drei Meter Abstand zur nächsten Grundstücksgrenze haben und dürften nicht höher als neun Meter sein. Weil Flächen bebaut und damit versiegelt werden, könnte es nötig werden, eine Ausgleichsfläche nachzuweisen, sagte Jendrny. Auch müsse der angrenzende Knick erhalten bleiben. Abzuwarten sei nun noch, was die befragten Behörden und Verbände zu dem Projekt sagen. „Wenn alles richtig gut flutscht, könnte Mitte des Jahres das Verfahren schon abgeschlossen sein.“

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