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Baustopp für Altenheim

Bark-Bockhorn Baustopp für Altenheim

Das Fundament steht und auch das erste Mauerwerk. Doch seit einigen Tagen ruhen die Arbeiten für das große „Seniorenlandhaus am Segeberger Forst“ an der B 206 in Bockhorn. Der Kreis hat einen sofortigen Baustopp beim 7-Millionen-Euro-Projekt verfügt.

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Das Altenheim an der B206 in Bockhorn darf nicht weitergebaut werden. Es würde größer als erlaubt, sagt die Kreisbaubehörde.

Quelle: Gerrit Sponholz

Bark. Das Haus mit 87 Zimmern wird offenbar größer gebaut als es genehmigt worden war. Nachbarn wehren sich zudem gegen die generelle Baugenehmigung. Und außerdem liegt Investor Renè Griese mit einem Imbissbetreiber im Streit.

 Nach Informationen der SZ erließ die Bauverwaltung des Kreises am 2. Juni den Baustopp, „mit sofortiger Wirkung“. Ein Teil des Gebäudeensembles, Haus A, drohe demnach nach der bisherigen Bauweise um 77 Zentimeter höher zu werden als genehmigt. Und schon die ursprüngliche Baugenehmigung sei „rahmenüberschreitend (zur Umgebungsbebauung)“ gewesen, schreibt der Kreis. Griese drohe nun ein Bußgeldverfahren. Außerdem sei möglicherweise ein Terrassengelände zu großzügig angelegt worden.

 Der Baustopp sei auch im Sinne des Bauherrn, meint die Kreisbaubehörde. „Es besteht die Gefahr, dass Rückbau oder sogar der Abbruch gefordert werden muss.“ Außerdem solle der Bauherr keine Fakten schaffen können, die später unumkehrbar seien.

 Investor René Griese, selbst ein Bockhorner, reagierte rasch. In diesen Tagen reichte sein Architekt geänderte Bauzeichnungen beim Kreis ein. Demnach soll das Dach anders konstruiert werden, um die erlaubte Maximalhöhe einhalten zu können. Der Kreis will diesen Nachtrag prüfen, solange den Baustopp aber aufrechterhalten. René Griese will sich hierzu nicht äußern.

 Auch mit dem Imbissbetreiber Manfred Muskala hat Griese Zwist. Muskala hat ein Gebäude, das wenige Meter vor dem Neubau liegt, bis Spätsommer 2017 gemietet. Muskala beklagt, Griese habe an den Imbiss zu dicht heran gebaut. Ein Gericht habe eine einstweilige Verfügung erlassen, die Einfahrt zum Imbiss wieder zu vergrößern, sagt Muskala. Griese möchte auch dazu nichts sagen, verweist auf seine Anwältin Bettina Steinbach. „Wir haben Berufung eingelegt“, sagt die Juristin und sieht kein Problem für Muskala; der Imbiss könne weiterhin beliefert werden.

 Der Streit zwischen Griese, dem die Imbiss-Immobilie mittlerweile gehört, und Muskala schwelt seit 2013. Mehrfach gingen sie gerichtlich gegeneinander vor. Außerdem waren Brände am Imbiss gelegt worden, den Griese lieber früher als später geräumt und abgerissen hätte. Muskal war außerdem zu Hause überfallen und der Imbiss beschossen worden. Täter hatte die Polizei nicht ermitteln können.

 Ärger schafft der Neubau auch bei den Nachbarn. Ein Altenheim lehnen sie nicht grundsätzlich ab. „Aber das Gebäudeensemble ist viel zu wuchtig, steht viel zu dicht an Wohnhäusern und geht viel zu tief ins Hinterland“, klagen sie, möchten aber nicht mit Namen genannt werden. Sie hatten die Baubehörde auf die Probleme hingewiesen und protestiert, dass der Kreis diesen Großbau in einem solch kleinen Dorf überhaupt genehmigt habe. Dieser Protest wird in einem „gesonderten Verfahren“ bearbeitet, teilte der Kreis der SZ mit. Die Nachbarn werden den Druck aufrechterhalten. Sie haben sich einen Fachanwalt genommen.

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