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Preis für Schafzüchter

Barker ausgezeichnet Preis für Schafzüchter

Er ist Züchter und Schlachter – und sieht die Schafe am liebsten ohne Fell und am Haken. „Davon leb’ ich“, sagt Andreas Pirdzuhn (52) als Landschlachter. Als Schafzüchter hat er ebenfalls ein ernsthaftes kommerzielles Interesse an den Tieren.

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Schafzüchter Andreas Pirdzuhn mit seiner Herde.

Quelle: Petra Stöver

Bark. Nicht nur, weil die Zuchttiere wesentlich wertvoller sind als die Schlachttiere, kümmert er sich besonders um deren Wohlergehen. Für beispielhafte Leistungen zeichnete ihn die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein am Dienstag mit einem Ehrenpreis aus.

Seine Landschlachterei mit acht Mitarbeitern betreibt Pirdzuhn in Todesfelde, im Nachbardorf Bark hat er einen Resthof mit sechs Hektar Grünland für die Schafhaltung umgebaut. Schon als Schuljunge hätten ihn die Schafe fasziniert, sagte Pirdzuhn. Seit 1992 betreibt er die Zucht ernsthaft, regelmäßig seien seine Böcke auf Auktionen und Schauen sehr erfolgreich. Seine Herde umfasst 75 Tiere, davon knapp 40 Mutterschafe. Die grasen auf einer fetten Weide mit viel Klee in Bark oder liegen in strohbedeckten Ställen. Nur die allerwenigsten von ihnen kommen gleich in die Salami, sondern sie werden von anderen Schafhaltern gekauft, die sich von seinen Böcken gesunde und langlebige Lämmer erhoffen.

Pirdzuhn sei der Erzeuger von guten Vätern der Mastlämmer, repräsentiere den züchterischen Fortschritt, lobt die Kammer. Der Todesfelder setze Maßstäbe, und die kämen letztendlich den Verbrauchern zugute, die Schaffleisch kaufen. Durch den Verkauf von Zuchttieren und durch eigene Schlachtung sorge er dafür, „dass hervorragendes Lammfleisch in den Verzehr gelangt“.

Weil er die Tiere immer mit dem Auge des Schlachters betrachtet, hält er seit 2014 außer den Suffolk- auch Charollais-Schafe. „Nicht weil sie so hübsch sind, der Schlachtkörper ist das Nonplusultra, keine Knochen, viel Fleischansatz“, schwärmt der Fachmann. Wenn die Geburt bevorsteht, schafft er die Muttertiere nach Todesfelde, wo er wohnt und wo er sie in Extra-Boxen überwachen kann. Zwölf Wochen bleiben die Lämmer bei der Mutter.

„Der züchterischen Arbeit ist es zu verdanken, dass es heute leistungsbereite, robuste und gesunde Tiere gibt, deren Produkte die Verbraucheranforderungen erfüllen“, meint die Landwirtschaftskammer. Schleswig-Holstein hat nach ihren Angaben mehr als 10000 Tierzüchter, über die Hälfte sind im Holsteiner Pferdeverband organisiert. Die Rinderzucht zählt 5055 Mitglieder mit 120000 Herdbuchkühen. Dagegen hat der Landesverband der Schaf- und Ziegenzüchter nur 620 Mitglieder mit 4560 Herdbuchtieren. Pirdzuhns Schafe seien auch ein Ergebnis von „Leidenschaft, Visionen, Durchhaltevermögen und Auge für die Rasse“, lobt Kammerpräsident Claus Heller.

Von Petra Stoever

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