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Boom ja, Blase Nein

Bauen im Kreis Segeberg Boom ja, Blase Nein

Der Boom beim Hausbau im Kreis Segeberg hält an. Allerdings müssen Immobilienbesitzer schon für die Grundstücke tief in die Tasche greifen. Bis zu 300 Euro pro Quadratmeter Bauland werden beispielsweise in Norderstedt verlangt. Eine Blase können Experten aber nicht ausmachen.

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Wie hier in Wittenborn wird in viele Orten im Kreis Segeberg eifrig gebaut.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. Die Preise steigen, weil die Nachfrage größer ist als das Angebot. Eine Immobilienblase zeichne sich aber noch nicht ab, sagt Volker Rimka, Leiter der Bauaufsicht in der Kreisverwaltung Segeberg.

 Der Diplom-Ingenieur ist auch Vorsitzender des Gutachterausschusses. Das Gremium wertete alle 6600 Kaufverträge von Bauland in den Jahren 2013 und 2014 im Kreis Segeberg aus. Sie müssen von den Notaren dem Ausschuss gemeldet werden.

 Demnach stiegen die Flächenpreise für Einfamilien- und Doppelhausbebauung im Vergleich zu 2012 in Bad Bramstedt und Norderstedt um rund 15 Prozent, in Bad Segeberg dagegen nur um 2 Prozent. Rimka erklärt sich das mit starkem Zuzug ins Hamburger Randgebiet. In Norderstedt seien freie Grundstücke besonders knapp, sagt Rimka. Viele wollen dort siedeln, weil die Stadt gut an das Hamburger U-Bahn-Netz angeschlossen ist. Außerdem schätzen viele Häuslebauer die Hamburger Telefonvorwahl (040), die auch für Norderstedt gilt.

 In Bad Bramstedt wiederum läuft das Wohngebiet Bissenmoorpark gut. Möglicherweise auch deshalb, vermutet Rimka, weil die A7 in der Nähe liegt und ausgebaut wird, was danach die Staugefahr für Berufspendler nach Hamburg mindern wird.

 Auch auf dem Immobilienmarkt für bestehende Wohnhäuser tut sich viel. „Da werden zum Teil verrückte Preise bezahlt“, erfuhr Rimka von Gutachtern. „Man bekommt heute jede Immobilie verkauft.“ In der Regel seien die Immobilienfinanzierungen gut aufgestellt. In Probleme gerieten Bauherren meist nur, wenn eine Ehe scheitert oder einer den Job verliert.

 Dass in Deutschland meist für die Ewigkeit gebaut werde, hält Rimka nicht für besonders schlau. Es reiche das Zeitfenster von der Familiengründung bis zur Gebrechlichkeit im Alter, also eine Spanne von 50 Jahren. Zwar könne man später ein Wohnhaus an die erwachsenen Kinder vererben. Doch anders als in früheren Jahrzehnten würden die andernorts lebenden Kinder es meist nicht mehr übernehmen, sondern verkaufen oder abreißen.

 Diesen Wandel spüren auch die Menschen, die in den 1960er und 1970er Jahren ihre Wohnhäuser gebaut haben, sagt Rimka. Diese Häuser seien heute nicht mehr so werthaltig. Die früher üblichen Grundrisse mit kleinen Schlafzimmern und großem Wohnzimmer entspreche nicht mehr heutigen Gepflogenheiten. Und die Wärmedämmungen seien schlecht, vieles sanierungsbedürftig.

 Viele sehen nach Ansicht von Rimka den Hausbau als sichere Geldanlage und wollen die niedrigen Kreditzinsen ausnutzen. Selbst an einer Hauptverkehrsstraße, in dritter Baureihe oder auf winzigen Grundstücken werde gebaut. „Darunter sind Flächen, bei denen ich einen Bau vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten habe.“ Weitgehend aus der Mode gekommen sind dagegen Reihenhäuser und Geschosswohnungsbau.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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