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Baustopp in der Lornsenstraße

Bad Segeberg Baustopp in der Lornsenstraße

Die Anwohner der Lornsenstraße haben es nicht leicht: Erst wird gegen ihren Willen damit begonnen, die Straße zu sanieren – und jetzt liegt die Baustelle zu allem Überfluss seit Wochen still. Probleme mit dem Erdboden lösten einen Baustopp aus.

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Die Bad Segeberger Lornsenstraße ist nicht befahrbar. Daran wird sich in den kommenden Monaten auch nichts ändern. Seit nunmehr sechs Wochen herrscht dort ein Baustopp.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Das dürfte dafür sorgen, dass die Absperrungen noch weit länger dort stehen bleiben als ohnehin vorgesehen. Die Lornsenstraße und die Straße Am Wiesengrund sind seit Jahren in einem erbarmungswürdigen Zustand. Für 1,7 Millionen Euro sollen Fahrbahnen und Fußwege nun in Ordnung gebracht werden. Für 650000 Euro kommt der Zweckverband Mittelzentrum auf; die Anwohner der Lornsenstraße sollen knapp 720000 Euro übernehmen, die Bewohner des Wiesengrunds 240000 Euro bezahlen.

 Vorgesehen war, dass die Stadt nur etwa 60 bis 70 Zentimeter des Erdreichs auskoffert, um die Fahrbahn neu aufzubauen; die darunter liegende Kanalisation sollte vom Zweckverband in sogenannter geschlossener Bauweise saniert werden. Dabei werden die löcherigen Rohre mit einem Spezialharz ausgekleidet, sodass im Inneren ein neues, absolut dichtes Rohr entsteht.

 Doch laut Bauamtsmitarbeiter Robin-Arne Otten gibt es auf der im Juli eröffneten Baustelle seit Anfang September nichts als Ärger. Mit einem so genannten „Plattendruckversuch“ wurde überprüft, wie tragfähig der Untergrund ist. Das Ergebnis: überhaupt nicht. Normalerweise sinkt die 30 Zentimeter dicke Platte bei diesem Versuch maximal einen Zentimeter tief ein. Diesmal brach der zuständige Gutachter den Versuch bei zwei Zentimetern ab. „Der Boden ist da ganz merkwürdig und trocknet einfach nicht aus“, erläutert Otten. Obwohl es im September viele Tage ohne Regen und mit viel Sonne gab, „konnte man nach zwei Wochen den Boden noch kneten, als ob man da Figürchen draus machen will“. Eine Straße könne man auf so etwas jedenfalls nicht errichten.

 Seit sechs Wochen sucht die Stadt nun nach Mitteln und Wegen, den ohnehin ungeliebten Bau fortzusetzen. Für die Anwohner verlängert sich somit die Geduldsprobe, weil sie erhebliche Umwege in Kauf nehmen müssen. Einige Grundstücke sind derzeit mit Autos überhaupt nicht erreichbar. Die Mülltonnen werden bis an die Oldesloer Straße gerollt, damit sie von der Müllabfuhr geleert werden können.

 Laut Otten wurde zunächst ein so genanntes „Geo-Gitter“ aus Kunststoff in ein vier mal vier Meter großes Testfeld in der Straße eingebaut. „Aber die Werte in Sachen Stabilität waren nicht gut genug.“ Daraufhin wurde zusätzlich zum „Geo-Gitter“ noch ein Vlies eingebracht, durch das sich die Gewichtsbelastung durch Straßenbelag und Autos verteilen soll. „Aber auch das reichte nicht aus.“ Am Ende wurde eine Schotterschicht mit Gitter und Vlies förmlich eingepackt – das schon mit akzeptablem Ergebnis.

 Aber heute folgt ein weiterer Versuch. „Uns wurde ein spezieller Schotter angeboten. Da kommen das Gitter und das Vlies drunter. Der Schotter müsste aber nicht eingepackt werden. Das macht die Sache wieder deutlich weniger aufwändig.“ Für Verdruss sorgte, wie Otten weiter schildert, die Telekom. Das Unternehmen sei anfangs gefragt worden, ob es – wenn die Straße schon mal offen ist – Leitungen verlegen will. „Erst haben die sich wochenlang nicht gemeldet. Dann hieß es: Wir machen nichts! Als dann die Baufirma angefangen hat, meldete sich die Telekom und sagte: Wir machen alles! Und mittlerweile heißt es: Wir machen teilweise was. Da ist mir der Kragen geplatzt.“An den Verzögerungen sei das Unternehmen aber nicht schuld. Dafür sei nur der Boden verantwortlich.

 Otten beteuert, die Stadt wolle den Anwohnern die Mehrkosten von der Hand halten. „Wir suchen da nach Mitteln und Wegen.“Versprechungen möchte er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht machen. Noch hofft er, dass die Bauarbeiten – wie vorgesehen – im Spätsommer 2017 – beendet sind.

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