16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Wieder Kampf gegen Windpark

Bebensee Wieder Kampf gegen Windpark

Der Kampf gegen Windkraftanlagen bei Bebensee geht in die nächste Runde. Die Gegner formieren sich in einer neuen Bürgerinitiative. Einige von ihnen hatten vor fünfeinhalb Jahren bereits einen Windpark zu Fall gebracht.

Voriger Artikel
Hans-Joachim Grote bleibt Oberbürgermeister
Nächster Artikel
Schüler auf den Spuren der „Weißen Rose“

Über Windkraftanlagen informierten im Haus Bebensee (von links) Dr. Joachim Musehold (Bebensee), Dr. Susanne Kirchhof (Holtsee) und Gerhard Artinger (Bargteheide).

Quelle: Harald Becker

Bebensee. Die „Bürgerinitiative gegen die Errichtung von Windanlagen im Raum Leezen, Bebensee, Mözen und Schwissel“ wurde am Freitagabend gegründet. Gut 50 Leute, die meisten von ihnen aus Bebensee, waren ins Haus Bebensee gekommen. Damals wie heute ging die Initiative von Gemeindevertreter Dr. Joachim Musehold aus. Er hatte 2011 mit anderen per Bürgerbescheid den Beschluss der Gemeindevertretung gekippt, Windkraftanlagen in Bebensee zuzulassen. 64 Prozent der Bürger hatten im Sinne der Gegner gestimmt, so der BAW-Kommunalpolitiker.

 Jetzt hat das Land die Planungshoheit und das schon 2011 vorgesehene Gebiet wieder zum „Abwägungsgebiet“ für Windkraftanlagen erklärt. Nach Vorstellung der Kieler Genehmigungsbehörden könnten 800 Meter von der Wohnbebauung zehn bis zu 200 Meter hohe Windkraftanlagen mit einem Rotoren-Durchmesser von 132 Metern, die 3,3 Megawatt Strom erzeugen sollen, errichtet werden.

 „Es sind schon Vorverträge mit den fünf Landeigentümern geschlossen worden. Sollte die Windkraft hier realisiert werden, kassieren die Eigentümer bis zu 80000 Euro Pacht je Windkraftanlage“, sagte Joachim Musehold. Falls sie gebaut würden, bekämen Kraniche, Reiher, Uhus, Störche, Rotmilane und Seeadler Schwierigkeiten.

 Mit Susanne Kirchhof und Gerhard Artinger vom Verein „Gegenwind Schleswig-Holstein“ hatte er profunde Kenner gewinnen können. Artinger rechnete vor, dass die Anlagen eigentlich 2000 Meter von Orten errichtet werden müssten. „Die ausgewiesenen Flächen sind folglich ungeeignet“, urteilte Artinger.

 Gegenwind-Vorsitzende Susanne Kirchhof berichtete von persönlichen Erfahrungen. „Vor allen Dingen nerven die Geräusche nachts. Es macht immer ,Wumm, Wumm’. Wenn nichts zu hören ist, spürt man den Infraschall. Diese nicht hörbaren tiefen Frequenzen sind einfach unerträglich“, sagte die vehemente Windkraftgegnerin, die zu „zivilem Ungehorsam“ aufrief.

 Musehold forderte „eine Beweislastumkehr vom Gesetzgeber“. Die WKA-Betreiber müssten beweisen, dass ihre Anlagen für die Anwohner gesundheitlich unbedenklich seien. „Bisher müssen die Betroffenen beweisen, dass ihre gesundheitlichen Beschwerden von der Windkraftanlage herrühren.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3