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Windkraft als „kalte Enteignung“

Bebensee Windkraft als „kalte Enteignung“

Dorfbewohner sind aufgebracht über die Pläne dreier Landwirte aus dem Ort, zwischen Schwissel, Bebensee und Krems I (Gemeinde Leezen) sechs Windmühlen der 3-Megawatt-Klasse zu bauen. 60 Bürger folgten der Einladung der Bürgerinitiative Gegenwind Bebensee zu einem Info-Abend.

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Rund 60 Anwohner waren der Einladung des Vereins Gegenwind Bebensee ins Haus Bebensee gefolgt.

Quelle: Klaus J. Harm

Bebensee. Christian Förster vom Vorstand der Initiative berichtete, dass schon 2010 versucht worden sei, in der Gegend Windkraftanlagen zu errichten. Damals hatte das ein Bürgerentscheid verhindert. Mittlerweile hat die Landesplanung in seinem Entwurf ein neues Eignungsgebiet ausgewiesen. Derzeit läuft die Anhörung dazu. Ist die Regionalplanung eines Tages endgültig verabschiedet, sind die Einflussmöglichkeiten der Bürger und Gemeinden nur noch gering. Auf den bezeichneten Flächen bestünde prinzipiell Baurecht.

 Das neue Gebiet ist mit 116 Hektar zwar deutlich kleiner als das frühere mit 176 Hektar. Die Fläche würde aber immer noch rund sechs Anlagen erlauben. In Sorge ist Dr. Joachim Musehold, Biologe, Gemeindevertreter und ebenfalls Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative. Im betroffenen Gebiet seien regelmäßig Seeadler, Rotmilan, Uhu, Storch und Kranich zu beobachten. Außerdem liege die Fläche zwischen den Naturschutzgebieten Neversdorfer See, Travetal und Mözener Au. Und die Baugrundstücke in der Nähe von solchen Anlagen würden massiv an Wert verlieren, gab er zu bedenken. Das Maklerbüro Engel & Völkers gehe von einem Minus von 25 bis 30 Prozent aus. Für Musehold ist ein Windpark ein unzulässiger Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum, eine Art kalte Enteignung.

 Torsten Vater sah noch ein weiteres Problem. „Das Vorranggebiet liegt auf dem Windberg von Bebensee, rund 20 Meter über dem normalen Niveau, dazu kommen die 150 Meter Spitzenhöhe – die Anlagen würden die Dorfbewohner optisch erschlagen.“ Der Schlagschatten der Rotoren wäre über 1400 Meter lang.

 Manfred Michalik aus Bebensee berichtete über einen Seeadlerhorst beim Neversdorfer See, von dem aus die Greifvögel jeden Tag in das fragliche Gebiet flögen. Offensichtlich sei dieser Horst den staatlichen Umweltschützern noch nicht bekannt. Der Hintergrund: Im Umkreis von drei Kilometer um Seeadlerhorste darf nicht gebaut werden.

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