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Sechs Giganten wachsen in den Himmel

Neuer Windpark bei Pronstorf Sechs Giganten wachsen in den Himmel

Die Dimensionen sind gigantisch. Stück für Stück wachsen sechs neue Windkraftanlagen bei Pronstorf auf den Äckern. Die Münchener Firma BayWa lässt sie errichten. Vermutlich wird das Sextett bald um 14 weitere Windkraftanlagen in Richtung Stockelsdorf erweitert. Das Erörterungsverfahren bei der zuständigen Landesbehörde läuft bereits.

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Bei Pronstorf werden zurzeit die riesigen Bauteile der Windkraftanlagen montiert.

Pronstorf. Pronstorfs Bürgermeisterin Bettina Albert kommt aus dem Staunen gar nicht heraus, als Diplom-Ingenieur und Bauleiter Titus Foellmer von der Firma ISEE aus Buxtehude die Bauweise und Bauteile erklärt.

 Ein Mast erreicht eine Höhe von 99 Metern. Er setzt sich aus 15 Betonringen zusammen. Die unteren fünf bestehen wegen der mächtigen Größe aus jeweils zwei, besser transportablen Halbringen.

 Das Fundament besteht aus 750 Kubikmetern Beton. In ihm sind 80 Tonnen Stahl verbaut. Die Basis ist drei Meter tief im Erdreich verankert. Die Gesamtkonstruktion muss Windgeschwindigkeiten von 200 km/h überstehen.

 Die Ringe eines Mastes werden nicht nur jeweils direkt miteinander verbunden. Sie sind auch in ganzer Masthöhe vertikal von 20 bis 25 Stahlseilen durchzogen. Diese Seile werden gespannt und halten so den Mast stabil.

 Auf den Mast werden später das Maschinenhaus und die drei Rotoren montiert. Die maximale Höhe liegt dann bei 149,5 Meter.

 Die Bauteile liefert die ostfriesische Firma Enercon. Sie zählt zu den Marktführern. Der größte Teil des Materials ist in Deutschland produziert worden. Die Firmen, sagt Foellmer, legten heute Wert auf eigene Fertigungstiefe.

 Um alle Teile an die richtige Stelle und in die Höhe zu hieven, sind Riesenkräne (1200-Tonner) im Einsatz. Gesteuert mit Hilfe von Lasertechnik, werden alle Teile millimetergenau zusammengesetzt.

 Die untersten drei Etagen im hohlen Mast dienen dazu, die Technik unterzubringen, etwa die Schaltung, die Steuerung und die Wechselrichter.

 Eine Leiter führt Arbeiter nach oben. In großen Masten befindet sich zusätzlich ein Servicelift.

 Die Kabel, die den erzeugten Windstrom abtransportieren zu einem Umspannwerk in der Nähe, haben einen Durchmesser von zehn Zentimetern. Der Stromgenerator eines Mastes setzt etwa so viel Strom um wie 3000 laufende Staubsauger, erklärt Foellmer.

 Einige Masten müssen während ihres Betriebs zeitweise ausgeschaltet werden. Sie werfen zu lange Schlagschatten auf manche Häuser in der Nähe. Dies wird aber wohl nur selten der Fall sein, weil die Masten in landwirtschaftlicher Umgebung gebaut werden.

 Es habe keinen Protest in der Gemeinde gegeben, sagt Pronstorfs Bürgermeisterin Bettina Albert. Sie lobt auch das umsichtige Verhalten der Baufirmen. Auf anfänglicher Ärger wegen der Zufahrt von schweren Bau-Lkw sei schnell reagiert worden. Für die Lastwagen wurde eine neue Zufahrt angelegt.

 Einzig die Dauerleuchtfeuer an den Masten, die Flugzeugbesatzungen vor den Hindernissen warnen sollen, sind Albert noch ein Dorn im Auge. Besser seien Warnlichter, die nur dann eingeschaltet werden, wenn sich ein Flugzeug nähert. „In bin in Gesprächen darüber mit dem Land.“

 Windkraft sei ein Beitrag zum Umweltschutz, sagt Albert. Verpächter der Grundstücke seien örtliche Bauern.

 Dass Gewerbesteuer in die Gemeindekasse gespült wird, ist sicher. Wie viel, mag Albert nicht voraussagen, und lächelt vielsagend. Erst mal freue sie sich auf die Inbetriebnahme der sechs Masten, sagt sie. Ende 2015 sollen sie fertig sein.

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Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
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