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Manche Autos sind abenteuerlich

Bad Segeberg Manche Autos sind abenteuerlich

Fahranfänger bilden die größte Risikogruppe im Straßenverkehr – oftmals sind sie unerfahren und besitzen Autos älteren Baujahrs, die nicht mehr ganz zuverlässig sind. Deshalb riefen die Kfz-Experten der Dekra den „Safetycheck“ ins Leben.

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Im Motorraum des VW Golf ist nicht alles so, wie es sein sollte. Kfz-Meister Moritz Lipphardt stelle fest, dass eine Kunststoffummantelung bei Kabeln fehlte.

Bad Segeberg. Die Bundesregierung übernahm die Schirmherrschaft. In Bad Segeberg findet die Aktion im Autohaus Süverkrüp & Ahrendt (Jasminstraße 1) statt. Bundestagsabgeordneter Gero Storjohann (CDU) ist der Schirmherr für den Kreis Segeberg.

 Startschuss war mit Schülern des Berufsbildungszentrums (BBZ) Bad Segeberg. Beim „Safetycheck“ überprüft die Dekra die Autos der jungen Leute kostenlos und zeigt ihnen die Mängel. „Wir wollen die Jugendlichen beraten“, erklärte Jochen Schnack von der Dekra. Hauptziel sei es, dass es weniger Unfälle auf den Straßen gibt. Auch die Polizei macht mit. „Wir wollen Prävention und nicht Repression erreichen“, sagte Kersten Schwabe von der örtlichen Autobahnpolizei.

 Dass junge Menschen zwischen 18 bis 24 Jahren in der Unfallstatistik besonders oft auftauchen, liegt nach Ansicht von Experten daran, dass viele von ihnen ältere und/oder technisch veränderte Autos fahren. „Das Motto ist immer noch ,tiefer, härter, breiter’ und das ist nicht immer gut“, sagte Schwabe. Dazu kämen eine erhöhte Risikobereitschaft und der übermütige Genuss von Alkohol.

 132 Autos kamen im vergangenen Jahr zum „Safetycheck“ nach Bad Segeberg. Die Hauptmängel sind immer die gleichen: Bremsen, Fahrwerk und Reifen. „Es ist abenteuerlich, womit manche jungen Fahrer unterwegs sind“, findet Schnack. So habe es einen Fall gegeben, in dem sich jemand seine Reifen von einem Silo geholt hatte, wo sie wie oft üblich zur Abdeckung der Plane dienten. „Die hatten natürlich null Profil.“ Reifen, die nicht zum Fahrzeug passen, seien auch keine Seltenheit. Die „Krönung“ im vergangenen Jahr war ein wieder zugenähter Airbag.

 Zum Beginn der Aktion kam der Abitur-Jahrgang des BBZ. Für Schüler Mustafa Özenbas gab es eine unschöne Überraschung. Vor einem Jahr hatte er einem Kumpel einen VW Golf III (Jahrgang 1993) abgekauft. Kfz-Meister Moritz Lipphardt stellte neben diversen Beleuchtungsmängeln fest, dass das Lenkrad gar nicht in diesen Golf eingebaut werden dürfte. „Er müsste eigentlich ein Prüfzeugnis vorlegen, dass das Lenkrad für das Auto zugelassen ist“, sagte Lipphardt.

 Polizeiobermeister Dirk Tehsmann erklärte dem verblüfften Mustafa Özenbas, was für Konsequenzen solch ein Mangel bei einer Polizeikontrolle hätte. „25 Euro Strafe und innerhalb von sieben Tagen müsste der Wagen erneut vorgeführt werden.“ Dem 21-jährigen BBZ-Schüler war das nicht bewusst gewesen.

 Kfz-Meister Lipphardt stellte aber noch weitere Probleme an dem Golf fest: Die Radaufhängung vorn rechts hat zu viel Spielraum, der Motor und das Getriebe sind stark verölt, Bremsleitungen angerostet – und der Kraftstofftank hat nur noch zwei statt drei Halterungen. „Ein paar Mängel wusste ich, aber nicht alle“, gab Özenbas zu.

 Da der Golf III noch bis Februar 2016 TÜV hat, muss der junge Mann nun überlegen, ob er bis dahin weiterfährt. Bei einer Polizeikontrolle wäre sein Auto nicht stillgelegt worden. „Wir können ja nicht unters Auto schauen, und äußerlich gab es nur das Lenkrad zu beanstanden“, erklärte Schwabe. Der Autobahnpolizist gab dem Fahranfänger einen guten Tipp: „Für 700 bis 1000 Euro bekommst du das gleiche Modell in einem viel besseren Zustand.“ Und eine Reparatur der festgestellten Mängel sei nur sinnvoll, wenn man in Eigenregie schraubt: „Eine Werkstatt ist zu teuer.“

 Weiterfahren darf Mustafa Özenbas trotz allem. „Er weiß jetzt um die Mängel und kann sie beheben, aber belangt wird er hier nicht“, betont Schwabe, der dem Schüler riet, keine allzu großen Touren mit dem Auto zu unternehmen. „Aber ich kann verstehen, wenn er es weiter macht.“

 Bis Freitag, 17. Juli, findet der „Safetycheck“ an allen Dekra-Stellen kostenlos statt. Unter den Teilnehmern wird ein Wochenende bei den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) verlost.

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Ein Artikel von
Freya M. Baier

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