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Joachim Dose hört auf

Ellerau Joachim Dose hört auf

Für Joachim Dose (68) von der Wählergemeinschaft Aktives Ellerau (AE) ist Schluss mit der Kommunalpolitik. Nach 25 Jahren legte der gebürtige Lübecker sein Mandat als Gemeindevertreter aus gesundheitlichen Gründen nieder.

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Joachim Dose verlässt nach 25 Jahren die Ellerauer Gemeindevertretung.

Ellerau. Besonders verdient gemacht habe sich Dose in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins „Wir für Ellerau“, der sich die Förderung des kulturellen Lebens auf die Fahne geschrieben habe, lobte Bürgermeister Eckart Urban den Ausscheidenden und bedankte sich bei Dose für dessen jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit. „Ich war gerne in der Kommunalpolitik aktiv. Doch nun werde ich ein wenig kürzer treten und mich verstärkt meiner Arbeit bei ,Wir für Ellerau` widmen“, erklärte Dose.

 Doses politische Karriere begann 1990. Der damals 43-Jährige zog als CDU-Mann in die Ellerauer Gemeindevertretung ein. „Von da an errang ich bei jeder folgenden Kommunalwahl in meinem Wahlkreis ein Direktmandat und musste nie über die Liste einziehen.“ Als wichtigste Stationen seiner langjährigen Karriere nannte der Vater von zwei Söhnen seine Arbeit als erster stellvertretender Bürgermeister von 2008 bis 2013 und seine Tätigkeit als Ellerauer Kreistagsabgeordneter von 2003 bis 2013.

 Getrübt wurde Doses Laufbahn durch zwei private Ausrutscher. Innerhalb kurzer Zeit erhielt Dose wegen ungebührlichen Verhaltens in zwei Ellerauer Bäckereien Hausverbot. Im ersten Fall hatte er sich mit einer Angestellten überworfen, im zweiten Fall mit dem Inhaber.

 Ein politischer Tiefpunkt war der Massenaustritt von 32 Mitgliedern, darunter auch Dose, aus dem Ellerauer CDU-Ortsverband. Sie hatten der Partei den Rücken gekehrt aus Protest gegen die von der CDU-Landesregierung beschlossene Verwaltungsreform. Sie bescherte Ellerau das Aus der damals hauptamtlichen Verwaltung.

 Die CDU-Abweichler gründeten daraufhin die Wählergemeinschaft Aktives Ellerau, der Dose bis heute angehört.

 Neben seiner kommunalpolitischen Arbeit widmete sich Dose seinem zweiten Steckenpferd, dem Verein „Wir für Ellerau“. Er gehörte 1997 zu den Gründungsmitgliedern und ist seitdem ununterbrochen Vorsitzender. Ziel des zurzeit rund 100 Mitglieder zählenden Vereins war von Anfang an die Förderung des kulturellen und sozialen Lebens in der rund 6000 Einwohner zählenden Gemeinde. Unter Doses Federführung wurden zahlreiche Projekte wie beispielsweise die Förderung der Kontakte mit der dänischen Partnergemeinde Højer realisiert. Außerdem ist der Verein Veranstalter des traditionellen Familienfrühschoppens vor dem Bürgerhaus, bei dem sich zahlreiche der im Ort ansässigen Vereine und Institutionen präsentieren. Darüber hinaus ehrt der Verein seit 2001 einmal im Jahr in seiner Bürgerrolle Frauen und Männer, die sich um das Wohl der Dorfes verdient gemacht haben. Diese Ehre wurde 2011 auch Dose zuteil.

 Auch im Verein stand der Vorsitzende Dose im Mittelpunkt einer Affäre. 2011 erhielt er von einer Bürgerin eine Barspende in Höhe von 5000 Euro, von der er 4000 Euro erst zwei Jahre später auf das Vereinskonto einzahlte. Die restlichen 1000 Euro wurden nach seinen Angaben für Ausgaben des Vereins verwendet. Bis heute bestreitet Dose vehement, er habe sich auf Kosten des Vereins persönlich bereichern wollen.

 Entspannung vom Alltag findet Dose im kleinen Garten seines Zuhauses in einer Ellerauer Seniorenwohnanlage. Dort genießt er den Anblick und Gesang der Vögel, für die er Nistkästen aufgehängt hat.

 Doses Nachfolger in der Ellerauer Gemeindevertretung, Heiko Evermann, ist seit 2012 Mitglied bei AE und seit 2013 bürgerliches Mitglied im Bau- und Planungsausschuss. „Ich will mich in meiner künftigen Arbeit als Gemeindevertreter vor allem für den Erhalt des dörflichen Charakters Elleraus einsetzen“, beschreibt der verheiratete Familienvater von vier Kindern sein wichtigstes Ziel.

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