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Pfarrer verlässt Gemeinde

Bad Bramstedt Pfarrer verlässt Gemeinde

Ein Raunen ging durch die Bad Bramstedter Kirche der katholischen Gemeinde „Jesus Guter Hirt“, als Pfarrer Berthold Bonekamp-Kerkhoff (59) während des Gottesdienstes verkündete, am 1. Januar sein Amt aufzugeben. Der Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, hat für ihn eine höhere Aufgabe.

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Pfarrer Berthold Bonekamp-Kerkhoff verkündete während des Gottesdienstes in Bad Bramstedt seinen Weggang von Bad Bramstedt und Kaltenkirchen.

Quelle: Bernhard-Michael Domberg

Bad Bramstedt/Kaltenkirchen. Die Gemeinde „Jesus Guter Hirt“ wird voraussichtlich in ihrer jetzigen Form nur noch befristet weiterbestehen und dann mit Neumünster und Bad Segeberg zusammengelegt werden.

 Bonekamp-Kerkhoff ist zum Jahreswechsel zum Personalreferenten für das Erzbistum und zum Stellvertreter des Generalvikars ernannt worden. Er wird zukünftig Personalchef sowohl der geistlichen als auch der weltlichen Mitarbeiter des gesamten Bistums sein; ein Amt, das es in dieser Form bisher nicht gab. Das nördliche Erzbistum umfasst die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein und den Landesteil Mecklenburg.

 Der Geistliche, der seit sieben Jahren Pfarrer der Doppelgemeinde Bad Bramstedt/Kaltenkirchen ist, wurde erst vor zehneinhalb Jahren zum Priester geweiht. Er hatte vor dem Theologiestudium sein Diplom als Volkswirt abgelegt und war mit zahlreichen wirtschaftlichen Funktionen in protestantischen und katholischen Organisationen betraut. Im Jahre 2002 wurde Bonekamp-Kerkhoff Geschäftsführer des Hamburger Kinderkrankenhauses Wilhelmstift, das größte Kinder- und Jugendkrankenhaus seiner Art in Norddeutschland.

 Auch diese Funktion, die zurzeit eigentlich seine Haupttätigkeit ist, wird er zum Jahresende zugunsten des Amtes im Bistum aufgeben. „Natürlich fällt mir der Abschied von der Gemeinde schwer“, beteuerte der Pfarrer. „Ich werde mich mit dieser Gemeinde, die ja meine erste und letzte war, für immer verbunden fühlen und soweit möglich mein Händchen drüber halten.“ Seinen Wohnsitz in Winsen will Bonekamp-Kerkhoff behalten, ebenso seine Mitgliedschaft im Rotary-Club Bad Bramstedt.

 Einhellig bedauerten die im Gottesdienst anwesenden Katholiken den bevorstehenden Weggang des allseits beliebten Pfarrers. „Ich empfinde seinen Abschied als großen Verlust“, sagte Annemie Kirschfink. „Wie soll es jetzt weitergehen“, fragte sich Marie Kluthe. Altpfarrer Günter Kochanowski, der Bonekamp-Kerkhoff gelegentlich vertritt, zeigte sich ebenso wie die Gemeindeglieder überrascht. „Ich bin mitbrüderlich betroffen und verstehe die Sorgen der Gemeinde, die sich im Stich gelassen fühlt.“

 Diese Sorgen scheinen auch nicht unbegründet zu sein, denn die katholische Kirche die unter Priestermangel leidet und, wie die evangelische Kirche, vom Mitgliederschwund betroffen ist, verfolgt in Norddeutschland seit mehreren Jahren die Schaffung „Pastoraler Räume“. Ziel des Projektes, das in zwei Jahren abgeschlossen sein soll, ist die Zusammenlegung mehrerer Gemeinden, um Synergien zu erzeugen.

 Die Doppelgemeinde Bad Bramstedt/Kaltenkirchen mit ihren rund 3500 Mitgliedern wird nach dem derzeitigen Stand mit den Gemeinden Bad Segeberg und Neumünster zusammengelegt werden, und der zuständige Pfarrer wird aller Voraussicht nach seinen Standort in Neumünster haben. Gleichzeitig soll die Laienarbeit in der Kirche gestärkt werden. Schon heute unterstützen mehr als hundert ehrenamtliche Kräfte die Arbeit in der Gemeinde.

 Dr. Franz-Josef Kirschfink, der das Projekt von Bad Bramstedt aus begleitet, geht davon aus, dass der gewachsene Kirchenstandort Bad Bramstedt/Kaltenkirchen eine gewisse Eigenständigkeit behalten wird. Aber ob es in der Umsetzungsphase bis zum Jahre 2017 für „Jesus Guter Hirt“ nochmal einen eigenen Gemeindepfarrer geben wird, konnte auch der künftige Personalreferent Bonekamp-Kerkhoff nicht versprechen.

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Ein Artikel von
Bernhard M. Domberg

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