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Statt Bier nun Bücherschätze

Berghalle in Bad Segeberg: Statt Bier nun Bücherschätze

Die Zeiten der kühlen Biere sind in der Berghalle vorbei. Jetzt können sich Kunden dort ab Juni für spannende Lesestunden wappnen. Im ehemaligen Bad Segeberger Lokal eröffnen die Geschwister Marion Stolze und Christian Bartsch ein Antiquariat, das nicht nur in der Karl-May-Saison geöffnet haben soll.

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Marion Stolze eröffnet in der Berghalle ein Antiquariat. Ihre Eltern Ingelore und Ekkehard Bartsch gehen ihr dabei zur Hand. Bruder Christian (nicht auf dem Foto) wird neben ihr zweiter Eigentümer.

Quelle: Michael Stamp

Bad Segeberg. Über Hundert Jahre war das Gebäude als Lokal genutzt worden. Zuletzt wurde es von Gerhard Geerdes geführt, bis er sich gemeinsam mit Ehefrau Traute im März 2012 in den Ruhestand zurückzog.

 Was bisher niemand wusste: Schon damals war Familie Bartsch an dem Haus interessiert. Vater Ekkehard, ein ausgewiesener Karl-May-Experte, betreibt in Bad Segeberg seit Jahrzehnten ein Antiquariat. Unter anderem war er im Speicher Lüken und im heutigen Döner-Imbiss genau gegenüber der Berghalle ansässig.

 „Damals in den frühen 80er-Jahren war ich aber zur falschen Zeit am falschen Ort“, schildert er nun. Die Karl-May-Spiele erlebten in jenen Jahren eine gefährliche Schwächephase – und die wenigen Besucher durften noch oben auf dem Karl-May-Platz parken. Der potenzielle Umsatz fuhr quasi an seinem Laden vorbei. „Zehn Jahre später, als Pierre Brice da war, wäre das eine Goldgrube gewesen.“

 Inzwischen verkauft Ekkehard Bartsch seine Bücher im Sommer in einer Blockhütte auf dem Karl-May-Platz und außerhalb der Saison von seinem Wohnhaus an der Riihimäkistraße aus. Mit mittlerweile 73 Jahren denkt er aber langsam über den Ruhestand nach und möchte seinen Kindern das Geschäft nach und nach übergeben.

 Tochter Marion Stolze (40) hat von Kindesbeinen an im Familienbetrieb mitgeholfen und verkauft seit Jahren auch im Blockhaus am Kalkberg mit. Mit Bruder Christian (31) will sie nun die Geschäftsführung bilden – er für den kaufmännischen Bereich, sie für die Betreuung der Kunden.

 Die Idee, die Berghalle selbst zu kaufen, ließ sich aus finanziellen Überlegungen nicht realisieren. Doch als im vergangenen Jahr eine Hamburger Familie die Immobilie übernahm und sie nicht selbst nutzen wollte, warfen Marion und Christian Bartsch ihren Hut in den Ring – mit Erfolg.

 Nun werden jede Menge Kartons voller Bücher ins Gebäude transportiert. Der eigentliche Antiquariatsraum voller Regale und Glasvitrinen wird die ehemalige „Vicelin-Stube“ (wenn man reinkommt, geht es rechts durch die Tür). Das Sortiment wird neben Karl-May-Büchern, Indianerliteratur und Sachbüchern zum gleichen Thema auch viele andere Genres bieten. Kassiert wird am ehemaligen Tresen.

 Im „Kaiser-Lothar-Saal“, in dem früher unter anderem die SPD tagte, soll es auch künftig wieder Veranstaltungen geben – zum Beispiel ein Lese-Café mit Kaffee und Tee oder gemütliche Märchenabende, denn Marion Stolze ist ausgebildete Märchenerzählerin. In dieser Funktion hat sie schon zahlreiche Kindergärten und Schulen besucht.

 Auch das Online-Geschäft mit gebrauchten Büchern soll von der Berghalle aus gesteuert werden. Über die Öffnungszeiten im Ladenlokal wird derzeit noch diskutiert. Vorteil des jetzigen Standorts: Fast alle Besucher der Karl-May-Spiele kommen an dieser Stelle vorbei.

 Ekkehard Bartsch wird zumindest in diesem Jahr sein Blockhaus noch parallel betreiben. Danach – so überlegt er – könnte er sich dort zurückziehen und seinen Kindern zur Hand gehen. Denn so ganz die Finger von den guten alten Büchern lassen, kann in der Familie Bartsch niemand.

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