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Gefangene vor dem Hungertod retten

Besuch aus dem Kongo Gefangene vor dem Hungertod retten

Sie schlafen zu Hundert in einem Raum auf dem Boden ohne Decken. Für etwas Essbares verkaufen sie ihr Kleidung. Viele sterben durch Verhungern. Pastorin Yumba Wankulu Solange (50) aus dem Kongo berichtete Schülern der Jürgen-Fuhlendorf-Schule von den schrecklichen Zuständen im Kasapa-Gefängnis.

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Die Klasse 9a mit Lehrerin Dagmar Neiß (links) hat beschlossen, das Kasapa-Projekt zu unterstützen. Yumba Wankulu Solange (Mitte) kam mit Ina Koppelin (rechts) in die Jürgen-Fuhlendorf-Schule, um ihre Hilfsprojekte im Kongo vorzustellen.

Quelle: Sylvana Lublow

Bad Bramstedt. Als die Neuntklässler der Jürgen-Fuhlendorf-Schule von den Zuständen hören, die in einem Gefängnis im Kongo herrschen, kommen einigen die Tränen. „Das war sehr emotional, ich musste weinen“, erzählt Aleyna Yilmaz. Schreckliche Tatsachen, die Solange aus dem Kongo mitbringt. Die evangelische Pastorin ist zu Besuch im Bad Bramstedter Gymnasium, um von den Hilfsprojekten ihrer Kirche in Lubumbashi, eine Sieben-Millionen-Stadt in ihrer Heimat, zu erzählen. Ina Koppelin, ehemals Kirchengemeinderatsvorsitzende, hatte den Kontakt hergestellt. Koppelin kennt Solange seit 2007 im Rahmen der Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises Altholstein mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche der Republik Kongo.

In Kasapa, einem Stadtteil von Lubumbashi, gibt es ein Gefängnis. Genau jenes, in denen immer wieder Männer verhungern, weil der Staat nicht für ausreichend Nahrung sorgt. Seit 25 Jahren kümmern sich Frauen der evangelischen Kirche um diese Menschen. „Vor 25 Jahren wurde eine Krankenschwester aus Neumünster, in dieses Gefängnis geschickt. Weil dort so viele Männer auf dem Boden lagen, sollte sie gucken, ob die krank sind“, erzählt Ina Koppelin. Aber die Männer waren nicht krank, sie litten unter Hunger. Seitdem kochen vier Frauen einmal in der Woche für die Männer. Für die ist es manchmal die einzige Mahlzeit in der Woche.

Doch die guten Taten der Frauen gleichen einer Sisyphos-Arbeit. Die Schüler haben gehört, warum. „Es gibt dort 2647 Gefangene, aber die Frauen können nur für 1000 kochen. Sie verteilen deshalb ganz kleine Portionen, damit jeder etwas bekommt“, erzählt Jacqueline Lindemann. Gekocht wird jedesmal „Fufu“, eine Art Maisknödel, und Bohnen. „125 Kilo Maismehl und 50 Kilo Bohnen brauchen sie dafür“, weiß Svea Böschen. Gekocht wird auf einem kleinen Feuerofen. Das Essen gibt es jeden Sonnabend, schon donnerstags beginnen die Frauen mit der Zubereitung „Das war sehr bewegend, was die Pastorin uns erzählt hat. Man merkt, wie gut es uns geht und wie gut die Gefängnisse hier sind“, sagt Lizanne Vetter. Für die Schüler ist schnell klar: Hier muss geholfen werden. „Beim Schulfest am Montag wollen wir afrikanische Speisen und Waffeln verkaufen. Die Einnahmen spenden wir für das Kasapa-Projekt“, erklärt Emely Matthes.

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