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An der Belastungsgrenze

Amt Itzstedt An der Belastungsgrenze

Über 100 Bürger sind zur gemeindlichen Informationsveranstaltung „Die Notlage der Flüchtlinge geht uns alle an“ ins Forum der Naher Schule gekommen. Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung: Betreuer für Asylbewerber werden im Amt Itzstedt dringend gesucht.

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Für sein Referat über die Situation der Flüchtlinge in der Region Nahe bekam Manfred Räker (rechts) von Nahes Bürgermeister Holger Fischer ein kleines Präsent.

Quelle: Harald Becker

Nahe. „Mit so vielen interessierten Bürgern hatte ich nicht gerechnet“, gab Manfred Räker zu, Ansprechpartner der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Nahe. Zur Zeit werden in den Gemeinden Itzstedt, Kayhude und Nahe 22 Männer, 11 Frauen und 13 Kinder betreut, die Asyl beantragt haben. „Bisher konnten wir die Hilfeleistungen mit unserem ehrenamtlichen Helferstamm, zu dem etwa 30 Personen gehören, noch abdecken“, sagte Räker, der Auskunft gab über die derzeitige Situation. „Doch wir sind an unserer Belastungsgrenze angekommen und suchen für die noch zu erwartenden Flüchtlinge ganz, ganz dringend weitere Flüchtlingslotsen. Diese Arbeit nützt nicht nur den Flüchtlingen. Sie erweitert auch den Horizont. Außerdem habe ich schon über diese ehrenamtliche Tätigkeit viele Freundschaften schließen können“, warb er um neue Betreuer.

 Wie dringend die ehrenamtliche Hilfe ist, zeigen die zu erwartenden Flüchtlingszahlen. Im kommenden Jahr wird vom Amt Itzstedt prognostiziert, dass zusätzlich noch mindestens 50 weitere Menschen in den drei Gemeinden untergebracht und betreuen werden müssen. „Wir müssen uns also auf eine Verdoppelung der Flüchtlinge einstellen“, sagte Räker.

 Ziel der Ehrenamtler ist es nach seinen Worten, den Asylbewerbern eine gute Starthilfe in der neuen Umgebung für die ersten sechs Monate zu geben. „Wir wollen die Flüchtlinge zu eigenständigem Handeln ermutigen.“ Eine zu intensive Betreuung könne dabei auch in die falsche Richtung gehen, glaubt Räker. Hilfe zur Selbsthilfe sei angesagt. „Auch das Loslassen muss sein, sonst kommt es zu Überforderungen.“

 Arne Hentschel vom Technischen Hilfswerk schilderte in einem Vortrag die Hintergründe zu den Ursachen der Flucht und informierte über das Leben in Flüchtlingslagern im Irak und in Jordanien , wo nach seinen Worten bis zu 140000 Menschen in Zeltstädten wohnen. „Die Lebensbedingungen sind teilweise katastrophal“, erklärte Hentschel, der in mehreren Flüchtlingslagern ehrenamtlich half, die Logistik aufzubauen, „hier muss jetzt schnell geholfen werden, sonst wird der Flüchtlingsstrom nach Europa nicht abreißen.“ , sagte Hentschel. Er forderte eindringlich: „Die große Politik muss endlich handeln.“

 Die Veranstaltung wurde mit einer Geschichte in Deutsch und Arabisch, vorgetragen von den aus Syrien stammenden Asylbewerbern Walid Ayesh und Mohammad Abbasi, beendet.

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