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Andrang im kleinsten Gotteshaus

Mönkloh Andrang im kleinsten Gotteshaus

Mehr als 300 Gläubige versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein vor der Kapelle im Hasselbusch, um einer ökumenischen Feier beizuwohnen. So viele Besucher hatte das kleinste Gotteshaus Norddeutschlands noch nie.

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Die 13-järhrigen Schülerinnen Debby (links) und Maxima sangen das Kinderlied „Du bist Du“ und ernteten dafür großen Beifall.

Quelle: Bernhard-Michael Domberg

Mönkloh. „Es ist die höchste Teilnehmerzahl seit dem Bau der Kapelle im Jahr 2001“, vermeldete stolz deren Erbauer Jürgen Frese.

 Im Mittelpunkt der Predigt, die Pfarrer Berthold Bonekamp-Kerkhoff von der katholischen Gemeinde Jesus Guter Hirt hielt, standen das 25-jährige Jubiläum der Wiedervereinigung Deutschlands und die Ereignisse des Mauerfalls ein Jahr zuvor, die ihn damals tief berührt hatten. Der Geistliche verglich das Jubiläum mit einer Silberhochzeit, zu der das dankbare Paar Familie und Freunde an seinem Glück teilhaben lässt. „Wenn man die Deutschen nach 25 Jahren Einheit fragt, dann kann man etwas erleben“, sagte der Pfarrer, „von großartig und zufrieden bis hin zum Wunsch nach Rückkehr der Mauer.“

 Doch das Positive überwog, damals habe sich eine einzigartige Willkommenskultur entwickelt. „Heute stehen wir wieder vor einer solchen Herausforderung. Menschen aus Kriegs- und Notgebieten kommen zu uns und wir als Christen sind wieder aufgerufen, Menschen zu Hausgenossen Gottes zu machen und ihnen aus unseren eigenen Erfahrungen Freiheit, Sicherheit und Hoffnung zu geben“, forderte der Pfarrer die ökumenische Gemeinde auf.

 Die Feier prägten - neben der bewegenden Predigt des Pfarrers - die Liturgie von Pastor Jörg Möller-Ehmke von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Bramstedt, und eine Lesung von Pfarrer a.D. Günter Kochanowski, die sich mit einem Paulus-Brief an die Epheser befasst, in dem es auch um Vereinigung mit anderen Völkern geht.

 Statt einer Orgel erklangen die Jagdhornbläser Hubertus und die Schola der katholischen Pfarrgemeinde Jesus Guter Hirt unter der Leitung von Bärbel Sellentin. Außerhalb des Programms sangen Freses Enkelin Maxima und Debby aus Ghana, beide 13 Jahre alt, im Duett das Kinderlied „Du bist Du“ von Liedermacher Jürgen Werth.

 Frese hatte die Waldkapelle aus eigenen Mitteln erbauen lassen, weil ihm die in Süddeutschland an den Wegesrändern stehenden Kapellen in seiner nördlichen Heimat fehlten. Seitdem wird jedes Jahr der ökumenische Gottesdienst am Tag der Deutschen Einheit dort gefeiert. Ein Gottesdienst mit 300 Besuchern hatte es allerdings auch dort noch nicht gegeben. „Das ist ja fast wie eine Pilgerfahrt nach Lourdes“, kommentierte Teilnehmer Joachim Schoenfeld die große Gemeinde, die auf Holzbänken unter den Bäumen des Hasselbusch Platz genommen hatte.

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Ein Artikel von
Bernhard M. Domberg

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