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Plätze für Kinderbetreuung fehlen

Boostedt Plätze für Kinderbetreuung fehlen

Ungewohntes Interesse fand die jüngste Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport, Senioren und Soziales. Rund 50 Männer und Frauen waren dazu in die Amtsverwaltung gekommen, weil sie unzufrieden mit der derzeitigen Versorgung mit Kindergartenplätzen sind.

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Kita-Leiter Hartmut David erklärte, dass jetzt schon 31 Kinder auf der Warteliste stehen.

Quelle: Patricia König

Boostedt. Die Boostedter Elternvertreterin Aileen Alfs-Kollbaum bemängelte die fehlende Betreuung der Kinder zwischen ihrer Entlassung aus der Kita und der Einschulung. Viele Eltern stünden jedes Jahr wieder vor dem Problem, dass ihre Kinder am 31. Juli aus dem Kindergarten entlassen werden, die Einschulung aber erst im August ist. „Das können im schlimmsten Fall schon mal sieben Wochen sein, in denen die Kinder nicht betreut sind“, so Ailleen Alfs-Kollbaum. Ein Vater im Publikum bestätigte dies. Er und seine Frau seien beide berufstätig, und müssten nun für ihr Kind eine Betreuung vom 1. August bis zum 5. September finden. Abhilfe könnte der Verein „Rasselbande“ schaffen, der in der Grund- und Gemeinschaftsschule die Betreuung organisiert.

 Doch der Verein habe die Interimsbetreuung schon einmal abgelehnt, erklärte Bürgermeister Hartmut König. Er versprach zusammen mit dem Ausschussvorsitzenden Hans-Heinrich Duggen, möglichst schnell alle Beteiligten aus Kindergarten, Schule und Elternverein an einen Tisch zu bekommen, um noch für dieses Jahr eine Lösung zu finden.

 Zwei Mütter von Kita-Kindern, Birthe Nohrden und Anna Detlef, beklagten mit Zustimmung vieler anderer Eltern, dass es in der evangelischen Kindertagesstätte deutlich zu wenig Plätze gebe. Kita-Leiter Hartmut David berichtete, dass neunzehn Kinder für einen Krippenplatz (bis drei Jahre) und zwölf für einen Platz in der Elementargruppe (ab drei Jahre) auf der Warteliste stehen. Alle Gruppen seien bis zum Maximum von 22 Kindern ausgelastet. Auch die Waldgruppe sei nach der zeitlichen Erweiterung um Früh- und Spätbetreuung voll besetzt.

 Die Vorschläge aus der Elternschaft und dem Ausschuss waren vielfältig. Man könnte eine weitere Gruppe in der Turnhalle des Kindergartens ansiedeln, im Feuerwehrgerätehaus, im ehemaligen Bundeswehr-Fortbildungszentrum, im ehemaligen Aldi-Gebäude oder auch Container aufstellen. Duggen drängte in der ausgiebigen Diskussion darauf, sich auf kurzfristige Lösungen zu konzentrieren, die eine schnelle Abhilfe schaffen. Wolfgang Brückner (CDU) schlug trotzdem schon mal den Bau einer zweiten Kindertagesstätte in Boostedt vor.

 Kita-Chef David konnte sich mit dem Vorschlag anfreunden, eine zweite Waldgruppe zu gründen. Das sei die unbürokratischste und einfachste Lösung.

 Bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 21. März soll die Gemeindeverwaltung nun spruchreife Lösungen ausarbeiten. Auch die Kosten einer Containerlösung oder Bau von einfachen Holzhäusern sollen ermittelt werden. Langfristig wollen sich die Ortspolitiker aber auch um einen neuen Standort für eine zweite Kita in Boostedt kümmern. „Dafür wäre durchaus das ehemalige Bundeswehrgebäude an der Von-Borne-Straße geeignet“, meint Bürgermeister König.

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